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Gewalt gegen Migrantinnen und geflüchtete Frauen (GBV-MIG GNP 42)

Violence against women migrants and refugees (GBV-MIG GNP 42)

Sieglinde Rosenberger (ORCID: 0000-0003-4711-1798)
  • Grant-DOI 10.55776/I4208
  • Förderprogramm International - Multilaterale Initiativen
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.2019
  • Projektende 30.09.2022
  • Bewilligungssumme 127.018 €
  • Projekt-Website

ERA-NET: GenderNET

Wissenschaftsdisziplinen

Politikwissenschaften (50%); Soziologie (50%)

Keywords

    Human rights, Asylum, Sexual and gender-based violence

Abstract Endbericht

Sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt stellt eine grundlegende Verletzung der Menschenrechte von Frauen dar. Das Projekt untersucht wie Diskriminierung und Ungleichheiten auf der Grundlage von Geschlecht, Ethnizität, Nationalität, sexuelle Orientierung, Identität, Religion und Alter ineinanderwirken und Frauen verletzlich für diese Formen von Gewalt machen. Das Projekt identifiziert die vielfältigen Ursachen von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt, die Migrantinnen und Geflüchtete erfahren. DieForschungsergebnisse werden auch dazu dienen, Handlungsempfehlungen für Gewaltpräventive Maßnahmen als auch für bessere Unterstützungsstrukturen zu formulieren.

Gewalt gegen Migrantinnen und weibliche Geflüchtete: Eine Untersuchung von Ursachen und politischen Gegenmaßnahmen Sieglinde Rosenberger/Leiterin des Teilprojekts an der Universität Wien Geschlechtsspezifische Gewalt (GBV) ist ein schwerwiegender Verstoß gegen die Menschenrechte von Frauen. Obwohl es empirische Evidenzen gibt, dass GBV gegen Migrantinnen und weiblichen Geflüchteten sowohl im Herkunftsland, auf dem Fluchtweg und auch im Ankunftsland weit verbreitet ist, wird dieses Problem sowohl in der akademischen Forschung als auch in der Politikgestaltung oft ignoriert. Das Forschungsprojekt "Gewalt gegen Migrantinnen und weibliche Geflüchtete" untersucht geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen im Umfeld der Migration; es analysiert die Art und Weise wie Gewalt und Diskriminierung durch Geschlechtszugehörigkeit, ethnischer Zugehörigkeit und Nationalität bedingt sind. Die Intersektionalität macht Flüchtlingsfrauen nicht nur anfällig für geschlechtsspezifische Gewaltformen, der prekäre Status erschwert auch den Zugang zu Unterstützung und Dienstleistungen für Gewaltopfer. Schlechte Aufnahme- und Unterbringungsbedingungen in den Aufnahmeländern können für Flüchtlingsfrauen ein Risiko für geschlechtsspezifische Gewalt darstellen. Wir wissen zwar, dass weibliche Flüchtlinge stark von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, doch fehlt weitgehend das systematische Wissen über jene zugrundeliegenden Strukturen und Dynamiken, die die geschlechtsspezifische Gewalt hervorbringen. Zudem wird in Österreich das Problem der geschlechtsspezifischen Gewalt gegen Frauen weniger im Kontext von Gewalt gegen Frauen, sondern fast ausschließlich im Kontext der Migrationsbeschränkung diskutiert. Vor diesen Hintergründen haben wir uns an der Universität Wien mit drei Forschungssträngen beschäftigt: Erstens gibt ein Länderbericht einen Überblick über die politische und rechtliche Situation sowie über staatliche und NGO-Akteure im Bereich der GBV gegen Migrantinnen und weibliche Flüchtlinge. Der Bericht fasst die Verfügbarkeit von Unterstützungsstrukturen für diese Gruppe im Falle von GBV zusammen. Darüber hinaus zeigt er einige der vorherrschenden Diskurse und identifiziert wesentliche Defizite im Zugang zu relevanten Infrastrukturen. Zweitens untersuchte das Projekt mittels einer Rahmen- und Politikanalyse den öffentlichen und politischen Diskurs über GBV gegen weibliche Flüchtlinge. Der publizierte Beitrag behandelt die Problemdeutungen geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Migrantinnen und Geflüchteten. Im Detail analysiert er die diskursiven Verknüpfungen zwischen Migrationspolitik und Maßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt. Auf der theoretischen Grundlage des Gender-Nationalismus wird anhand von Medienberichten und politischen Dokumenten die Rahmung "ihrer" Gewalt identifiziert: Die politisch hergestellten Referenzen sind sog. kulturelle Besonderheiten, die geschlechtsspezifische Gewalt als fremd für die Aufnahmegesellschaft kommunizieren. Der Beitrag zeigt, wie Strategien der Kulturalisierung als Problemdefinition und der Individualisierung auf der Ebene der Lösungsansätze geschlechtsnationalistische Narrative stärken können und Beschränkungen und Sanktionen in der Migrationspolitik legitimieren sollen. Schließlich ergänzen wir die Ergebnisse über den vorherrschenden politischen Diskurs der letzten Jahre mit Interviews, die mit nationalen und lokalen Akteur*innen wie Nichtregierungsorganisationen und lokalen Gemeinschaften geführt wurden. Dieser empirische Zugang erlaubt es, Einsichten in die einzelnen Gewaltformen sowie in den konkreten Zugang zu Unterstützungsleistungen zu bekommen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Jane Freedman, Université Paris 8 - Frankreich
  • Niamh Reilly, National University of Ireland - Iran
  • Ruth Halperin-Kaddari, Bar Ilan University - Israel
  • Evangelia Tastsoglou, Saint Mary´s University - Kanada
  • Margunn Bjørnholt, University of Oslo - Norwegen
  • Gabriela Özel Volfová, Czech Academy of Sciences - Tschechien

Research Output

  • 34 Zitationen
  • 1 Publikationen
  • 1 Künstlerischer Output
  • 1 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2019
    Titel Deserving Shelter: Conditional Access to Accommodation for Rejected Asylum Seekers in Austria, the Netherlands, and Sweden
    DOI 10.1080/15562948.2018.1530401
    Typ Journal Article
    Autor Ataç I
    Journal Journal of Immigrant & Refugee Studies
    Seiten 44-60
    Link Publikation
Künstlerischer Output
  • 2022
    Titel Sanja Ivekovic, Works of Heart (1974-2022).
    Typ Creative Writing
Weitere Förderungen
  • 2019
    Titel Violence against women migrants and refugees (GBV-MIG GNP 42)
    Typ Other
    Förderbeginn 2019
    Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)

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