Wissenschaftsdisziplinen
Mathematik (20%); Soziologie (80%)
Keywords
-
Wellbeing,
Health,
Loneliness,
Gendered Pathways To Social Exclusion,
Retirement,
Later Life
Soziale Exklusion ist ein facettenreiches soziales Problem mit tiefgreifenden Konsequenzen für den Einzelnen, aber auch die gesamte Gesellschaft. Der Fokus des Projekts liegt dabei auf der Exklusion von sozialen Beziehungen. Sozial eingebunden zu sein ist ein universales menschliches Bedürfnis; jedoch fehlen einem wesentlichen Anteil der Bevölkerung die notwendigen Ressourcen, um ein gesundes und glückliches Leben zu führen. GENPATH fokussiert auf die nachberufliche Lebensphase, in der soziale Inklusion zu einem noch zentraleren Faktor für Gesundheit und Wohlbefinden wird. Bei Männern, aber auch insbesondere Frauen besteht ein erhöhtes Risiko, nach dem Ende des Erwerbslebens sozial benachteiligt zu werden. Frauen der heute älteren Generationen sind häufiger gebrechlich, verwitwet, haben einen durchschnittlichen geringeren Bildungsstand, häufiger prekäre und lückenhaften Erwerbsverläufe, geringere Pensionen und weniger ökonomische Ressourcen. Die großen Unterschiede zwischen verschiedenen Wohlfahrtsstaaten hinsichtlich der sozialen Exklusion und dem Effekt von Gender weisen auf eine Schlüsselrolle des gesellschaftlichen Kontexts hin, in dem ältere Frauen und Männer leben. Allerdings wissen wir noch nicht viel darüber, wie wohlfahrtsstaatliche Kontexte gegenderte soziale Exklusion beeinflussen. Das vorliegende Projekt zielt darauf ab, die Ursachen von Geschlechterdifferenzen in Bezug auf Exklusion von sozialen Beziehungen, sowie ihre Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden, über mehrere europäische Staaten hinweg zu untersuchen. Die Ergebnisse werden die wissenschaftliche Debatte über Geschlechterdifferenzen und soziale Exklusion bereichern, aber auch Policy-Implikationen zur Reduktion sozialer Exklusion unter älteren Frauen und Männern formulieren.
GENPATH war ein internationales vergleichendes Forschungsprogramm, an dem sieben Länder beteiligt waren. Dieses Projekt legte den Schwerpunkt auf die Ausgrenzung aus sozialen Beziehungen, fragte nach den Ursachen der sozialen Ausgrenzung im Laufe des Lebens und analysierte deren Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden im Alter. Das allgemeine Ziel von GENPATH bestand darin, wissenschaftliche Erkenntnisse über die geschlechtsspezifische Natur des Weges von den sozioökonomischen Bedingungen im frühen Leben über die Mikro-, Meso- und Makroeinflüsse bis hin zur Ausgrenzung aus den sozialen Beziehungen im späteren Leben sowie über die Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden im Alter zu gewinnen und die Politik sowie die sozialen Akteure zu informieren. Länderübergreifende Vergleiche und Vergleiche zwischen Männern und Frauen in verschiedenen Kontexten gaben uns Aufschluss darüber, wer von sozialer Ausgrenzung bedroht ist und daher gezielte politische und praktische Aufmerksamkeit benötigt. GENPATH hob hervor, dass die soziale Ausgrenzung ihre Wurzeln im frühen Leben haben kann, dass aber die Muster der sozialen Ausgrenzung im Laufe des Lebens für Männer und Frauen unterschiedlich sind. Frauen haben im Allgemeinen einen niedrigeren Bildungsstand, sind häufiger von der Erwerbsbeteiligung betroffen, beziehen niedrigere Renten und sind aufgrund der höheren Lebenserwartung häufiger verwitwet. Die spezifischen Ergebnisse dieses Projekts beziehen sich auf : 1. Ermittlung der Prävalenz des Ausschlusses aus sozialen Beziehungen und der damit verbundenen Risikofaktoren im späteren Lebensalter in Europa und der Unterschiede zwischen den Gesellschaften sowie zwischen älteren Männern und Frauen. 2. Entschlüsselung der Folgen des Ausschlusses aus sozialen Beziehungen im späteren Leben in Europa und wie diese in den verschiedenen Gesellschaften sowie zwischen älteren Männern und Frauen variieren. 3. Untersuchung der Frage, inwieweit Variationen auf der Mikro-, Meso- und Makroebene, die für die Ausgrenzung verantwortlich sind, einschließlich geschlechtsspezifischer sozialer Normen, wichtiger Lebensübergänge und Ausgrenzungsprozesse, dazu beitragen, länderübergreifende und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Prävalenz der Ausgrenzung aus sozialen Beziehungen zu erklären. 4. Erforschung der moderierenden und vermittelnden Auswirkungen von Faktoren auf der Mikro-, Meso- und Makroebene (wie geschlechtsspezifische soziale Normen, wichtige Lebensübergänge und Ausgrenzungsprozesse) auf die Ergebnisse der Ausgrenzung aus sozialen Beziehungen und Erklärung von länder- und geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Prävalenz dieser Faktoren in Bezug auf die Ergebnisse der Ausgrenzung aus sozialen Beziehungen. 5. Informationen über die Ursachen und mögliche Wege zur Abschwächung der negativen Folgen der Ausgrenzung aus sozialen Beziehungen bei Männern und Frauen im Laufe ihres Lebens. Die Ergebnisse können als Grundlage für die wissenschaftliche Debatte über soziale Ausgrenzung und für politische Maßnahmen zur Verringerung der Ausgrenzung älterer Männer und Frauen aus sozialen Beziehungen dienen. Sie könnten auch für NGO-Organisationen nützlich sein, die sich um die Unterstützung älterer Erwachsener bemühen, und können zu einem Wandel der Ansichten und Meinungen über ältere Erwachsene beitragen.
- Universität Wien - 100%
- Kieran Walsh, National University of Ireland, Galway - Irland
- Ariela Lowenstein, University of Haifa - Israel
- Marja Aartsen, Oslo and Akershus University College - Norwegen
- Andreas Motel-Klingenbiel, Linköping University - Schweden
- Feliciano Villar Posada, University of Barcelona - Spanien
- Lucie Vidovicová, Masarykova Univerzita - Tschechien
Research Output
- 41 Zitationen
- 9 Publikationen
- 2 Policies
- 1 Datasets & Models
- 3 Disseminationen
- 1 Weitere Förderungen