Biomarker und antifungale Resistenz in Aspergillus
Biomarker and antifungal resistance in Aspergillus
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (30%); Gesundheitswissenschaften (70%)
Keywords
-
Invasive aspergilloisis,
Prevention of aspergillosis,
Biomarkers,
Treatment of aspergillosis,
Diagnosis of aspergillosis
Die invasive Aspergillose (IA) ist eine Infektionskrankheit, welche mit einer hohen Sterblichkeit verbunden ist. Betroffen sind vorwiegend Patienten mit hämatologischen Grundkrankheiten und/oder Organtransplantationen, Chemotherapie und Immunschwäche. Die jährlichen Kosten, Pilzinfektionen in Europa zu behandeln, belaufen sich auf etwa 200 Millionen Euro. Zurzeit gibt es keine sensitiven und spezifischen Tests, die es ermöglichen, invasive Pilzinfektionen frühzeitig zu diagnostizieren. Resistenzen gegenüber den herkömmlichen Pilzmedikamenten nehmen stetig zu und sind auch verantwortlich für ein Therapieversagen. Dieses Konsortium wird in einem multifaktoriellen Ansatz verschiedene in vitro Test-assays etablieren und evaluieren; der Einsatz von Biomarkern zur Prävention, Diagnostik und Therapie der invasiven Aspergillose steht im Mittelpunkt. Dazu bedarf es der multimodalen Analysen fungaler Marker (RNA, Polysaccharide, Proteine), Host-Faktoren einschließlich Zytokin- Profile und genetischer Prädisposition. Vorhandene diagnostische Parameter werden in die Analyse, eingeschlossen um die Beurteilung neuer Entwicklungen gewährleisten zu können. 1. Definition von A. fumigatus Biomarker. Dieses WP konzentriert sich auf die Detektion von Aspergillus- Biomarkern während der Frühphase einer Infektion. Während des Wachstums sondern Pilze eine Vielzahl von Substanzen ab, welche auch im infizierten Organ bzw. im Serum/Blut zu detektieren sind. Es soll die Kinetik von fungaler DNA, mRNA, Proteinen und Polysacchariden untersucht werden. Ein Hauptziel ist die Entwicklung eines sensitiven und gewerblich verfügbaren, standardisierten Tests, welcher auf der Nukleinsäure-Quantifizierung (bMx in der Kollaboration mit MUI und anderen) beruht. Dazu müssen entsprechende Protokolle entwickelt werden, die die optimale Extraktion, Reinigung, Amplifikation und Detektion der Nukleinsäuren von A. fumigatus erlauben (mRNA und DNA-Targets werden untersucht). Diverse Prototypen werden anhand von biologischen Proben (Vollblut, Seren, BAL) evaluiert. 2. Detektion und Identifizierung von Antimykotika-resistenten Aspergillen. Es werden neue Antimykotika gebraucht, da die Zahl von Patienten, welche mit Antimykotika-resistenten Pilzen infiziert sind, stetig steigt. Vorhandene Medikamente sind nur begrenzt gegen die Vielzahl der pilzlichen Erreger wirksam. Die molekulare Ursache der Resistenz ist nur teilweise bekannt, die Kenntnis der Resistenzmechanismen hilft aber in der Entwicklung neuer Substanzen. Weiters müssen Tests die rasche Identifikation von Resistenzen ermöglichen, um eine frühzeitige optimale Therapie zu gewährleisten. Wir werden Labormutanten in Aspergillus spezies (Resistenz gegenüber Polyene, Candine und Azole) induzieren und charakterisieren; genetische und biochemische Studien, Resistenztestungen, und Untersuchungen zur in vivo und in vitro Korrelation werden im Maus-Modell durchgeführt. Auch klinische Azol- und Candinresistente Aspergillen werden charakterisiert. Die Sequenzierung der CYP51 und FKS1 Gene identifiziert Mutationen gegenüber Azole bzw. Candine; diese Ergebnisse sind für Partner IP wichtig, der für den raschen Nachweis entsprechende Microarrays designen wird. Genexpressionsanalysen von Mutanten und Wildtypen unter Anwesenheit der spezifischen Antimykotika erlauben weiteren Detailaussagen zum Resistenzmechanismus. 3. Klinische und angewandte Aspekte: Biobank. Für die prospektive Evaluierung neuer Tests (generiert innerhalb der WP 1-3) muss das entsprechende klinische Material (Vollblut, Seren, BAL und PBMC) vorhanden sein; wir werden eine entsprechende Biobank etablieren, Proben archivieren und Tests für die klinische Anwendung evaluieren. Patienten mit nachgewiesener invasiver Aspergillose (entsprechend EORTC-Kriterien) und hämatologischen Grundkrankheiten stehen im Vordergrund. a) Analyse humaner Biomarker: Eine Quantifizierung von Zytokinen und Chemokinen aus Serum soll mittels TruCultureTM System bewertet werden; die Analyse vom Immunstatus bei invasiver Aspergillose steht im Vordergrund. b) Risikopatienten und genetische Prädisposition. Dieser Projektteil umfasst eine Multicenter-Studie mit dem Fokus von genetischen â epidemiologischen Untersuchungen. Neue molekular-genetische Analysen sollen Risikofaktoren für eine invasive Aspergillose identifizieren; wir werden humanes Probenmaterial zur exakten Analyse zur Verfügung stellen. Die Proben rekrutieren sich aus retrospektiven Studien und aus der geplanten prospektiven Studien innerhalb dieses Konsortiums.
Die WissenschaftlerInnen des Projektes AspBIOmics haben es sich zum Ziel gesetzt, die Diagnose der invasiven Aspergillose zu verbessern. Eine schnellere und zuverlässigere Diagnose soll erreicht werden durch den Nachweis des Erregers bzw. charakteristische Bestandteile des Erregers im Serum der PatientInnen und durch die Identifikation neuer freigesetzter Moleküle (z.B. Oberflächenbestandteile des Pilzes, Erbgut des Pilzes). Bei der invasiven Aspergillose handelt es sich um eine Pilzinfektion der Lunge, vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem werden von dem Schimmelpilz Aspergillus infiziert. Nicht nur die Erkennung der Aspergillose stellt den behandelten Arzt vor Schwierigkeiten sondern auch die Therapie. Im Speziellen, können sich hier Probleme durch Azol-resistente Erreger ergeben. Daher haben wir unter anderem das Vorkommen und die Häufigkeit Azol-resistenter Aspergillen und deren klinische Relevanz im Mausmodell untersucht. Dieses Projekt hat uns ermöglicht, folgende wichtige Beiträge für das Verständnis von Pilzinfektionen zu generieren. Die präventiv eingesetzten Antimykotika haben zur Folge, dass invasive Aspergillosen abnehmen, jedoch andere Pilze an deren Stelle treten. Des Weiteren konnten wir feststellen, dass wenn PatientInnen eine entsprechende präventive Therapie erhalten, die Serumtestverfahren für den Erregernachweis nicht geeignet sind, da es zu falsch positiven Befunden kommen kann. Das Wissen darüber stellt eine neue Information dar. Das Vorkommen von Therapie-resistenten Aspergillen ist derzeit am Medizinischen Universitätsklinikum Innsbruck gering. Anhand der Zytokinmessungen konnten diverse charakteristische Blutwerte festgestellt werden, welche zukünftig die Früherkennung der Aspergillose bedeutend verbessern könnten. Azol-resistente Aspergillen zeigen im immunkompetenten Mausmodell keine erhöhte Virulenz.Die von uns gesammelten Daten und Ergebnisse stellen wichtige Erkenntnisse dar, welche auch Auswirkungen auf die Präventionsstrategien und die Patientenbehandlung haben werden.
- Axel A. Brakhage, Leibniz Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V. - Deutschland
- Hermann Einsele, Universitätsklinik Würzburg - Deutschland
- Alain Troesch, Centre Christophe Mérieux - Frankreich
- Jean Paul Latge, Institut Pasteur - Frankreich
- Manuel Jurado Chacon, Andalusia Health Public System - Spanien
Research Output
- 378 Zitationen
- 10 Publikationen
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2014
Titel Primary antifungal prophylaxis with micafungin in patients with haematological malignancies: real-life data from a retrospective single-centre observational study DOI 10.1111/ejh.12426 Typ Journal Article Autor Nachbaur D Journal European Journal of Haematology Seiten 258-264 -
2013
Titel Up-date on diagnostic strategies of invasive aspergillosis. DOI 10.2174/13816128113199990323 Typ Journal Article Autor Lackner M Journal Current pharmaceutical design Seiten 3595-614 -
2014
Titel Bronchoalveolar Lavage Lateral-Flow Device Test for Invasive Pulmonary Aspergillosis in Solid Organ Transplant Patients DOI 10.1097/tp.0000000000000153 Typ Journal Article Autor Willinger B Journal Transplantation Seiten 898-902 Link Publikation -
2014
Titel Feasibility of mitochondrial single nucleotide polymorphisms to detect and identify Aspergillus fumigatus in clinical samples DOI 10.1016/j.diagmicrobio.2014.05.007 Typ Journal Article Autor Oliveira M Journal Diagnostic Microbiology and Infectious Disease Seiten 53-58 -
2014
Titel Incidence of Cyp51 A Key Mutations in Aspergillus fumigatus—A Study on Primary Clinical Samples of Immunocompromised Patients in the Period of 1995–2013 DOI 10.1371/journal.pone.0103113 Typ Journal Article Autor Spiess B Journal PLoS ONE Link Publikation -
2014
Titel Susceptibility testing in Aspergillus species complex DOI 10.1111/1469-0691.12514 Typ Journal Article Autor Lass-Flörl C Journal Clinical Microbiology and Infection Seiten 49-53 Link Publikation -
2014
Titel Computed tomography guided percutaneous lung biopsies and suspected fungal infections in pediatric cancer patients DOI 10.1002/pbc.25091 Typ Journal Article Autor Kropshofer G Journal Pediatric Blood & Cancer Seiten 1620-1624 -
2013
Titel SNaPAfu: A Novel Single Nucleotide Polymorphism Multiplex Assay for Aspergillus fumigatus Direct Detection, Identification and Genotyping in Clinical Specimens DOI 10.1371/journal.pone.0075968 Typ Journal Article Autor Caramalho R Journal PLoS ONE Link Publikation -
2014
Titel Positions and Numbers of FKS Mutations in Candida albicans Selectively Influence In Vitro and In Vivo Susceptibilities to Echinocandin Treatment DOI 10.1128/aac.00123-14 Typ Journal Article Autor Lackner M Journal Antimicrobial Agents and Chemotherapy Seiten 3626-3635 Link Publikation -
2013
Titel Minireview: host defence in invasive aspergillosis DOI 10.1111/myc.12052 Typ Journal Article Autor Lass-Flörl C Journal Mycoses Seiten 403-413