DACH: Österreich - Deutschland - Schweiz
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (30%); Informatik (40%); Kunstwissenschaften (30%)
Keywords
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Mobile Eye Tracking,
Museum Research,
Art Perception,
Painting,
Sculpture,
Exhibition Display
Raphael Rosenberg (PI), Luise Reitstätter (PI), Enkelejda Kasneci (PI) Im Kunstmuseum zentriert sich die Aufmerksamkeit über das Auge. Um den Museum Gaze zu verstehen, ist es entscheidend, die meist unbewussten Augenbewegungen der Besucher:innen in Relation zu ihren Selbstaussagen zu analysieren. Jüngste technische Entwicklungen haben die Aufzeichnung von Augenbewegungen in naturalistischen Umgebungen erleichtert. Bislang wurden jedoch die meisten Eye-Tracking-Studien zur Kunstwahrnehmung im Labor mit zweidimensionalen Reproduktionen durchgeführt. Mobile Eye-Tracking-Studien (MET) in Museen konnten ihr volles Potenzial auf Grund kleiner Stichprobengrößen, eingeschränkter Betrachtungsbedingungen und mühsamer Datenanalysen bislang nicht ausschöpfen. Das Projekt nutzt MET, um das Betrachten von Kunstwerken im Museum zu untersuchen. Die Ziele sind 1.) die Untersuchung des relationalen Blicks, d.h. wie Besucher:innen zwischen der Betrachtung einzelner Kunstwerke, textlicher Informationen und anderer Objekte im Aufmerksamkeitsfokus wechseln; 2.) die Untersuchung des medienspezifischen Blicks, d.h. wie sich Besucher:innen bei der Betrachtung von Skulpturen im Gegensatz zu Gemälden verhalten; und 3.) die Optimierung von MET für das Kunstmuseum, d.h. die Entwicklung neuer Open-Source- Lösungen für die automatische Datenannotation und 3D-Kartierung inklusive Standorterfassung. Das Projekt verknüpft technologische Entwicklungen und deren Anwendung in vier Studien in der Österreichischen Galerie Belvedere mit wachsenden technischen Herausforderungen. Die Kernmethode MET wird durch Subjektive Mappings, Fragebögen sowie Video- und Interaktionsanalysen ergänzt, um Reaktionen auf Kunstwerke und Ausstellungsdisplays in einem Methodenmix ganzheitlich zu erfassen. Durch die innovative Verbindung von Kunstgeschichte, Museumswissenschaft en und Informatik soll eine tiefergehende Analyse des tatsächlichen Sehverhaltens von Museumsbesucher:innen erreicht werden. Die Ergebnisse werden bedeutende Auswirkungen haben: a.) für die Kunstgeschichte, indem sie neues Wissen zur Kunstwahrnehmung, und zum ersten Mal systematische Daten zur Betrachtung von Skulpturen generieren;b.) für die Museumswissenschaften, indem sie eine fundierte empirische Basis, wie Besucher:innen Kunst in verschiedenen Ausstellungsdisplays verstehen sowie neue Werkzeuge zur Beantwortung kuratorischer Fragen bereitstellen; und c.) für die Informatik, indem sie MET und Computer-Vision- Methoden für ökologisch valide Untersuchungen des menschlichen Verhaltens weiterentwickeln. Das Projekt wird vom Kunsthistoriker Raphael Rosenberg, der Museumswissenschaftlerin Luise Reitstätter (beide Labor für empirische Bildwissenschaft, Universität Wien) und der Informatikerin Enkelejda Kasneci (Perception Engineering Group, Universität Tübingen) geleitet. Die einzelnen Studien werden in enger Zusammenarbeit mit den Kurator:innen der Österreichischen Galerie Belvedere realisiert.
- Universität Wien - 100%
- Stella Rollig, nationale:r Kooperationspartner:in
- Enkelejda Kasneci, Technische Universität München - Deutschland