CEUS: Österreich - Polen - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Chemie (65%); Geowissenschaften (35%)
Keywords
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MUR river,
Isotopic Analysis,
Elemental Analysis,
In den letzten Jahrzehnten wurden eine Reihe von Studien zur Kontamination und Belastung von Gewässern und Flusssedimenten auf verschiedene anorganische Elementen und Verbindungen durchgeführt. Die Wasserphase bietet Transport und Senke für Schadstoffe in die Umwelt, während Flusssedimente historische Kontaminationen speichern und als Gedächtnis des Flusses gelten. Ziel des Projekts MURmap ist die Bewertung neuer und historischer anthropogener Einflüsse auf die Element- (insbesondere Schwermetalle,Seltenerdelemente und Technologie-kritische Elemente)und Isotopenzusammensetzung (insbesondere von Bor, Strontium und Blei) von Sedimenten und Wasser der oberen Mur/Mura in Österreich und Slowenien. Das Projekt beleuchtet die Prozesse zwischen Geosphären- und Anthroposphäreninteraktionen im fragilen System Mur/Mura, um das Potenzial von kombiniertem Element-Fingerprinting und Isotopen-Tracer-Ansätzen zur Aufklärung natürlicher und anthropogener Prozesse in einem komplexen Flusssystem aufzuzeigen. Es werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Umweltgeochemie konventioneller und moderner anorganischer Schadstoffe gewonnen. Die aus diesem Projekt gewonnenen Daten werden auch als Expertenwissensgrundlage für eine potenzielle Verbesserung des Regulierungsrahmens für Flusswasser und Sedimente dienen, wobei der Schwerpunkt auf neu auftretenden Schadstoffen und Technologie-kritischen Elementen liegt. Innerhalb des dreijährigen Projekts wird das Projektteam Wasser- und Sedimentproben sowie Schwebstoffe an ca. 40 Probenahmestellen entlang der Mur/Mura und in ausgewählten Nebenflüssen, untersuchen. Das Einzugsgebiet des Oberlaufs ist seit jeher für den Abbau insbesondere von Eisenerz, aber auch von Chrom, Kupfer und Quecksilber sowie der damit verbundenen mineralischen Aufbereitung und Herstellung bekannt. Im Steirischen Becken hat sich eine umfangreiche Industrie (z. B. Stahlwerke, Papierfabriken, Glashütten) und Landwirtschaft entwickelt. Die Urbanisierung führte trotz des Baus von Kläranlagen zu vermehrten Kanalüberläufen. Im Mittellauf wird der Fluss reguliert, eingedämmt und an mehreren Stellen zur Stromerzeugung aufgestaut. Auf dem Territorium Sloweniens wurden kleinere, aber regional bedeutende städtische Zentren entwickelt, und das Gebiet ist für jahrzehntelange extensive Landwirtschaft, Viehzucht, Produktion, Exploration und Gewinnung von Öl und Erdgas sowie für die Raffination von Kohlenwasserstoffen bekannt. Das transdisziplinäre Projekt kombiniert analytische Umweltchemie (Montanuniversität Leoben, Lehrstuhl für Allgemeine und Analytische Chemie und Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft), analytische Chemie und Elementanalytik (Nationales Institut für Chemie, Slowenien) und Geologie (Geological Survey of Slovenia, Slowenien).
- Montanuniversität Leoben - 100%
- Gorazd Zibret, Geological Survey of Slovenia - Slowenien