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Der Codex Manesse. Sammlungsaufbau und Kontextualisierung

The Codex Manesse. Collection Structure, Contextualisation

Anna Kathrin Bleuler (ORCID: 0000-0002-9053-0130)
  • Grant-DOI 10.55776/I4952
  • Förderprogramm Einzelprojekte International
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.2021
  • Projektende 31.10.2025
  • Bewilligungssumme 187.470 €
  • Projekt-Website

DACH: Österreich - Deutschland - Schweiz

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (70%)

Keywords

    Medieval German Poetry, Codex Manesse, Manuscript Studies, Text Philology, Reception History, Transmission History

Abstract

Der Codex Manesse ist eine von der UNESCO 2019 zum Weltdokumentenerbe nominierte, um 1300 entstandene Handschrift, die mit den Werken von 140 Autoren und 137 Miniaturen die umfangreichste Sammlung mittelhochdeutscher Lyrik darstellt. Das Projekt hat das Ziel, den Sammlungsaufbau der Handschrift zu erforschen. Gefragt wird, wie die Anordnung der Autoren und ihrer Werke überlieferungsgeschichtlich zustande kommt, um davon ausgehend Aussagen zu den Gliederungs- und Sammelprinzipien, die in der Handschrift wirksam sind, zu treffen sowie zum literaturgeschichtlichen Wissen, das sich darin abbildet. Zwar gibt es handschriftenkundliche und kunsthistorische Untersuchungen, die Aufschluss über die Entstehungsgeschichte des Codex geben, inhaltlich ist die Textsammlung jedoch nur unzureichend untersucht. Die literaturwissenschaftliche Forschung hat sich bisher hauptsächlich aufbestimmteAutorenkonzentriert unddiese losgelöst vom Sammlungskontext betrachtet. Die Überlieferungsgeschichte wurde (wenn überhaupt) isoliert in Hinblick auf einzelne Autoren bzw. Texte erforscht; die schrift- und buchkundlichen Befunde wurden in literaturwissenschaftlichen Arbeiten zumeist nicht berücksichtigt. Das geplante Projekt möchte diesem Desiderat abhelfen und die genannten Disziplinen zusammenführen. Ausgangspunkt dafür sind jüngere buchkundliche Untersuchungen, die zeigen, dass die Gliederung nach dem Ständeprinzip nicht das einzige Anordnungskriterium der Sammlung ist. Im Zug der Herstellung des Buches wurden die Pergamentlagen umgeordnet, z.T. auseinandergetrennt und neu zusammengefügt; etliche Doppelblätter wurden zerschnitten und in anderer Anordnung wieder zusammengenäht. Die Rekonstruktion dieser herstellungstechnischen Vorgänge macht einen Gestaltungswillen sichtbar, der inhaltlich bislang unerforscht ist. Im geplanten Projekt werden einzelne Handschriftensegmente herausgegriffen und es wird nach dem Zustandekommen der Gruppierungen gefragt. Hierfür werden verschiedene Deutungsperspektiven eingenommen, indem die Autoren und ihre Werke in Hinblick auf überlieferungsgeschichtliche, historische, poetologosiche und rezeptionsgeschichtliche Relationen untersucht werden. Diese Kontextualisierung wird grundlegende Erkenntnisse über den Sammlungsaufbau sowie das literaturgeschichtliche Wissen, das sich darin abbildet, hervorbringen. Des Weiteren sind Hinweise auf Vorlagen dieser Handschrift zu erwarten. Das Projekt wird damit einen maßgeblichen Beitrag zur Entstehungsgeschichte des Codex leisten. Die Ergebnisse werden im TEI-XML-Dateiformat angelegt, das den Grundstein für einen digitalen Gesamtkommentar des Codex Manesse legt. Sie werden zudem in einer von der Antragstellerin und dem Antragssteller gemeinsam mit den Projektmitarbeiter*innen verfassten Monografie veröffentlicht, die die textphilologische und literaturwissenschaftliche Untersuchung der ausgewählten Handschriftensegmente in Hinblick auf die Frage nach dem Sammlungsaufbau des Codex Manesse auswertet.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Augsburg - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Andreas Hammer, Universität Köln - Deutschland

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Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2
(Eingang Wiesingerstraße 4)
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+43 1 505 67 40

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