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Einfluss von Fieber auf die Aktivierung von T-Zellen

Biophysical aspects of mild heat stress in T- cell signaling

Mario Brameshuber (ORCID: 0000-0001-8672-2255)
  • Grant-DOI 10.55776/I4662
  • Förderprogramm Einzelprojekte International
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.05.2020
  • Projektende 31.10.2024
  • Bewilligungssumme 145.320 €

Bilaterale Ausschreibung: Ungarn

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (80%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (20%)

Keywords

    Immunology, Membrane Structure, Single Molecule Fluorescence Microscopy, Heat Sensing

Abstract Endbericht

Die meisten Tiere erhöhen ihre Körpertemperatur über ihren normalen Sollwert, um sich einer Infektion zu stellen. Hinweise deuten darauf hin, dass diese Hyperthermie sowohl die zelluläre Stressresistenz als auch das Immunsystem beeinflusst. Während Fieber bei vielen Krankheiten von Vorteil ist, muss der Temperaturanstieg streng kontrolliert werden, um etwa bei extremen Entzündungen unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Die Reaktionen, die den Organismen helfen, sich an diese stressigen Bedingungen anzupassen, folgen im Allgemeinen einer programmierten Reihe von Ereignissen, die als Stressreaktion bezeichnet werden. Die Untersuchung der zellulären Stressreaktion ist von großer Bedeutung um ein besseres Verständnis zu erlangen, wie Zellen reagieren und sich an verschiedene Veränderungen in ihrer Umgebung anpassen, insbesondere bei Krankheitszuständen. Die beiden im aktuellen Projekt zusammenarbeitenden Forschungsgruppen zielen darauf ab, die durch fieberartige Erwärmung verursachten Veränderungen der Zellmembran zu identifizieren. Letzterer wird eine tragende Rolle sowohl für die Immun- als auch für die Stressreaktion bei Fieber zugeschrieben. Durch die Kombination unserer komplementären Kompetenzen auf dem Gebiet der molekularen Stressbiologie (Szeged), der Membranbiophysik (Wien und Szeged) und der Einzelmolekülmikroskopie in der immunologischen Synapse (Wien) wollen wir in diesem Projekt herausfinden, wie das Immunsystem fieberartige Temperaturen detektiert und darauf reagiert. Großes Augenmerk wird dabei auf die Membran-Nano-Organisation gelegt, die an einer durch Hyperthermie induzierten Stresstoleranz und einer verbesserten Immunantwort beteiligt ist. Ein weiteres Ziel ist es, zu verstehen, warum Hyperthermie sowohl pro-entzündliche als auch entzündungshemmende Wirkungen haben kann, was schlussendlich die Entwicklung neuartiger Therapien unterstützen könnte.

Gibt es eine auf der molekularen Längenskala beobachtbare Änderung in unserem erworbenen Immunsystem, wenn wir unter Fieber leiden - etwa, wenn unser Körper durch eine Infektion betroffen ist? Dieser Frage sind wir mit Hilfe von murinen T-Zellen nachgegangen, die wir im Labor ganz spezifisch mit einem uns bekannten Krankheitserreger aktivieren können. Wir ersetzen dabei den zellulären Interaktionspartner der T-Zelle, welcher den Krankheitserreger normalerweise in unserem Körper präsentiert, durch ein künstliches Zellsystem, bei dem wir die Menge und andere Eigenschafen der aktivierenden Proteine exakt einstellen können. Zusammen mit unserem Kollaborationspartner in Szeged, Ungarn, sind wir nun potenziellen Veränderungen mit Hilfe von hochsensitiver Fluoreszenzmikroskopie nachgegangen. Konkret hat uns interessiert, ob die initiale Erkennung des Krankheitserregers und die damit einhergehende erste Aktivierung der T-Zelle beeinflusst wird. Zur Simulation von fieberhaften Temperaturen wurde die Temperatur in der Messkammer, in der sich das künstliche Zellsystem mit den T-Zellen befindet, entsprechend auf 40C erhöht, und die Ergebnisse mit Experimenten verglichen, die bei physiologischer Temperatur (37C) durchgeführt wurde. Dabei hat sich wenig überraschend gezeigt, dass sich alle Proteine, also sowohl jene auf dem künstlichen Zellsystem als auch die von uns beobachteten Z-Zell-Rezeptoren schneller bewegen. Jedoch konnten wir auch nachweisen, dass das künstliche Zellsystem sehr sensitiv auf Temperaturänderungen reagiert und beispielsweise die Dichte an Proteinen schneller als erwartet abnimmt, da sich diese bei höheren Temperaturen leichter von der Membran ablösen können. Zusätzlich ist es auch zu kompletten Immobilisierungen der Proteine auf der verwendeten Glasoberfläche gekommen, die das Interaktionsexperiment mit der T-Zelle stark verfälscht haben. Im ersten Schritt mussten deshalb neue experimentelle Bedingungen ermittelt werden, um diese Ablöse- und Immobilisierungsprozesse zu unterbinden. Durch eine geänderte Messpufferzusammensetzung konnte den Effekten nachweislich entgegengewirkt werden. Da dieses künstliche Zellsystem mittlerweile stark verbreitet ist, wird eine gerade dazu entstehende Publikation potenziell auf Interesse stoßen. Nach dieser Optimierung des experimentellen Systems wurde auch die verwendete Einzelmolekül-Fluoreszenzmikroskopie Methode mit Hilfe von Computersimulationen genau nachgestellt und Parameter ermittelt, die das Messresultat verfälschen würden. Eine Publikation dazu ist in der Fachzeitschrift "Biophysical Journal" erschienen. Die nun unter optimierten Bedingungen durchgeführten Experimente und Analysen haben schlussendlich ergeben, dass die Sensitivität der T-Zellen bei höheren Temperaturen steigt. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass eine geringere Menge an Krankheitserregern notwendig ist, um einen Immunrespons bei fieberartiger Temperatur auszulösen. Somit hätte auch Fieber auf der molekularen Ebene eine erhebliche - in diesem Falle positive - Auswirkung. Die genauen molekularen Vorgänge, die für die gesteigerte Sensitivität zuständig sind, werden nun in einer Folgestudie ermittelt.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Gerhard J. Schütz, Technische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Johannes B. Huppa, Charité - Universitätsmedizin Berlin - Deutschland
  • Zsolt Torok, Biological Research Center of the Hungarian Academy of Sciences - Ungarn
  • Gábor Balogh, Hungarian Academy of Sciences - Ungarn
  • Laszlo Vigh, University of Szeged - Ungarn

Research Output

  • 132 Zitationen
  • 9 Publikationen
  • 3 Datasets & Models
  • 2 Disseminationen
  • 2 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2024
    Titel Evaluation of oligomerization data in in silico and in vitro TOCCSL experiments
    Typ Other
    Autor Bodner C
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Evaluation of oligomerization data in in silico and in vitro TOCCSL experiments
    Typ PhD Thesis
    Autor Clara, Bodner
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Monte Carlo simulations for the evaluation of oligomerization data in TOCCSL experiments.
    DOI 10.1016/j.bpj.2023.04.021
    Typ Journal Article
    Autor Bodner C
    Journal Biophysical journal
    Seiten 2367-2380
  • 2023
    Titel Monomeric agonist peptide/MHCII complexes activate T-cells in an autonomous fashion.
    DOI 10.15252/embr.202357842
    Typ Journal Article
    Autor Hellmeier J
    Journal EMBO reports
  • 2021
    Titel DNA origami demonstrate the unique stimulatory power of single pMHCs as T cell antigens
    DOI 10.1073/pnas.2016857118
    Typ Journal Article
    Autor Hellmeier J
    Journal Proceedings of the National Academy of Sciences
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Understanding immune signaling using advanced imaging techniques
    DOI 10.1042/bst20210479
    Typ Journal Article
    Autor Brameshuber M
    Journal Biochemical Society Transactions
    Seiten 853-866
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Unscrambling fluorophore blinking for comprehensive cluster detection via photoactivated localization microscopy
    DOI 10.1038/s41467-020-18726-9
    Typ Journal Article
    Autor Platzer R
    Journal Nature Communications
    Seiten 4993
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Standardised monomeric probes for brightness-based microscopy methodologies
    Typ Other
    Autor Mellai M
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Optimization of a single molecule fluorescence microscopy setup
    Typ Other
    Autor Büchele Fa
    Link Publikation
Datasets & Models
  • 2023 Link
    Titel Analysis software and algorithm for the publication Bodner et al., Biophys J 11, 2367 (2023).
    Typ Data analysis technique
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 2020 Link
    Titel Platzer2020NatComm_source_data.zip
    DOI 10.6084/m9.figshare.12871538
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 2020 Link
    Titel Analysis software and algorithm for the publication Platzer et al., Nat Commun 11, 4993 (2020).
    DOI 10.5281/zenodo.4003734
    Typ Data analysis technique
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
Disseminationen
  • 2020
    Titel Lab tour Biophysics for BORG St. Pölten
    Typ Participation in an open day or visit at my research institution
  • 2024
    Titel Lab tour Biophysics for the School information day 2024
    Typ Participation in an open day or visit at my research institution
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2020
    Titel Keynote speaker and Instructor at the FEBS INSTRUCT MOBIEU Practical course: Hydrodynamic and thermodynamic analysis of biological macromolecules and their interactions
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2019
    Titel Best talk award at the ARBRE-MOBIEU plenary meeting in Zagreb
    Typ Poster/abstract prize
    Bekanntheitsgrad Continental/International

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