Translokale Ernährungskoalitionen
Trans-local food coalitions
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Agrarwissenschaften (100%)
Keywords
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Sustainable Food,
Food Governance,
Trans-Local Comodity Chains,
Relational Proximity,
Food Democracy,
Food System
In der heutigen globalisierten Welt stehen die komplexen Systeme des globalen Handels, die Produzenten und Verbraucher über Grenzen hinweg verbinden, vor bedeutenden Herausforderungen. Diese Herausforderungen umfassen die ungleiche Verteilung der Vorteile der Globalisierung, die Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht sowie die Anfälligkeit für externe Schocks wie Wirtschaftseinbrüche. Diese Herausforderungen haben Schwächen in den aktuellen globalen Handelssystemen aufgedeckt und eine Neubewertung ihrer Funktionsweise angeregt. Trotz dieser Herausforderungen gibt es eine zunehmende Anerkennung der Bedeutung des internationalen Handels und neuer Technologien, die Menschen weltweit verbinden. Einige Akteure (Gemeinschaften, Organisationen oder Unternehmen) erproben neue Wege, um internationalen Handel zu betreiben. Diese neuen Ansätze konzentrieren sich auf Umweltschutz, soziale Wohlfahrt, Transparenz und demokratische Entscheidungsfindung in wirtschaftlichen Aktivitäten. Es ist jedoch noch unklar, ob diese alternativen Modelle tatsächlich zu einer demokratischeren und nachhaltigeren globalen Wirtschaft beitragen oder einfach neue Formen des "grünen Wachstums" fördern. Diese Wissenslücke bildet die Grundlage dieses Forschungsprojekts, das theoretische Erkenntnisse und praktische Leitlinien zur transformatorischen Governance im Kontext des globalen Handels bieten möchte. Die Forschung untersucht speziell alternative globale Ernährungs-Wertschöpfungsketten, die wir Trans-lokale Ernährungsnetzwerke (auf Englisch: Trans-Local Food Coalitions, TLFCs) nennen. TLFCs repräsentieren innovative Ansätze zur Globalisierung, die demokratische und Nachhaltigkeitsprinzipien in ihre Aktivitäten und Interaktionen integrieren. Durch die Untersuchung von TLFCs möchte das Projekt Chancen und Grenzen identifizieren, demokratische Prozesse zu fördern und Nachhaltigkeit im globalen Handel voranzutreiben. Zu diesem Zweck verwendet das Forschungsprojekt verschiedene empirische Methoden der Sozialwissenschaften wie Mapping, Umfragen und Fallstudien. Diese Methoden werden vergleichend angewendet und konzentrieren sich auf TLFCs, die entweder in der deutsch-schweizerisch-österreichischen Region ihren Ausgang nehmen oder dorthin führen. Durch die Konzentration auf TLFCs zielt diese Forschung darauf ab, das Wissen über Nachhaltigkeitstransformation voranzutreiben, indem untersucht wird, wie translokale Handelsnetzwerke trotz geografischer Entfernungen und unterschiedlicher lokaler Kontexte eine demokratische Vision langfristiger Nachhaltigkeit fördern können. Zusammengefasst beabsichtigt dieses Forschungsprojekt theoretische Verständnisse der transformatorischen Governance zu vertiefen, als auch praktische Einblicke zu bieten, die die Politik und Praxis in globalen Handelsnetzwerken informieren können. Der österreichische Teil der Kooperation zwischen der Universität Basel, der TU Berlin und BOKU University wird vom FWF (10.55776/I6865) finanziert.
- Marianne Penker, Universität für Bodenkultur Wien , ehemalige:r Projektleiter:in
- Martina Schäfer, Technische Universität Berlin - Deutschland
- Manfred Max Bergman, Universität Basel - Schweiz