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Bedeutender Struktureller Wandel

Big Structural Change

Rupert Sausgruber (ORCID: 0000-0002-0769-862X)
  • Grant-DOI 10.55776/I6945
  • Förderprogramm International - Multilaterale Initiativen
  • Status laufend
  • Projektbeginn 01.01.2025
  • Projektende 31.12.2028
  • Bewilligungssumme 293.320 €
  • Projekt-Website

DFG-Forschungsgruppen

Wissenschaftsdisziplinen

Wirtschaftswissenschaften (100%)

Keywords

    Structural Change, Externalities, Legitimacy, Theory-based Expertiments, Beliefs

Abstract

Globalisierung und technologischer Wandel haben dazu beigetragen, dass der wirtschaftliche Wettbewerb um privilegierte Stellungen (in Bildung, Arbeit und Gesellschaft) und damit die Chancenungleichheit(d.h.Einkommensungleichheitaufgrundvon unausweichlichen Lebensumständen) zugenommen haben. Zur Veranschaulichung: Die Globalisierung und der technologische Wandel haben sich insofern auf die Qualifikation ausgewirkt, als sie die Einkommen für hochqualifizierte Arbeit erhöht haben. Im Gegenzug sind die Einkommen von gering qualifizierten Arbeitskräften in den westlichen Industrieländern gefallen (siehe z. B. Milanovic 2016). Im Wettbewerb um prestigeträchtige Ausbildung, Arbeitsplätze und Stellungen sind Menschen aus einem Familienhintergrund mit höheren Einkommen begünstigt. Als Reaktion darauf kann sich die Meinung der Bevölkerung über die Ursachen von Ungleichheit und mangelnder sozialer Mobilität und insbesondere über die Gründe für ihre eigene Position innerhalb einer Gesellschaft ändern. Diese Kräfte können dann zu großer Unzufriedenheit führen und die Legitimität von Institutionen in einer liberalen Demokratie untergraben, zum Beispiel durch Massenproteste und soziale Unruhen sowie den Aufstieg von Parteien und Bewegungen, die sich gegen das Establishment wenden. Wir untersuchen theoretisch und experimentell, inwieweit die Menschen ihre Haltung gegenüber Institutionen ändern, wenn die Privilegierten über ein unverhältnismäßig großes Maß an politischer Macht verfügen und ungleiche Wettbewerbsbedingungen zu ihren Gunsten erhalten können. Wir stellen die Hypothese auf, dass dieser Widerstand zu Konflikten zwischen den Gewinnern und Verlierern des herrschenden Regimes führt. Der Widerstand gegen eine Angleichung der Wettbewerbsbedingungen und die Konflikte können je nach der Gesellschaftsstruktur, insbesondere der Steilheit der sozialen Hierarchie, abgeschwächt oder verschärft werden. Die Steilheit der sozialen Hierarchie hängt zum Beispiel davon ab, ob Schulen und Arbeitsplätze in einer Gesellschaft stark in Elite und Nicht-Elite unterteilt sind. In den meisten europäischen Gesellschaften sind die Prestigehierarchien im Bildungs- und Berufsbereich weniger steil als in den Vereinigten Staaten. Eine Verschärfung der Segregation von Elite und Nicht-Elite auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt kann erhebliche wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen (z. B. im globalen Wettbewerb um Spitzentalente), sie kann aber auch äußerst destabilisierende Folgen für die Gesellschaft haben, wenn sie die Bereitschaft der privilegierten Einkommensstarken zur Angleichung der Wettbewerbsbedingungen weiter verringert. Zusammenfassend untersucht das Projekt wie der wirtschaftliche Wettbewerb bestehende Ungleichheiten verschärfen kann, weil die höheren Einkommensgruppen möglicherweise nicht bereit sind, ihre privilegierten Stellungen aufzugeben und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Wir wollen auch verstehen, wie die Form des Wettbewerbs um privilegierte Stellungen (insbesondere, ob die Anreize für das Erreichen höherer Ränge flach oder steil sind) die gesellschaftliche Unzufriedenheit mildern oder verschärfen kann.

Forschungsstätte(n)
  • Wirtschaftsuniversität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Simone Haeckl - Norwegen

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