Tensor Netzwerke für die Simulation von Quantenmaterie
Tensor Networks in Simulation of Quantum matter
ERA-NET: QuantERA
Wissenschaftsdisziplinen
Mathematik (10%); Physik, Astronomie (90%)
Keywords
-
Quantum Simulation,
Tensor Networks,
Quantum Advantage,
Topological Phases,
Quantum Matter,
Trapped Ions
Quantensysteme stellen mit ihren ungewöhnlichen Eigenschaften regelmäßig unsere klassische physikalische Intuition auf die Probe. Aus dem gleichen Grund gelten diese Systeme aber auch als Schlüssel zur Entwicklung neuartiger Materialen und Technologien. Die große Herausforderung besteht allerdings darin, dass gerade jene Eigenschaften die technologisch so interessant sind, es auch extrem schwer machen Quantensysteme mit etablierten klassischen Methoden wie Supercomputersimulationen zu studieren. Glücklicherweise bietet die Quantenmechanik eine Lösung für dieses Problem: Quantensimulatoren. Ähnlich wie ein Windtunnel dafür verwendet werden kann Luftströmungen um ein Flugzeug zu studieren ohne dazu in einem fliegenden Flugzeug zu sitzen, nutzen Quantensimulatoren gut kontrollierbare Quantensysteme wie einzelne gespeicherte Atome, um Aufschlüsse über komplexer Quantenmaterie zu erlauben. Quantensimulatoren und -computer in kleinem Maßstab sind heutzutage etablierte Technologien mit mehreren Systems im Einsatz in Österreich, und erreichen mittlerweile eine Komplexität die klassische Computer an ihre Grenzen bringt. Ziel dieses Projekts ist es Methoden für die nächste Generation solcher Quantensimulatoren zu entwickeln. Eine zentrale Herausforderung ist hierbei sicherzustellen, dass die Geräte tatsächlich tun was sie versprechen, auch wenn die Ergebnisse nicht mehr nachgerechnet werden können. Weiters werden neue Algorithmen benötigt um Quantensimulatoren in ihrem vollen Potential zu nutzen. In diesem Zusammenhang kann Inspiration aus der Quantenwelt auch effizienteren klassische Algorithmen und damit eine bessere Nutzung der verfügbaren Ressourcen ermöglichen. Ein vielversprechender Weg Fortschritte bei all diesen Herausforderungen zu machen ist mittels so- genannter Tensor Netzwerke. Hierbei handelt es sich um mathematische Objekte deren Struktur sich an der zu studierenden Quantenmaterie orientiert, deren Komplexität aber für klassische Computer vertretbar gehalten werden kann. Diese Eigenschaften machen Tensor Netzwerke ideal um die Entwicklung der nächsten Generation von Quantensimulatoren zu unterstützen. Einerseits ermöglichen sie klassische Näherungen an das Verhalten von Quantensystemen und können daher dafür verwendet werden die Genauigkeit von großen Quantensimulatoren an einfachen Problemen zu überprüfen. Andererseits liefern Tensor Netzwerke auch neue Ansätze für die Verwendung von Quantensimulatoren und können damit zur Entdeckung neuer physikalischer Phänomene beitragen.
Quantensysteme stellen mit ihren ungewöhnlichen Eigenschaften regelmäßig unsere klassische physikalische Intuition auf die Probe. Aus dem gleichen Grund gelten diese Systeme aber auch als Schlüssel zur Entwicklung neuartiger Materialien und Technologien. Die große Herausforderung besteht allerdings darin, dass gerade jene Eigenschaften, die technologisch so interessant sind, es auch extrem schwer machen, Quantensysteme mit etablierten klassischen Methoden wie Supercomputersimulationen zu studieren. Glücklicherweise bietet die Quantenmechanik eine Lösung für dieses Problem: Quantensimulatoren. Ähnlich wie ein Windtunnel dafür verwendet werden kann, um Luftströmungen um ein Flugzeug zu studieren, ohne dazu in einem fliegenden Flugzeug zu sitzen, nutzen Quantensimulatoren gut kontrollierbare Quantensysteme wie einzelne gespeicherte Atome, um Aufschlüsse über komplexer Quantenmaterie zu erlauben. Quantensimulatoren und -computer in kleinem Maßstab sind heutzutage etablierte Technologien mit mehreren Systems im Einsatz in Österreich und erreichen mittlerweile eine Komplexität, die klassische Computer an ihre Grenzen bringt. Ziel dieses Projekts ist es, Methoden für die nächste Generation solcher Quantensimulatoren zu entwickeln. Eine zentrale Herausforderung ist hierbei sicherzustellen, dass die Geräte tatsächlich tun, was sie versprechen, auch wenn die Ergebnisse nicht mehr nachgerechnet werden können. Weiters werden neue Algorithmen benötigt, um Quantensimulatoren in ihrem vollen Potential zu nutzen. In diesem Zusammenhang kann Inspiration aus der Quantenwelt auch effizientere klassische Algorithmen und damit eine bessere Nutzung der verfügbaren Ressourcen ermöglichen. Ein zentrales Ergebnis dieses Projekts ist die experimentelle Untersuchung von nicht-klassischen Quantenzuständen der Materie in Ketten von Quantenmagneten. Der einfachste Fall, in dem jeder dieser Quantenmagnete, oder Spins, zwei unterschiedliche Zustände annehmen kann, wird als Qubit bezeichnet und bildet die Grundlage der meisten heutigen Quantencomputer. In der Natur besitzen Spins jedoch typischerweise mehr als zwei Zustände, was zu erstaunlich unterschiedlichem Verhalten führen kann. In seiner Nobelpreis-gekrönten Arbeit entdeckte D. Haldane, dass Spinketten mit einer ungeraden Anzahl von Zuständen sogenannte topologische Eigenschaften aufweisen, die in klassischen Systemen nicht beobachtet werden, während Spinketten mit einer geraden Anzahl von Zuständen diese Eigenschaften nicht zeigen. Mithilfe eines neuartigen Quantencomputers, der auf Mehrzustands-Spins basiert, konnten wir Haldane-Physik direkt beobachten und die Eigenschaften aus materialwissenschaftlicher sowie quanteninformationswissenschaftlicher Perspektive untersuchen. Diese Ergebnisse ebnen den Weg für die Quantensimulation von Materie, wie sie in der Natur vorkommt.
- Universität Innsbruck - 100%
- Hannes Pichler, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
Research Output
- 6 Publikationen
- 5 Datasets & Models
- 5 Disseminationen
-
2025
Titel Simulating two-dimensional lattice gauge theories on a qudit quantum computer. DOI 10.1038/s41567-025-02797-w Typ Journal Article Autor Meth M Journal Nature physics Seiten 570-576 -
2025
Titel Symmetry-Protected Topological Haldane Phase on a Qudit Quantum Processor DOI 10.1103/prxquantum.6.020349 Typ Journal Article Autor Edmunds C Journal PRX Quantum -
2024
Titel Variational quantum simulation of U(1) lattice gauge theories with qudit systems DOI 10.1103/physrevresearch.6.013202 Typ Journal Article Autor Meth M Journal Physical Review Research -
2024
Titel Digital Quantum Simulation of a (1+1)D SU(2) Lattice Gauge Theory with Ion Qudits DOI 10.1103/prxquantum.5.040309 Typ Journal Article Autor Calajó G Journal PRX Quantum -
2025
Titel Verifiable measurement-based quantum random sampling with trapped ions. DOI 10.1038/s41467-024-55342-3 Typ Journal Article Autor Hinsche M Journal Nature communications Seiten 106 -
2024
Titel Towards Scalability of Quantum Processors Typ PhD Thesis Autor Lukas Gerster
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2026
Link
Titel Data for Digital quantum simulation of a (1+1)D SU(2) lattice gauge theory with ion qudits DOI 10.5281/zenodo.18805401 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2025
Link
Titel Datasets for plots in Symmetry-Protected Topological Haldane Phase on a Qudit Quantum Processor DOI 10.5281/zenodo.15228891 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2025
Link
Titel Simulating 2D lattice gauge theories on a qudit quantum computer DOI 10.5281/zenodo.14652433 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2024
Link
Titel Verifiable measurement-based quantum random sampling with trapped ions DOI 10.5281/zenodo.13983054 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2024
Link
Titel Variational quantum simulation of U(1) lattice gauge theories with qudit systems DOI 10.5281/zenodo.10598648 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link
-
2024
Titel Pint of Science Typ Participation in an activity, workshop or similar -
2023
Titel OeAD Wissenschaftsbotschafter Typ A talk or presentation -
2023
Titel World Quantum Day Typ A talk or presentation -
2024
Titel Long Night of Science Typ Participation in an activity, workshop or similar -
2022
Titel Tag der MIP Typ Participation in an open day or visit at my research institution