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Molekulargenetische Untersuchungen am Morbus Wilson-Gen

Molekulargenetische Untersuchungen am Morbus Wilson-Gen

Theresia Maier-Dobersberger (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/J1329
  • Förderprogramm Erwin Schrödinger
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 23.764 €

Wissenschaftsdisziplinen

Klinische Medizin (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (70%)

Abstract

Der Morbus Wilson, oder auch hepatikolentikuläre Degeneration genannt, ist eine autosomal-rezessiv vererbte Kupferstoffwechselerkrankung der Leber; d.h., daß beide Elternteile eines erkrankten Kindes/Jugendlichen gesunde Träger eines defekten Morbus Wilson-Gens sein müssen. Die Krankheit, die oft mit den üblichen konventionellen Laborparametern nicht erkannt und daher auch nicht behandelt wird, kann zu frühzeitigem Tod führen. Sie manifestiert sich meistens im Jugendalter z. B. als chronische Hepatitis unklarer Genese, die dann bis zur Leberzirrhose und Leberversagen fortschreiten kann. Eine weitere Manifestationsform sind oft schwere neurologische und psychiatrische Störungen, wie z.B. starkes Zittern, Sprachschwierigkeiten, Gangstörungen sowie schwerste psychotische Krankheitsbilder. Ausgelöst werden diese folgenschweren Organschäden durch kontinuierliches Einlagern des durch die Nahrung aufgenommen Kupfers in Leberzellen und den Basalganglien des Gehirns. Bei gesunden Personen wird das überschüssige Kupfer täglich über die Galle ausgeschieden, bei Morbus Wilson-Patienten ist dies aufgrund eines Gendefektes nicht möglich. 1993 wurde das verantwortliche Gen von Prof. Cox und ihrer Arbeitsgruppe am langen Arm des Chromosoms 13 geklont. Mittlerweile wurden über 30 verschiedene Mutationen (= Gendefekte) beschrieben. Ebenfalls seit 1003 haben wir an unserer Abteilung 68 Morbus Wilson-Familien untersucht und von mehr als 400 Verwandten Blut eingefroren. Mittels Southern-Blotanalysen und Etablierung einer PCR-Methode konnten in Screeningverfahren mehrere Kinder als Morbus Wilson-Patienten identifiziert werden und somit rechtzeitig behandelt werden. Es ist geplant, während dieses Forschungsaufenthaltes alle wesentlichen Techniken der Mutationsanalyse zu erlernen, um bei der Rückkehr nach Österreich unsere Patienten genauer untersuchen zu können. Wir vermuten, daß in Österreich etwa 250 Patienten unerkannt an Morbus Wilson leiden - deshalb könnten diese gewonnenen Erkenntnisse wesentlich zur Früherkennung beitragen; da eine effiziente Therapie mit D-Penicillamin bzw. Zinksulfat zur Verfügung steht, hat dieses Forschungsprojekt sicherlich in der Gesundheitsvorsorge große Bedeutung.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%

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