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Lebensstrategien von Migrationsfamilien in marginalisierten Stadtteilen

Life Strategies of Migrant Families in Marginalised Urban Areas

Erol Yildiz (ORCID: 0000-0003-2338-4513)
  • Grant-DOI 10.55776/I825
  • Förderprogramm Einzelprojekte International
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2012
  • Projektende 30.09.2017
  • Bewilligungssumme 239.945 €
  • Projekt-Website

DACH: Österreich - Deutschland - Schweiz

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Sozialwissenschaften (10%); Erziehungswissenschaften (60%); Soziologie (30%)

Keywords

    Migrant families, Education, Marginalization, Gainful employment, Urban neighborhoods, Life strategies

Abstract Endbericht

Das Leben von Migrationsfamilien in marginalisierten Stadtteilen erfolgt vielfach unter erschwerten ökonomischen und sozialen Bedingungen. Die Familien entwickeln spezifische Lebensstrategien um ihr Leben zu bewältigen. Die Forschung über Lebensstrategien von Migrationsfamilien in marginalisierten Stadtteilen ist sowohl in der Migrations- als auch in der Stadtforschung bislang weitgehend ein Forschungsdesiderat geblieben. Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, die Lebensstrategien von Migrationsfamilien in marginalisierten Stadtteilen qualitativ und komplementär im internationalen Kontext (D-A-CH) zu untersuchen. Fokussiert werden Bildungs- und Erwerbsstrategien. Es wird gefragt, über welche Ressourcen Migrationsfamilien in marginalisierten Stadtteilen verfügen; welche Strategien sie vor dem Hintergrund unterschiedlicher lokaler, gesellschaftlicher und politischer Kontexte entwickeln und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede im internationalen Kontext festzustellen sind. Dabei werden sowohl kollektive familiäre Strategien als auch Perspektiven einzelner Familienmitglieder in ihrer intergenerationalen und geschlechterbezogenen Dynamik analysiert. Die Studie wird in marginalisierten Stadtteilen in Stuttgart (D), Klagenfurt (A) und Basel (CH) durchgeführt. Es handelt sich um eine komplementär angelegte Studie im internationalen Kontext.

In der vorliegenden Studie wurden Lebensstrategien von Migrationsfamilien in benachteiligten Stadtteilen mittlerer Grossstädte in Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht. Dabei wurde insbesondere auf Fragen von Bildung und Arbeit fokussiert. Insgesamt hat sich gezeigt, dass der Migrationskontext sowohl für die Einzelnen als auch für die Familien von unterschiedlicher Bedeutung war. Zum einen wirkt er sich auf ihre soziale Positionierung in der Gesellschaft und die damit verbundenen Möglichkeiten aus, zum anderen spielt Migration als Familienerfahrung auch in den aktuellen Perspektiven und Alltagspraktiken als Handlungsoption eine wesentliche Rolle. So sind Migrationserfahrungen in vielfältiger Weise mit den Lebensstrategien in Migrationsfamilien verknüpft. Die Ergebnisse belegen, dass Migrationsfamilien unter erschwerten Lebensbedingungen Erfindungsgeist und Kreativität im Umgang mit den prekären Lebensbedingungen entfalten, (neue) Kompetenzen entwickeln und auf diese Weise auch für die kommende Generation Perspektiven schaffen. Es konnte dabei auch rekonstruiert werden, dass die betreffenden Familien unter restriktiven Lebensbedingungen dazu gezwungen werden, auf eigene Rechnung bestimmte Wege, Umwege bzw. Sonderwege zu gehen, die mit enormen Anstrengungen, teils mit Risiken verbunden sind.Bezogen auf die unterschiedlichen nationalen Kontexte, die der Untersuchung zu Grunde gelegt wurden, hat sich herausgestellt, dass sich die Lebensstrategien selbst kaum unterscheiden. Die Gestaltungsmöglichkeiten von Migrationsfamilien hängen jedoch entscheidend von ihrem rechtlichen Status und von der Verfügbarkeit über Ressourcen ab, auch davon, inwieweit sie von alltäglichen oder strukturellen Diskriminierungen betroffen sind. Strukturelle Hürden in den verschiedenen nationalen Kontexten ähneln sich, teilweise variieren jedoch die Erfahrungen der betreffenden Familien, abhängig davon, inwieweit Migration offiziell als Normalität oder Abweichung wahrgenommen wird. In allen von uns untersuchten Fällen werden verfügbare Ressourcen der Familien aktiv eingesetzt, um bestimmte Ziele zu erreichen. Eines der Hauptmotive besteht darin, den eigenen Nachkommen ein besseres Leben zu ermöglichen und Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Die Erkenntnisse dieser Studie ermöglichen einen anderen Blick auf migrationsgesellschaftliche Verhältnisse, und ihre Widersprüche und Zumutungen. Daraus können theoretische, methodische, politische und praktische Konsequenzen gezogen werden, die eine reflexive und kritische Migrationsforschung begründen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Barbara Stauber, Eberhard-Karls-Universität Tübingen - Deutschland
  • Christine Riegel, Eberhard-Karls-Universität Tübingen - Deutschland
  • Thomas Geisen, Fachhochschule Nordwestschweiz - Schweiz

Research Output

  • 2 Zitationen
  • 13 Publikationen
Publikationen
  • 2017
    Titel Lebensstrategien von Migrationsfamilien.
    Typ Journal Article
    Autor Hill M
    Journal KiTa aktuell Österreich. Fachzeitschrift für Leitungen, Fachkräfte und Träger der Kindertagesbetreuung
  • 2017
    Titel Transnationales Leben - von familialen Praktiken im Kontext von Migration.
    Typ Book Chapter
    Autor Christine Riegel/Barbara Stauber/Erol Yildiz (Hrsg.): Lebenswegestrategien. Familiale Aushandlungsprozesse In Der Migrationsgesellschaft
  • 2017
    Titel Positionierungen und Aushandlungsprozesse im städtischen Raum.
    Typ Book Chapter
    Autor Chamakalayil L
  • 2017
    Titel Von der Peripherie ins Zentrum - eine andere Sicht der Dinge.
    Typ Book Chapter
    Autor Christine Riegel/Barbara Stauber/Erol Yildiz (Hrsg.): Lebenswegestrategien. Familiale Aushandlungsprozesse In Der Migrationsgesellschaft
  • 2017
    Titel Herausforderungen forschender Praxis.
    Typ Book Chapter
    Autor Chamakalayil L
  • 2017
    Titel "Nicht nach Österreich gekommen, um herumzuspazieren" Von den Anstrengungen einer Migrationsfamilie, sich zu etablieren - Fallanalyse Hasic.
    Typ Book Chapter
    Autor Christine Riegel/Barbara Stauber/Erol Yildiz (Hrsg.): Lebenswegestrategien. Familiale Aushandlungsprozesse In Der Migrationsgesellschaft
  • 2017
    Titel Forschungsorte - eine deskriptive Annäherung.
    Typ Book Chapter
    Autor Chamakalayil L
  • 2017
    Titel Methodischer Zugang und methodologische Implikationen der Studie.
    Typ Book Chapter
    Autor Christine Riegel/Barbara Stauber/Erol Yildiz (Hrsg.): Lebenswegestrategien. Familiale Aushandlungsprozesse In Der Migrationsgesellschaft
  • 2017
    Titel Lebensstrategien im Kontext von (Erwerbs-)Arbeit.
    Typ Book Chapter
    Autor Chamakalayil L
  • 2017
    Titel Überlegungen zur Konzeptionalisierung des Begriffs der Lebensstrategie - Verschiebungen und Transkodierungen im Kontext hegemonialer Diskurse.
    Typ Book Chapter
    Autor Christine Riegel/Barbara Stauber/Erol Yildiz (Hrsg.): Lebenswegestrategien. Familiale Aushandlungsprozesse In Der Migrationsgesellschaft
  • 0
    Titel LebensWegeStrategien. Familiale Aushandlungsprozesse in der Migrationsgesellschaft.
    Typ Other
    Autor Riegel C
  • 2016
    Titel Marginalisierte Quartiere?
    DOI 10.1007/978-3-658-13779-3_10
    Typ Book Chapter
    Autor Chamakalayil L
    Verlag Springer Nature
    Seiten 175-197
  • 2016
    Titel „Kofferkinder“ – Wenn Eltern migrieren und Kinder zurückbleiben. Zeitliche Trennung als Lebensstrategie von Migrationsfamilien
    DOI 10.14220/9783737005951.153
    Typ Book Chapter
    Autor Hill M
    Verlag Brill Deutschland
    Seiten 153-166

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