Geoarchäologische Studie:Versunkene Dörfer an der Schelde
Drowned villages of the Scheldt. A geoarchaeological study
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (90%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (10%)
Keywords
-
Archaeological Prospection,
Intertidal Archaeology,
Settlement Landscapes,
Underwater Survey,
Drowned Medieval Villages,
Geophysical Prospection
Dieses Projekt in Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Gent, Kiel und Wien konzentriert sich auf die archäologische Erforschung versunkener mittelalterlicher Dörfer, welche zunehmend vom Klimawandel bedroht sind, in der belgischen Mündungsregion der Oosterschelde. Die Hauptziele des Projekts sind die Rekonstruktion der physischen und sozialen Landschaften dieser Siedlungen vom späten Mittelalter bis zur frühen Neuzeit, die Identifizierung der Faktoren, die zu ihrer Überflutung führten, und die Entwicklung nachhaltiger Strategien zur Verwaltung des kulturellen Erbes im Rahmen der UNESCO-Richtlinien zum Schutz des Unterwasser-Kulturerbes. Ziel ist es, diese Siedlungsstrukturen besser zu verstehen, wie auch die Identifizierung von Auslösern für die Überflutung, wie z.B. der Torfabbau, sowie die Entwicklung von Überwachungsmethoden und - protokollen, die für überflutete Siedlungslandschaften im Gezeitenbereich geeignet sind. Im Rahmen des Projekts wird eine integrierte Methodik angewandt, die landschaftsarchäologische und geoarchäologische Ansätze kombiniert und nautische, terrestrische, und Vermessungsmethoden aus der Luft verwendet, um detaillierte 3D-Modelle des Gebiets zu erstellen. Der interdisziplinäre Ansatz bietet eine hohe Zuverlässigkeit der Daten durch gegenseitige Kalibrierung der Methoden. Innovative ist die Integration moderner archäologischer, umweltbezogener und geologischer Wissenschaften zur Erforschung der versunkenen Siedlungen. Die Entwicklung neuer Überwachungsinstrumente, die sich an die Auswirkungen des Klimawandels auf das kulturelle Erbe unter Wasser anpassen, ist ein Hauptmerkmal dieses Ansatzes. Das Projekt wird von einem internationalen Team von Experten für historische Archäologie und oberflächennahe Geophysik geleitet, das eng mit den lokalen Akteuren der Denkmalpflege zusammenarbeitet. Diese Partnerschaft ist von entscheidender Bedeutung für die praktische Anwendung der Forschungsergebnisse auf die Erhaltungspraxis und die Stärkung der Schutzmaßnahmen für versunkene Kulturlandschaften. Das Vienna Institute for Archaeological Science (VIAS) der Universität Wien spielt eine wichtige Rolle im Projekt. Es setzt modernste Prospektionstechnik ein um versunkene Kulturgüter und -schichten aufzuspüren und zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf hochauflösenden seismischen 3D- Daten liegt. VIAS wird fortschrittliche Sonarsysteme für die Unterwasserprospektion in den Untersuchungsgebieten integrieren, testen, und zum Einsatz bringen. VIAS wird zur Datenintegration und Datenvisualisierung beitragen und 3D-Modelle entwickeln, die alle gesammelten Daten zusammenführen, um ein detailliertes Verständnis für die unter Wasser liegenden Siedlungsreste und die Umweltfaktoren, die ihre Erhaltung beeinflussen, zu ermöglichen. Dieses Projekt wird nicht nur unser Verständnis von versunkenen Kulturlandschaften verbessern, sondern auch neue Maßstäbe für die archäologische Untersuchung von Gezeiten- und Unterwasserumgebungen setzen.
- Universität Wien - 100%
- Clercq Wim De, Ghent University - Belgien
- Dennis Wilken, Christian Albrechts Universität Kiel - Deutschland