MRT von minimal hepatischen Enzephalopathien
Role of MRI in detection of minimal hepatic encephalopathy
Bilaterale Ausschreibung: Slowenien
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (20%); Klinische Medizin (60%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (20%)
Keywords
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Liver,
MRI,
Iron,
Qunatitative Susceptibility Mapping,
Brain
Die hepatische Enzephalopathie (HE) ist eine potenziell reversible, metabolisch bedingte Funktionsstörung des Gehirns, die im Rahmen von akuten oder chronischen Lebererkrankungen auftritt. Sie umfasst ein breites Spektrum neurologischer Symptome unterschiedlicher Ausprägung. Die minimale, hepatische Enzephalopathie (MHE) bildet den Anfang dieses Spektrums. Sie ist definiert als HE ohne Symptome in der klinisch-neurologischen Untersuchung, jedoch mit kognitiven Defiziten, die derzeit nur durch neuropsychometrische Tests erfasst werden. Aktuelle Studien zeigen, dass eine frühzeitige Therapie der MHE sogar zu einer Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten führen kann. Eine Grundvoraussetzung ist allerdings eine sensitive und akkurate Diagnostik. Die Magnetresonanztomographie (MRT) hat prinzipiell das Potential, pathologische Veränderungen bei Patienten mit MHE zu detektieren. Hier setzt auch das internationale Projekt an, welches gemeinsam von Forschungsteams an der Medizinischen Universität Graz und der medizinischen Fakultät der Universität Laibach durchgeführt wird. Im Rahmen des Projektes sollen allerneueste MRT-Techniken in Bezug auf ihre Sensitivität für die Diagnose einer MHE getestet und verglichen werden. Darüber hinaus soll auch unter Einbeziehung von MR-spektrometrischen Aufnahmen das Verständnis für den pathophysiologischen Mechanismus der MHE verbessert werden.
In dieser internationalen MRT-Studie haben wir zusammen mit der medizinischen Universität Laibach mittels neuer MRT-Techniken Hirnveränderungen erfasst, welche bereits in einem Anfangsstadium von Leberzirrhose auftreten. Wir konnten 34 Patienten mit Leberzirrhose und 18 gesunde Kontrollen mit vergleichbarem Alter einschließen. Mittel MR-Spektroskopie wurde die GABA-Konzentration im Striatum des Gehirns gemessen. GABA ist ein Neurotransmitter der für die Kommunikation zwischen Nervenzellen wichtig ist. Wir konnten zeigen, dass Patienten mit Leberzirrhose eine niedrigere GABA-Konzentration haben als gesunde Kontrollen und dass das Ausmaß der Erniedrigung mit der Schwere der Erkrankung korreliert (mittels STROOP und PHES Test gemessen). Weiter wurde eine in Graz entwickelte MRT-Technik angewandt, welche eine nichtinvasive Bestimmung der magnetischen Suszeptibilität im gesamten Gehirn erlaubt. Die magnetische Suszeptibilität repräsentiert die "Magnetisierbarkeit" des Hirngewebes und ergibt sich aus paramagnetischen Spurenelementen wie Eisen und diamagnetischen Elemente wie beispielsweise Kalzium und Gewebewasser. Bei Patienten mit Leberzirrhose-Patienten konnte eine diamagnetische Verschiebung im Hippocampus und im Nucleus Caudatus nachgewiesen werden. Die Ursachen dafür sind noch nicht völlig geklärt, es dürften aber sowohl erhöhte Kalziumablagerungen als auch erweiterte perivaskuläre Räume in Frage kommen. Die funktionellen und strukturellen Veränderungen des Gehirns dürften für die kognitiven Veränderungen bei Patienten mit Leberzirrhose verantwortlich sein. Weitere Studien sollen die zugrundeliegenden Mechanismen klären und Möglichkeiten für therapeutische Ansätze liefern.
- Dusan Suput, University of Ljubljana - Slowenien
Research Output
- 1 Zitationen
- 3 Publikationen
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2025
Titel Brain Changes in Alcohol Induced Liver Cirrhosis Patients: Insights from Quantitative Susceptibility Mapping DOI 10.3390/biomedicines13122937 Typ Journal Article Autor Vovk A Journal Biomedicines Seiten 2937 Link Publikation -
2021
Titel GABA and susceptibility changes in striatum in liver cirrhosis : preliminary results Typ Conference Proceeding Abstract Autor Stefanović S Konferenz International Society for Magnetic Resonance in Medicine 2021 Seiten 3727 Link Publikation -
2019
Titel 961 Striatal GABA Levels in Liver Cirrhosis Patients: Preliminary Results DOI 10.14309/01.ajg.0000593380.29944.e6 Typ Journal Article Autor Zupan G Journal American Journal of Gastroenterology Link Publikation