Die Produktion populärer Musik in Deutschland und Österreich
The Production of Popular Music in Austria and Germany
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (100%)
Keywords
-
Popular music,
Culture production,
National Socialism,
Austro Fascism,
Agency,
Music Publishers
Das Projekt untersucht die Produktion populärer Musik während des NS-Regimes und des Austrofaschismus im Zeitraum 1930-1950. Der Fokus liegt dabei auf allen am Produktionsprozess beteiligten AkteurInnen, d.h. nicht nur auf KomponistInnen und TexterInnen, sondern auch auf ArrangeurInnen, InterpretInnen, VerlegerInnen, etc. Es ist das erste Projekt, das die populäre Musik- und Musiktheaterszene in diesem Zeitraum umfassend analysiert, indem es sich auf ein breites Spektrum von Quellen stützt und sich zudem auf die Produktion von Druckerzeugnissen konzentriert. Da auch Rückschlüsse auf kulturgeschichtliche Kontinuitäten und Diskontinuitäten gezogen werden sollen, beziehen wir die Jahre vor 1933 und nach 1945 in unsere Untersuchung ein und vermeiden so den Eindruck einer historisch geschlossenen Periode. Im Gegensatz zu früheren Forschungen zu diesem Zeitraum der Musikgeschichte werfen wir auch einen vergleichenden Blick auf die Entwicklungen im Bereich der populären Musik im Ausland. Dabei interessiert uns insbesondere, wie sich Theater-, Tanz- und Jazzsongs und andere Formen populärer Musik im Rahmen diktatorischer Kulturpolitik entwickelten und veränderten und inwiefern sie sich in sozialen (rassischen, sexuellen oder geschlechtlichen) oder stilistischen Fragen positionieren und diese verhandeln konnten etwa im Hinblick auf die Orientierung am nordamerikanischen Swing, an südamerikanischen Tanzstilen oder an afro-karibischer populärer Musik. Einen zentralen Ausgangspunkt für die musikwissenschaftliche Quellenrecherche und -analyse bilden gedruckte und veröffentlichte Quellen, die heute in Verlags- oder Staatsarchiven sowie in Komponistennachlässen eingesehen werden können, aber lange Zeit unzugänglich waren. Reichhaltige Notensammlungen und angrenzende Archive geben Einblicke in Repertoire, Marketing- und Zielgruppenstrategien sowie in die medialen Netzwerke, in denen populäre Musik produziert, rezipiert, konsumiert und verbreitet wurde zwischen Aufführung auf der Musiktheater- und Konzertbühne, in gedruckten Noten, im Musikfilm sowie auf Tonträgern. Das Projekt besteht aus fünf Teilprojekten, die sich mit der Musikverlagsindustrie, der Musikfilmproduktion, der Songproduktion, dem Musiktheater und den Inszenierungen des Körpers beschäftigen. In regelmäßigen (digitalen) Projekttreffen wird ein ständiger Austausch über zumeist nicht dokumentierte Quellen stattfinden, um so Synergien in der Forschung zu ermöglichen und zu nutzen. Eine internationale Konferenz und zwei Workshops erweitern den internen Forschungsdiskurs durch die Perspektiven international renommierter SpezialistInnen.
- Universität Salzburg - 67%
- Anton Bruckner Privatuniversität - 33%
- Carolin Stahrenberg, Anton Bruckner Privatuniversität , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Nieden Gesa Zur - Deutschland
- Verena Liu, Universität Greifswald - Deutschland