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Allgorithmen für und Komplexität von Constraint-Sprachen

Algorithms and Complexity of Constraint Languages

Gernot Salzer (ORCID: 0000-0002-8950-1551)
  • Grant-DOI 10.55776/I836
  • Förderprogramm Einzelprojekte International
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2012
  • Projektende 30.09.2016
  • Bewilligungssumme 332.892 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Informatik (50%); Mathematik (50%)

Keywords

    Constraint Satisfacion Problems, Partial clones, Computational Complexity, Many-Valued Logics, Constraint Languages

Abstract Endbericht

Viele Berechnungsprobleme der theoretischen Informatik können auf natürliche Art durch sogenannte Constraint- Sprachen parametrisiert werden. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Erfüllbarkeitsproblem von Constraints (Constraint Satisfaction Problem), dasselbe gilt aber auch für Optimierungsprobleme, für die Erfüllbarkeit quantifizierter Constraints, für Abzähl- und Aufzählungsprobleme, für die Entscheidbarkeit der Konsequenzrelation logischer Theorien, Abduktion, propositionale Circumscription, und mehr. Eine Constraint-Sprache ist die Menge der Constraint-Typen, die in der Spezifikation von Probleminstanzen verwendet werden können. Die oben angeführten Probleme sind im Allgemeinen hart, stellen sich aber bei Einschränkung auf viele interessante Constraint-Sprachen als effizient lösbar heraus. Die Parametrisierung durch Constraint-Sprachen hat sich als ein sehr fruchtbarer Ansatz erwiesen, um die Berechnungskomplexität von Problemen der theoretischen Informatik zu untersuchen. Einerseits können viele Teilprobleme, die im Lauf der Jahre in der Literatur beschrieben wurden, durch die Wahl geeigneter Constraint-Sprachen modelliert und dadurch systematisch in einem einheitlichen Rahmen behandelt werden. Andererseits gibt es eine reichhaltige Auswahl an mathematischen Werkzeugen aus Gebieten wie der Graphentheorie, der Kombinatorik, der universellen Algebra und der Theorie endlicher Modelle, die sich sowohl zur Konstruktion von Algorithmen als auch zum Beweis von Komplexitätsresultaten eignen. Neben den oben erwähnten Fragestellungen fanden in letzter Zeit sogenannte Meta-Probleme von Constraint- Sprachen zunehmend Beachtung: das sind Berechnungsprobleme, bei denen die Constraint-Sprache selber Teil der Eingabe ist und bestimmte Fragen, typischer Weise hinsichtlich der Ausdrucksstärke der Constraint-Sprachen, entschieden werden müssen. Diese Meta-Probleme treten in natürlicher Weise auf, wenn man die Berechnungskomplexität einer der oben erwähnten Aufgaben für eine gegebene Constraint-Sprache analysiert. Überraschenderweise stellen sich die Meta-Probleme häufig als entscheidbar oder sogar als effizient lösbar heraus. In diesem Projekt untersuchen wir verschiedene Berechnungsprobleme von Constraint-Sprachen. Wir sind nicht nur am Erfüllbarkeitsproblem interessiert, sondern streben Resultate an, die auf alle durch Constraint-Sprachen parametriesierte Probleme anwendbar sind. Weiters analysieren wir systematisch die Komplexität von Meta- Problemen.

Einschränkungen und Bedingungen (Constraints) begegnen wir auf Schritt und Tritt, im Alltag ebenso wie in Wissenschaft und Technik. Beispiels- weise muss jede Schulklasse gemäß Lehrplan in bestimmten Gegenständen unterrichtet werden, die wiederum in speziellen Räumen stattfinden müssen, wobei jeder Lehrer zeitgleich höchstens eine Klasse unterrichten kann, und so weiter. Die Aufgabe Lösungen zu finden, die alle Anforderungen erfüllen, in unserem Beispiel Stundenpläne für eine ganze Schule wird Erfüllungsproblem (Constraint Satisfaction Problem) genannt. Die Schwierigkeit dieser Aufgabe hängt von der Art der Bedingungen ab, die in der Problemstellung auftreten. In den vergangenen Jahrzehnten wurden zahlreiche Arten untersucht, wodurch wir nun für viele Erfüllungsprobleme effiziente Losungsmethoden kennen bzw. verstehen, warum manche davon schwierig sind.Ein Werkzeug, das sich bei diesen Untersuchungen als besonders nützlich erweist, sind funktionale Klone. Ein Klon im mathematischen Sinn, ist eine Familie von Funktionen mit gewissen gemeinsamen Eigenschaften. Wie sich herausstellt, besteht eine enge Beziehung zwischen Klonen und Erfüllungsproblemen, sodass Klone als eindeutige Fingerabdrücke dienen können: Probleme mit demselben Fingerabdruck können mit denselben Methoden und demselben Aufwand gelöst werden. Aus diesem Grund lässt man sich bei der Analyse neuer Erfüllungsprobleme vom Wissen über Klone leiten, wie es die Algebra zur Verfügung stellt.In diesem Projekt wurden nicht nur neue Arten von Constraints untersucht und die zugehörigen Klon-Methoden entwickelt, sondern es wurden auch Fragen zur Struktur der Lösungen beantwortet, wie etwa: Gegeben eine Losung, wie findet man eine weitere, möglichst ähnliche? Wie nahe liegen Lösungen beisammen? Gegeben eine falsche Lösung, wie lässt sich die nächstliegende korrekte Lösung finden?

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Miki Hermann, Ecole Polytechnique Palaiseau - Frankreich

Research Output

  • 99 Zitationen
  • 18 Publikationen
Publikationen
  • 0
    Titel Minimal distance of propositional models.
    Typ Other
    Autor Behrisch M
  • 0
    Titel Projective clone homomorphisms.
    Typ Other
    Autor Bodirsky M
  • 0
    Titel A counterexample to the reconstruction of Omega-categorical structures from their endomorphism monoids.
    Typ Other
    Autor Bodirsky M
  • 0
    Titel The universal homogeneous binary tree.
    Typ Other
    Autor Bodirsky M
  • 2014
    Titel Backdoors into heterogeneous classes of SAT and CSP.
    Typ Journal Article
    Autor Gaspers S
    Journal Brodley and Stone, Editors: Proceedings of the Twenty-Eighth AAAI Conference on Artificial Intelligence.
  • 2016
    Titel Exploring tractability in finitely-valued SAT solving.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Pona N
    Konferenz Marisa Köllner and Ramon Ziai, Editors: Proceedings of the ESSLLI 2016 Student Session.
  • 2016
    Titel Galois theory for semiclones
    DOI 10.1007/s00012-016-0407-y
    Typ Journal Article
    Autor Behrisch M
    Journal Algebra universalis
    Seiten 385-413
    Link Publikation
  • 2016
    Titel As Close as It Gets
    DOI 10.1007/978-3-319-30139-6_18
    Typ Book Chapter
    Autor Behrisch M
    Verlag Springer Nature
    Seiten 222-235
  • 2017
    Titel On the Complexity of Hard Enumeration Problems
    DOI 10.1007/978-3-319-53733-7_13
    Typ Book Chapter
    Autor Creignou N
    Verlag Springer Nature
    Seiten 183-195
  • 2017
    Titel Backdoors into heterogeneous classes of SAT and CSP
    DOI 10.1016/j.jcss.2016.10.007
    Typ Journal Article
    Autor Gaspers S
    Journal Journal of Computer and System Sciences
    Seiten 38-56
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Reconstructing the topology of clones
    DOI 10.1090/tran/6937
    Typ Journal Article
    Autor Bodirsky M
    Journal Transactions of the American Mathematical Society
    Seiten 3707-3740
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Reconstructing the Topology on Monoids and Polymorphism Clones of the Rationals
    DOI 10.1007/s11225-016-9682-z
    Typ Journal Article
    Autor Behrisch M
    Journal Studia Logica
    Seiten 65-91
    Link Publikation
  • 0
    Titel A Survey of Known Results on Primitive Positive Expressibility.
    Typ Other
    Autor Bura V
  • 2016
    Titel The Next Whisky Bar
    DOI 10.1007/978-3-319-34171-2_4
    Typ Book Chapter
    Autor Behrisch M
    Verlag Springer Nature
    Seiten 41-56
  • 2015
    Titel Schaefer's Theorem for Graphs
    DOI 10.1145/2764899
    Typ Journal Article
    Autor Bodirsky M
    Journal Journal of the ACM (JACM)
    Seiten 1-52
    Link Publikation
  • 2015
    Titel The 42 reducts of the random ordered graph
    DOI 10.1112/plms/pdv037
    Typ Journal Article
    Autor Bodirsky M
    Journal Proceedings of the London Mathematical Society
    Seiten 591-632
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Give Me Another One!
    DOI 10.1007/978-3-662-48971-0_56
    Typ Book Chapter
    Autor Behrisch M
    Verlag Springer Nature
    Seiten 664-676
  • 2015
    Titel Permutations on the random permutation.
    Typ Journal Article
    Autor Linman J

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