DACH: Österreich - Deutschland - Schweiz
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
History of European Integration,
History of Transport,
European History,
Historical Network Analysis,
Environmental History
Das Projekt untersucht die komplexen europapolitischen Aushandlungsprozesse die sich häufig in einem konflikthaften Feld mit unterschiedlichen Akteuren auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene abspielen anhand der Auseinandersetzungen um die europäische Alpentransitpolitik mit einem komparativen Fokus auf Österreich und die Schweiz zwischen den 1970er und den 2000er Jahren. Gestützt auf einen netzwerkanalytischen Zugang analysiert das Projekt das Spannungsfeld zwischen den politischen Akteuren auf der einen und den zivilgesellschaftlichen Vertretern der deutschsprachigen Alpenschutzbewegung auf der anderen Seite. Im Vordergrund steht die Frage, in welchem Ausmaß und mittels welcher Netzwerke die Umweltbewegung die europapolitischen Entscheidungen auf nationaler und supranationaler Ebene beeinflusst hat. Mit den Fallbeispielen Österreichs und der Schweiz verbindet sich ein Vergleich zwischen den europapolitischen Netzwerken eines Nichtmitglieds der Europäischen Union (Schweiz) und eines Staates, der im Untersuchungszeitraum der Europäischen Union beitrat (Österreich). In theoretischer Hinsicht leistet das Projekt einen Beitrag zu einem nicht-teleologischen, ergebnisoffenen Verständnis der Europäischen Integration. Das Vorhaben wird von den Universitäten Innsbruck, der Universität Basel und der Ludwig-Maximilians-Universität München im Verbund durchgeführt und gliedert sich in drei Subprojekte. Subprojekt A (LMU München) analysiert, wie die Konflikte zwischen Transportpolitik und Alpenschutz auf Europäischer Ebene gehandhabt wurden, wobei besonders die Europäischen Union und der Europarat im Fokus stehen. Die Subprojekte B und C legen den Fokus auf die regionalen und nationalen Behörden sowie auf die regionalen und transnationalen Netzwerke der Alpenschutzbewegung. Geografisch befasst sich Subprojekt B (Innsbruck) mit den Auseinandersetzungen um den Alpentransit am Brenner vor dem Hintergrund des österreichischen EU-Beitritts 1995. Subprojekt C (Basel) untersucht die Debatten um den Alpentransit am Gotthard, insbesondere im Kontext der sogenannten Alpeninitiative, die 1994, nach Ablehnung des EWR- Beitritts, einen restriktiven verkehrspolitischen Rahmen setzte und das Schweiz-EU-Verhältnis nachhaltig prägte. Die drei Fallstudien bieten die Möglichkeit, eine transnationale Geschichte der Umweltbewegungen zu schreiben und eröffnen neue Perspektiven auf die Europäisierung. Die Kohärenz des Projekts basiert auf der Netzwerkanalyse als gemeinsame Methode. Diese stützt sich auf Gephi, eine aktuelle Software für die Analyse und Visualisierung sozialer Netzwerke.
"Issues with Europe: A Network analysis of the German-speaking Alpine Conservation Movement (1975-2005)" untersuchte die europäische Alpentransitpolitik mit einem komparativen Fokus auf Österreich und die Schweiz zwischen den 1970er und den 2000er Jahren. Das Projekt wurde von der Universitäten Innsbruck, der Universität Basel und der Ludwig-Maximilians-Universität München im Verbund durchgeführt und gliederte sich in drei Teilprojekte. Teilprojekt A (München) analysierte, wie die Konflikte zwischen Transportpolitik und Alpenschutz auf Europäischer Ebene gehandhabt wurden, wobei besonders die Europäischen Union und der Europarat im Fokus standen. Die Teilprojekte B und C legten den Schwerpunkt auf die regionalen und nationalen Institutionen sowie auf die regionalen und transnationalen Netzwerke der Alpenschutzbewegung. Geografisch befasste sich Teilprojekt B (Innsbruck) mit den Auseinandersetzungen um den Alpentransit am Brenner vor dem Hintergrund des österreichischen EU-Beitritts 1995. Teilprojekt C (Basel) untersuchte die Debatten um den Alpentransit am Gotthard, insbesondere im Kontext der sogenannten "Alpeninitiative", die 1994, nach Ablehnung des EWR-Beitritts, einen restriktiven verkehrspolitischen Rahmen setzte und das Schweiz-EU-Verhältnis nachhaltig prägte.
Die drei Fallstudien boten die Möglichkeit, eine transnationale Geschichte der Alpenschutzbewegung zu schreiben, und eröffneten zugleich neue Perspektiven auf die Europäisierung. Im Vordergrund des Gesamtprojekts stand die Frage, in welchem Ausmaß und mittels welcher Netzwerke die Alpenschutzbewegung die europapolitischen Entscheidungen auf nationaler und supranationaler Ebene beeinflussen konnte. Es zeigte sich, dass sich die Argumentationslinien der Aktivist:innen in Österreich und der Schweiz kaum unterschieden. In beiden Ländern schrieben sich die Transitgegner:innen in den europäischen Umweltdiskurs ein und sprachen der Alpenregion eine ökologische Vorreiterrolle zu. Die EU spielte eine wichtige und zugleich ambivalente Rolle. Als diskursiver Bezugspunkt wurde sie als das abstrakte, ferne <
- Universität Innsbruck - 100%
- Helmuth Trischler, Deutsches Museum - Deutschland
- Oswald Überegger, Libera Università di Bolzano - Italien
- Andrea Bonoldi, Università di Trento - Italien
- Marten Düring, Université du Luxembourg - Luxemburg
- Martin Lengwiler, Universität Basel - Schweiz
- Peter Cornwell, University of Westminster - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 10 Publikationen
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2022
Titel The «Swiss Alpine Conservation Movement» (1980–2005): Possibilities and Limitations of a Two-Mode Network DOI 10.24894/2296-6013.00099 Typ Journal Article Autor Schmidt K Journal Schweizerische Zeitschrift für Geschichte -
2019
Titel Regionalpolitik von links. Die satirische Darstellung des Matterhorns in den Debatten um die Zukunft der Schweizer Berggebiete in den 1980er-Jahren Typ Journal Article Autor Aschwanden R Journal traverse Seiten 154-162 -
2021
Titel 9 Moving Mountains: The Protection of the Alps DOI 10.1515/9783110669213-010 Typ Book Chapter Autor Aschwanden R Verlag De Gruyter Seiten 217-242 -
2022
Titel Special Section: Technical Infrastructures, Transnational Protest Movements and the Use of Counter-Expertise DOI 10.1007/s00048-022-00339-6 Typ Journal Article Autor Buck M Journal NTM Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin Seiten 271-279 Link Publikation -
2022
Titel Einleitung Typ Journal Article Autor Aschwanden R Journal Histoires des Alpes - Storia delle Alpi - Geschichte der Alpen Seiten 23-26 -
2022
Titel Dicke Luft in den Alpen. Widerstand gegen den Transitverkehr an Brenner und Gotthard Typ Journal Article Autor Aschwanden R Journal Histoires des Alpes - Storia delle Alpi - Geschichte der Alpen Seiten 225-241 -
2022
Titel Nutzungskonflikte seit 1950 Typ Book Autor Aschwanden R editors Aschwanden R, Buck M, Kupper P, Schmidt KJ Verlag Chronos -
2018
Titel " Making a stand in the Alps". Transnational dimensions in the resistance against the traffic transit across the alps in the 1990s < >. La transnationalité et le trafic de transit alpin durant les années 1990 < >: Transnationale dimensionen des widerstands gegen den transitverkehr durch die alpen in den 1990er Jahren Typ Other Autor Aschwanden R. Seiten 260-273 -
2023
Titel Politisierung der Alpen: Umweltbewegungen in der AEra der Europaischen Integration (1970-2000) Typ Book Autor Aschwanden Romed Verlag Bohlau Verlag -
2021
Titel Von den bedrohlichen zu den bedrohten Alpen - Aneignungsprozesse und Identifikationsfiguren alpiner Umweltschützer Typ Journal Article Autor Buck M Journal Gebirge - Literatur - Kultur Seiten 124-152