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Mitochondriopathien - Netzwerk für Diagnostik und Therapie (GENOMIT)

Mitochondriopathy - Network for diagnostics and therapy (GENOMIT)

Wolfgang Sperl (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/I920
  • Förderprogramm International - Multilaterale Initiativen
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2012
  • Projektende 28.02.2015
  • Bewilligungssumme 195.132 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (50%); Klinische Medizin (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (20%)

Keywords

    Mitochondrial disorders, Next generation sequencing, Patient repository, Pathomechnisms, Data harmonization, Disease models

Abstract Endbericht

Mitochondrien sind die Hauptquelle von ATP, gebildet durch die mitochondriale Atmungskette bzw. oxidative Phosphorylierung (OXPHOS). OXPHOS ist ein komplexer biochemischer Prozess unter der Kontrolle zweier Genome, dem nukleären und mitochondrialen, unter Einbeziehung hunderter Gene. ATP Mangel führt zu zellulärer Fehlfunktion und letztlich zum Zelltod, besonders in Geweben mit hohem Energiebedarf. Dies erklärt die enorme Heterogenität von mitochondrialen Erkrankungen, eine Herausforderung für Diagnostik und klinische Betreuung. Deren Häufigkeit beträgt in Europa ca. 1-2 pro 10.000 Lebendgeburten. Um die Herausforderung von Diagnostik und Behandlung der heterogenen Patientengruppe mit OXPHOS Defekten bewältigen zu können, wurden lokale und nationale Netzwerke gebildet, mit dem Ziel spezialisierte Behandlungszentren für Patienten mit mitochondrialen Erkrankungen zu schaffen. Forschung in einem gemeinsamen, europäischen Ansatz ist notwendig, um Expertisen zu vereinen und um die Anzahl von Patienten in Subgruppen dieser heterogenen mitochondrialen Erkrankungen zu erhöhen. Ein Netzwerk von spezialisierten Zentren in Deutschland, Italien, Frankreich, Israel, Österreich und Belgien (GENOMIT) wurde gebildet, um dieses e-rare Projekt zu beantragen, mit dem Ziel, Diagnostik, molekulares Verständnis and Behandlung von Patienten mit mitochondrialen Erkrankungen in Europa zu verbessern. Dieses Ziel soll durch vier Arbeitspakete erreicht werden: Erstens, Schaffung eines europäischen Katalogs von Datenbanken und Sammlung von Biomaterial von Patienten mit mitochondrialen Erkrankungen. Zweitens, die Entwicklung neuer diagnostischer Protokolle (v.a. Next Generation Sequencing), die für gemeinsame Proben verwendet werden. Drittens, Erweiterung von funktionellen Studien an Genen und Stoffwechselwegen in der Pathophysiologie mitochondrialer Erkrankungen. Viertens, Testen neuer therapeutischer Optionen unter Einbeziehung neuer und verbesserter Tiermodelle. GENOMIT Partner sind als nationale Zentren für die Diagnostik und Therapie von Patienten mit mitochondrialen Erkrankungen aktiv. Zusätzlich sollen die einzigartigen Expertisen der Partner synergistisch innerhalb des Netzwerkes genutzt werden. Die Univ.-Kinderklinik der PMU Salzburg ist ein nationales Zentrum für die Diagnostik von Patienten mit mitochondrialen Erkrankungen, in enger Zusammenarbeit mit der Kinderklinik und dem Institut für Humangenetik der TU München (www.mito-center.org) und darüber hinaus Teil des deutschen Netzwerks für mitochondriale Erkrankungen (www.mitonet.org). Unser Schwerpunkt ist die funktionelle Untersuchung von nativen Proben, wodurch neue Erkrankungen in der mitochondrialen Pyruvatoxidation und ATP Synthese entdeckt wurden. Darüber hinaus werden die Patientenproben mit verschiedenen biochemischen, histologischen und genetischen Techniken untersucht, um die molekularen Ursachen aufzuklären, und Methoden wurden für kleine Probenmengen bei Kindern optimiert. Unser Teil in diesem e-rare Projekt ist hauptsächlich auf das dritte Arbeitspaket von GENOMIT fokussiert, besonders auf die Expertise der funktionellen und biochemischen Charakterisierung der OXPHOS für das Verständnis von molekularen und biochemischen Mechanismen mitochondrialer Erkrankungen. Dies ist Voraussetzung für die Identifizierung neuer Medikamente und Behandlungen. Atmungskettenkomplexdefekte werden unter Verwendung etablierter zellulärer Modelle evaluiert. Unser Projektabschnitt beinhaltet ein weites Spektrum von etablierten Methoden, die den Partnern verfügbar gemacht werden, und beinhaltet die Ziele i) Charakterisierung von neu identifizierten Kandidatengenen ii) Beschreibung von Wegen in der Pathogenese von mitochondrialen Erkrankungen und iii) Validierung von therapeutischen Ansätzen in in-vitro Modellen.

Mitochondriopathien sind eine Gruppe von seltenen, vererbten Erkrankungen, die zu sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern führen können. Gemeinsam ist den Mitochondriopathien ein Mangel an Energie der Sauerstoff-verbrauchenden Zellen des Körpers. Besonders energiebedürftig sind etwa das Nervensystem, aber auch der Herz- und Skelettmuskel, weshalb diese Organe am häufigsten bei Mitochondriopathien betroffen sind. In den letzten Jahren stand vor allem die Klärung der genetischen Ursachen dieser Krankheiten im Vordergrund, wobei mittlerweile bereits mehr als 250 Gene bekannt sind, die Mitochondriopathien verursachen können.Das multizentrische, internationale Projekt GENOMIT hatte zum Ziel, die Diagnostik und Therapie von Mitochondriopathien voranzutreiben. Dies ist zum einen durch erstmalige Entdeckung und Beschreibung einer Reihe neuer krankheitsverursachender Gene (COQ4, ELAC2, FBXL4, GTPBP3) bei unseren Patienten gelungen. Weiters konnten wir bei einer Reihe weiterer neuer Gendefekte (AGK, BOLA3, ECHS1, FBXL4, HIBCH, MT-TW, MTFMT, NFU1, TTC19, TPK1) über neue Mutationen und Krankheitsbilder berichten sowie die Funktion der betroffenen zellulären Wege besser beschreiben. Zusätzlich wurden zu einigen dieser neuen Defekte mehrere Übersichtsarbeiten verfasst, die den Fachkollegen die Einordnung der neuen genetischen Defekte und Krankheitsbilder erleichtern sollen. Das Projekt GENOMIT war die Grundlage für das Sammeln einer für seltene Erkrankungen großen Anzahl von Patienten mit den gleichen genetischen Defekten. Dies stellt bei seltenen Erkrankungen ein grundsätzliches Problem dar, ist aber die Voraussetzung für die Entwicklung von Therapie-Optionen. Es konnte durch die geleistete Arbeit also ein Grundstein für weitere Studien gelegt werden. Zur Zeit wird an einer Fortsetzung des Projekts im ERA-Net gearbeitet, wobei die Ziele des jetzt abgeschlossenen Projekts weiter verfolgt werden sollen und zusätzlich ein Schwerpunkt auf neue therapeutische Ansätze gelegt wird.

Forschungsstätte(n)
  • Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg - Privatstiftung - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Marc Muller, University of Liège - Belgien
  • Thomas Meitinger, Technische Universität München - Deutschland
  • Agnes Rötig, Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale - Frankreich
  • Simon Edvardson, The Hebrew University of Jerusalem - Israel
  • Massimo Zeviani, University of Padua - Italien

Research Output

  • 1684 Zitationen
  • 20 Publikationen
Publikationen
  • 2014
    Titel Lipid metabolism in mitochondrial membranes
    DOI 10.1007/s10545-014-9748-x
    Typ Journal Article
    Autor Mayr J
    Journal Journal of Inherited Metabolic Disease
    Seiten 137-144
  • 2014
    Titel The spectrum of pyruvate oxidation defects in the diagnosis of mitochondrial disorders
    DOI 10.1007/s10545-014-9787-3
    Typ Journal Article
    Autor Sperl W
    Journal Journal of Inherited Metabolic Disease
    Seiten 391-403
  • 2014
    Titel Sengers syndrome: six novel AGK mutations in seven new families and review of the phenotypic and mutational spectrum of 29 patients
    DOI 10.1186/s13023-014-0119-3
    Typ Journal Article
    Autor Haghighi A
    Journal Orphanet Journal of Rare Diseases
    Seiten 119
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Lipoic acid biosynthesis defects
    DOI 10.1007/s10545-014-9705-8
    Typ Journal Article
    Autor Mayr J
    Journal Journal of Inherited Metabolic Disease
    Seiten 553-563
  • 2014
    Titel Mitochondrial dysfunction: a neglected component of skin diseases
    DOI 10.1111/exd.12484
    Typ Journal Article
    Autor Feichtinger R
    Journal Experimental Dermatology
    Seiten 607-614
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Homozygous missense mutation in BOLA3 causes multiple mitochondrial dysfunctions syndrome in two siblings
    DOI 10.1007/s10545-012-9489-7
    Typ Journal Article
    Autor Haack T
    Journal Journal of Inherited Metabolic Disease
    Seiten 55-62
  • 2014
    Titel Mutations in GTPBP3 Cause a Mitochondrial Translation Defect Associated with Hypertrophic Cardiomyopathy, Lactic Acidosis, and Encephalopathy
    DOI 10.1016/j.ajhg.2014.10.017
    Typ Journal Article
    Autor Kopajtich R
    Journal The American Journal of Human Genetics
    Seiten 708-720
    Link Publikation
  • 2014
    Titel HIBCH deficiency in a patient with phenotypic characteristics of mitochondrial disorders
    DOI 10.1002/ajmg.a.36766
    Typ Journal Article
    Autor Reuter M
    Journal American Journal of Medical Genetics Part A
    Seiten 3162-3169
  • 2014
    Titel Expanding the clinical and molecular spectrum of thiamine pyrophosphokinase deficiency: A treatable neurological disorder caused by TPK1 mutations
    DOI 10.1016/j.ymgme.2014.09.010
    Typ Journal Article
    Autor Banka S
    Journal Molecular Genetics and Metabolism
    Seiten 301-306
  • 2012
    Titel Mitochondrial myopathy associated with a novel 5522G>A mutation in the mitochondrial tRNATrp gene
    DOI 10.1038/ejhg.2012.272
    Typ Journal Article
    Autor Baric I
    Journal European Journal of Human Genetics
    Seiten 871-875
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Peculiarities and pitfalls of quantifying mitochondrial energy metabolism in the skin
    DOI 10.1111/exd.12895
    Typ Journal Article
    Autor Feichtinger R
    Journal Experimental Dermatology
    Seiten 101-102
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Mutations in TTC19: expanding the molecular, clinical and biochemical phenotype
    DOI 10.1186/s13023-015-0254-5
    Typ Journal Article
    Autor Koch J
    Journal Orphanet Journal of Rare Diseases
    Seiten 40
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Deficiency of ECHS1 causes mitochondrial encephalopathy with cardiac involvement
    DOI 10.1002/acn3.189
    Typ Journal Article
    Autor Haack T
    Journal Annals of Clinical and Translational Neurology
    Seiten 492-509
    Link Publikation
  • 2015
    Titel COQ4 Mutations Cause a Broad Spectrum of Mitochondrial Disorders Associated with CoQ10 Deficiency
    DOI 10.1016/j.ajhg.2014.12.023
    Typ Journal Article
    Autor Brea-Calvo G
    Journal The American Journal of Human Genetics
    Seiten 309-317
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Clinical, biochemical, and genetic spectrum of seven patients with NFU1 deficiency
    DOI 10.3389/fgene.2015.00123
    Typ Journal Article
    Autor Ahting U
    Journal Frontiers in Genetics
    Seiten 123
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Spectrum of combined respiratory chain defects
    DOI 10.1007/s10545-015-9831-y
    Typ Journal Article
    Autor Mayr J
    Journal Journal of Inherited Metabolic Disease
    Seiten 629-640
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Clinical, morphological, biochemical, imaging and outcome parameters in 21 individuals with mitochondrial maintenance defect related to FBXL4 mutations
    DOI 10.1007/s10545-015-9836-6
    Typ Journal Article
    Autor Huemer M
    Journal Journal of Inherited Metabolic Disease
    Seiten 905-914
    Link Publikation
  • 2013
    Titel ELAC2 Mutations Cause a Mitochondrial RNA Processing Defect Associated with Hypertrophic Cardiomyopathy
    DOI 10.1016/j.ajhg.2013.06.006
    Typ Journal Article
    Autor Haack T
    Journal The American Journal of Human Genetics
    Seiten 211-223
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Mutations in FBXL4, Encoding a Mitochondrial Protein, Cause Early-Onset Mitochondrial Encephalomyopathy
    DOI 10.1016/j.ajhg.2013.07.016
    Typ Journal Article
    Autor Gai X
    Journal The American Journal of Human Genetics
    Seiten 482-495
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Phenotypic spectrum of eleven patients and five novel MTFMT mutations identified by exome sequencing and candidate gene screening
    DOI 10.1016/j.ymgme.2013.12.010
    Typ Journal Article
    Autor Haack T
    Journal Molecular Genetics and Metabolism
    Seiten 342-352

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