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Indikatorenmatrix für landwirtschaftliche Nachhaltigkeit

Guiding sustainability by a Sustainable Agriculture Matrix

Christian Elmar Folberth (ORCID: 0000-0002-6738-5238)
  • Grant-DOI 10.55776/I5353
  • Förderprogramm International - Multilaterale Initiativen
  • Status beendet
  • Projektbeginn 15.06.2021
  • Projektende 14.08.2023
  • Bewilligungssumme 70.919 €
  • Projekt-Website

Belmont Forum

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Agrarwissenschaften (100%)

Keywords

    Agriculture, Sustainability, Transdisciplinary, Environment

Abstract Endbericht

Nachhaltig genügend Nahrung für eine wachsende Weltbevölkerung zu produzieren, ist ein Schlüsselelement für die Umsetzung diverser Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Dies schließt Sichere Ernährung (SDG2) und Sauberes Wasser für alle (SDG6) ein. Das Erreichen dieser ehrgeizigen Ziele und die verlässliche Messung der Fortschritte sind jedoch nicht einfach. Denn die Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlichen Praktiken und den Auswirkungen auf die natürliche Umwelt und die Lebensgrundlage der Landwirte sind noch zu wenig erforscht. Darüber hinaus existieren komplexe Zusammenhänge zwischen den SDGs, die sich zudem zwischen verschiedenen Regionen unterscheiden. Es gibt bislang jedoch nur wenige Studien oder Instrumente, die diese Zusammenhänge auf nationaler und globaler Ebene untersuchen. Dies ist notwendig, um Strategien zu entwickeln, die den landwirtschaftlichen Sektor in Zukunft nachhaltiger gestalten. Um diese Lücken zu schließen, wird das im Rahmen dieses Projekts gegründete Konsortium ein Indikatorsystem und andere Produkte entwickeln. Ziel ist es, die konsistente und transparente Messung landwirtschaftlicher Nachhaltigkeit zu ermöglichen und das Engagement von Ländern für eine nachhaltige Landwirtschaft besser quantifizierbar zu machen. Das Konsortium wird auch als Plattform dienen, um Austausch und Koordination zwischen Interessengruppen und Ländern zu fördern und Verbindungen zwischen SDGs im Zusammenhang mit der Landwirtschaft zu ermitteln. Des Weiteren hat das Projekt zum Ziel, Strategien zu identifizieren, die eine nachhaltige Landwirtschaft fördern und informierte politische Maßnahmen erlauben. Dem Konsortium gehören WissenschaftlerInnen verschiedener Disziplinen wie Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an sowie Einzelpersonen und Interessengruppen, die ein Interesse am Agrarsektor haben, wie Landwirte, NGOs und Agrarunternehmen. Dies vereint ein breites Spektrum von Kompetenzen und Erfahrung. Diese Stakeholder werden von Anfang an in den Prozess einbezogen, um die Entwicklung praxisrelevanter integrativer Forschungs- und Kommunikationsprodukte sicherzustellen. Die Teilnehmenden stammen aus sechs geografischen Regionen mit unterschiedlichen sozioökonomischen und ökologischen Profilen. Dies ermöglicht es, überregionale Partnerschaften zu entwickeln und historische Trends in der landwirtschaftlichen Entwicklung auf nationaler und globaler Ebene zu untersuchen. Das Konsortium wird von Xin Zhang und David Ericson von der University of Maryland geleitet und umfasst ForscherInnen und Interessengruppen aus Österreich, Brasilien, Marokko, Südafrika, der Türkei und den USA. Das österreichische Team besteht aus Christian Folberth (IIASA), Franz Sinabell (WIFO) und Thomas Schinko (IIASA). Eine Reihe von Networking- und Co-Learning-Aktivitäten wird ein Höchstmaß an Interaktionen und Kooperationen über die Grenzen von Disziplinen, Sektoren und Ländern hinweg ermöglichen.

Umwelt- und sozial-verträglich ausreichend Nahrungsmittel für die wachsende Weltbevölkerung zu produzieren, ist ein Schlüssel zum Erreichen diverser Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), darunter Kein Hunger (SDG2) und Sauberes Wasser (SDG6). Eine erste Herausforderung auf dem Weg zur Nachhaltigkeit besteht darin, diese zu messen. D.h. zu identifizieren, welche Aspekte wichtig sind und wie sie als gut oder verbesserungswürdig bewertet werden können. In diesem Projekt haben wir ein bestehendes Set von globalen landwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsindikatoren - die Sustainable Agriculture Matrix (SAM), die von einem wissenschaftlichen Team entwickelt wurde und sechs Indikatoren in jeder der drei Nachhaltigkeitsdimensionen Wirtschaft, Soziales und Umwelt umfasst - mit österreichischen Stakeholdern aus der landwirtschaftlichen Praxis über die öffentliche Verwaltung hin zu NGOs, Bildung und Forschung co-evaluiert. Der Co-Evaluierungsprozess hat gezeigt, dass vor allem soziale Themen an den spezifischen Landeskontext gebunden sind, gefolgt von wirtschaftlichen und zuletzt ökologischen. Während letztere - u.a. Treibhausgasemissionen, Nährstoffbelastung und Bodenerosion - global insgesamt gut anwendbar zu sein scheinen, ist die in-situ Biodiversität im österreichischen und europäischen Kontext von großer Bedeutung, wird aber derzeit nicht berücksichtigt. Im Gegenzug nahmen die Stakeholder die globalen sozialen Indikatoren als eher auf Länder mit mittlerem und niedrigem Einkommen zugeschnitten wahr. Diese umfassen Themen wie ländliche Armut, Unterernährung und Landrechte, während in Österreich beispielsweise Hofübergabe, Arbeitsbedingungen und Bildung eine wichtige Rolle spielen. Eingehende Analysen der Entwicklung ausgewählter Indikatoren im Stakeholder-Prozesses zeigten, dass die Treiber und Wechselwirkungen der Indikatoren sehr komplex sind und sich im Laufe der Zeit ändern. Dies unterstreicht die Bedeutung von Kontextinformationen für eine sinnvolle Interpretation und die Ableitung fundierter Handlungsempfehlungen. Der Strukturwandel beispielsweise, der sich unter anderem in einem Rückgang der Zahl landwirtschaftlicher Betriebe und der in der Landwirtschaft tätigen Menschen bei zunehmender Betriebs- und Feldgröße manifestiert, wird als wichtiger Treiber für Umweltwirkungen angesehen, kann aber zum Teil auch den Ausstieg aus landwirtschaftlichen Betrieben als einen sich selbst verstärkenden Prozess erklären. Die Agrarpolitik ist ein wichtiger Treiber in der EU, es wäre jedoch auch wichtig, sie global im Kontext der landwirtschaftlichen Nachhaltigkeit systematisch zu bewerten, insbesondere in ihren Wechselwirkungen mit Marktdynamiken und Umweltregulierung. Internationaler Handel kann zum Teil Verbesserungen der Umweltwirkungen erklären, wenn die Produktion in Länder mit niedrigeren Umweltstandards ausgelagert wird, umgekehrt kann er auf den virtuellen Import von negativen Folgen wie Entwaldung hinweisen. Basierend auf den Ergebnissen des Co-Evaluierungsprozesses identifizierten wir zwei Optionen zur Verbesserung der regionalen Relevanz des globalen Indikatorensystems, indem entweder (I) weniger relevante Indikatoren ersetzt werden oder (II) eine zweite Ebene regionaler Indikatoren neben dem globalen Satz von Indikatoren hinzugefügt wird. Insgesamt hat der transdisziplinäre Prozess gezeigt, wie wichtig es ist, regionale Stakeholder in die Gestaltung von Indikatoren für eine nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung einzubeziehen, um sicherzustellen, dass unterschiedliche Perspektiven reflektiert werden und die entwickelten Indikatoren ein gemeinsames Verständnis vermitteln.

Forschungsstätte(n)
  • International Institute for Applied System Analysis (IIASA) - 84%
  • Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung – WIFO - 16%
Nationale Projektbeteiligte
  • Franz Sinabell, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung – WIFO , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Xin Zhang, China University of Petroleum - China
  • Tafadzwa Mabhaudhi, London School of Hygiene & Tropical Medicine - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 4 Publikationen
  • 1 Policies
  • 1 Datasets & Models
Publikationen
  • 2025
    Titel Integrating Global Comparability and National Specificity in Agricultural Sustainability Indicators Through Stakeholder-Science Co-Evaluation in Austria
    DOI 10.1029/2024csj000092
    Typ Journal Article
    Autor Folberth C
    Journal Community Science
    Link Publikation
  • 2023
    Titel SAM Consortium Austria
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Folberth C
    Konferenz Sustainability Research and Innovation Congress 2023
  • 2022
    Titel Sustainable Agriculture Matrix (SAM) Consortium: a Transdisciplinary and Transnational Network to Guide the Pursuit of Sustainable Agriculture
    Typ Other
    Autor Ozturk Levent
  • 2022
    Titel Co-evaluating and -designing a Sustainable Agriculture Matrix for Austria in an international context
    DOI 10.5194/egusphere-egu22-9474
    Typ Journal Article
    Autor Folberth C
    Link Publikation
Policies
  • 2025
    Titel Wissenschaftsdialog zur Ist-Analyse des österreichischen Lebensmittel- und Ernährungssystems
    Typ Contribution to a national consultation/review
Datasets & Models
  • 2024 Link
    Titel Integrating global comparability and national specificity in agricultural sustainability indicators through stakeholder-science co-evaluation in Austria - Supplementary Materials
    DOI 10.5281/zenodo.14014894
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link

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