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Öffentliche Einstellungen zu Wohlfahrt, Klimawandel und Energie in der EU und Russland (PAWCER)

Public Attitudes to Welfare, Climate Change and Energy in the EU and Russia (PAWCER)

Marcel Fink (ORCID: 0000-0001-9618-0314)
  • Grant-DOI 10.55776/I2699
  • Förderprogramm International - Multilaterale Initiativen
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2016
  • Projektende 30.04.2019
  • Bewilligungssumme 181.104 €
  • Projekt-Website

ERA-NET: RUS Plus

Wissenschaftsdisziplinen

Geowissenschaften (30%); Politikwissenschaften (30%); Soziologie (40%)

Keywords

    Sociology, Political Science, Environmental research

Abstract Endbericht

Ziel des PAWCER Projektes ist es, vergleichende Forschung über die Haltung der Öffentlichkeit zu Wohlfahrt, Klimawandel und Energie durchzuführen, allesamt relevante Themen für das Verständnis von Konflikt, Identität und Erinnerung. Während wirtschaftliche Herausforderungen die grundlegenden Beziehungen der Solidarität in den europäischen Wohlfahrtsstaaten bedrohen, dürfte der Klimawandel zum führenden ökologischen Treiber menschlicher Konflikte werden, und wird zu Energie, welche dazu angetan ist, die geopolitischen Spannungen weiter zu schüren. Methode: Länderübergreifende Analysen von Umfrage- und Kontextdaten werden herangezogen um Abweichungen und Gemeinsamkeiten, aber auch divergierende und konvergierende Trends zwischen öffentlichen Einstellungen zu diesen Themen zu untersuchen. Dies wird zur Entschlüsselung der Quellen und Muster des gegenseitigen Verständnisses und der Zusammenarbeit sowie der potenziellen Konflikte innerhalb und zwischen EU-Ländern und Russland beitragen. Die Untersuchung wird auf die Sammlung von Umfragedaten und die Analyse von bestehenden und neuen Datensätzen basieren. Die Daten werden im Rahmen des European Social Survey (ESS) erhoben. Die ESS ist eine akademisch angetriebene zweijährliche länderübergreifende Umfrage, die Einstellungen, Überzeugungen und Verhaltensmuster der verschiedenen Bevölkerungsgruppen misst. Sie erhielt im Dezember 2013 den Status eines European Research Infrastructure Consortium (ERIC) Europäisches Forschungsinfrastruktur-Konsortium. PAWCER wird Russland die Teilnahme an ESS Runde 8 gestatten, wofür die Feldarbeit in September 2016 beginnen wird, und auf diesem Weg eine Basis für langfristige Zusammenarbeit schaffen. PAWCER liefert innovatives und relevantes Wissen über Einstellungen zu Solidarität und Energie- fragen durch: 1)Bereitstellung von qualitativ hochwertigen, umfassenden und kulturübergreifend vergleichbaren Daten zu zwei wichtigen Themen für die heutigen Gesellschaften in Europa und Russland, integriert in einer breiten Umfrage welche auch weitere wichtige öffentliche Einstellungen wie politisches Vertrauen oder menschliche Grundwerte umfasst; 2) Aufbau auf dem aktuellsten Forschungsstand zu den beiden Themen, mit einer Erweiterung zum russischen Kontext hin; 3) Auf- zeigen von Ähnlichkeiten und Unterschieden in den Einstellungen zu Solidarität und Energiefragen innerhalb und zwischen den Ländern Europas und in Russland, und weist somit unter Verwendung der ESS-Daten auf Bereiche gegenseitigen Verständnisses sowie potentieller Konflikte hin.

Das Projekt PAWCER (Public Attitudes to Welfare, Climate Change and Energy in the EU and Russia) verfolgte das Ziel, einen Vergleich Einstellungen in der Bevölkerung zu Sozialpolitik, Klimawandel und Energiepolitik durchzuführen. Dabei wurden ländervergleichende Analysen von Umfrage- und Kontextdaten durchgeführt, um Diskrepanzen und Ähnlichkeiten sowie divergierende und konvergierende Trends öffentlicher Einstellungen zu diesen Themen zu untersuchen. Die Untersuchung basierte vor allem auf Daten aus rotierenden Modulen der Europäischen Sozialerhebung (ESS) (Runde 8/2016). Die russische Bevölkerung zeigt ein relativ hohes Maß an Sorgen um die Energiesicherheit, insbesondere betreffend deren Leistbarkeit und eine zuverlässige und ununterbrochene Versorgung ohne technische Ausfälle. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird wiederum nicht als besonders problematisch angesehen, und sowohl fossile als auch nukleare Energie werden im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Ländern relativ positiv bewertet. Bewusstsein betreffend den Klimawandel und diesbezügliche Sorgen sind in der russischen Bevölkerung im Vergleich besonders schwach ausgeprägt und eine persönliche Verantwortung zur Abschwächung des Klimawandels wird eher schwach bejaht. Betreffend die Unterstützung klimapolitischer Maßnahmen werden Subventionen für erneuerbare Energien und das Verbot von besonders der am wenigsten energieeffizienten Geräte zum Teil unterstützt, aber zu einem geringeren Ausmaß als in den meisten anderen Ländern. Generell kann die Perzeption von klimarelevanten Problemen im Vergleich zu vielen anderen untersuchten Ländern als eher schwach angesehen werden. In Bezug auf die Einstellungen zum Wohlfahrtstaat weisen die Ergebnisse darauf hin, dass die russischen Befragten sozialpolitische Maßnahmen, die potentiell der gesamten Bevölkerung zu Gute kommen, wie ein vorgeschlagenes universelles Grundeinkommen oder Alterspensionen, nachdrücklich befürworten. Programme, die sich an bestimmte Personengruppen (wie Arbeitslose, berufstätige Eltern und Migranten) richten, werden jedoch erheblich weniger unterstützt. Dabei sind generell Osteuropäer und Russen in Bezug auf die sozialen Rechte von Einwanderern am stärksten zurückhaltend. Mindestens 40% der Befragten sind der Meinung, dass Migranten niemals die gleichen Sozialleistungen erhalten sollten wie gebürtige Staatsbürger, oder dass ihnen diese erst nach Verleihung Staatsbürgerschaft gewährt werden sollten. Darüber hinaus ist in Osteuropa und Russland die Wahrnehmung des Lebensstandards von Arbeitslosen gering, was jedoch nicht zwangsläufig dazu führt, dass unterstützt wird, dass die Leistungen für diejenigen, die derzeit arbeitslos sind, erhöht werden. Die Daten zeigen auch, dass insbesondere die Bevölkerung in den nordischen Ländern zu einem hohen Ausmaß der Aussage zustimmt, dass Sozialleistungen zu mehr Gleichheit führen, während diesbezüglich das Antwortverhalten in den osteuropäischen Ländern am anderen Ende der Skala steht. Nur 24,4% der russischen Respondent/innen glauben, dass soziale Transfers und soziale Dienstleistungen zu mehr Gleichheit führen - was die niedrigste Zustimmung aller Länder ist.

Forschungsstätte(n)
  • Institut für Höhere Studien - IHS - 84%
  • European Centre for Social Welfare Policy and Research - 16%
Nationale Projektbeteiligte
  • Annette Scoppetta, European Centre for Social Welfare Policy and Research , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Wim Van Oorshot, Katholieke Universiteit Leuven - Belgien
  • Pekka Jokinen, University of Tampere - Finnland
  • Bruno Cautrès, Fondation National des Sciences Politiques - Frankreich
  • Vladimir Andreenkov, Institute for Comparative Social Research Ltd. - Russland
  • Peter Farago, University of Lausanne - Schweiz
  • Wouter Poortinga, University of Cardiff - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 210 Zitationen
  • 3 Publikationen
Publikationen
  • 2019
    Titel The role of income in energy efficiency and curtailment behaviours: Findings from 22 European countries
    DOI 10.1016/j.erss.2019.02.025
    Typ Journal Article
    Autor Umit R
    Journal Energy Research & Social Science
    Seiten 206-214
    Link Publikation
  • 2018
    Titel National context is a key determinant of energy security concerns across Europe
    DOI 10.1038/s41560-018-0235-8
    Typ Journal Article
    Autor Demski C
    Journal Nature Energy
    Seiten 882-888
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Attitudes towards carbon taxes across Europe: The role of perceived uncertainty and self-interest
    DOI 10.1016/j.enpol.2020.111385
    Typ Journal Article
    Autor Umit R
    Journal Energy Policy
    Seiten 111385
    Link Publikation

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