Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (15%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (35%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)
Abstract
Entsprechend einem neuen Paradigma der 90er Jahre wird die geplante Forschungsarbeit - aufbauend auf
feministischen Filmtheorien und den Men`s Studies der 70er und 80er Jahre - die mediale Konstruktion von
Männlichkeit untersuchen. Im Unterschied zu den bisher besonders gepflegten psychoanalytischen Ansätzen soll
hier der sozio-politische Bereich aufgeschlüsselt werden, wobei textwissenschaftliche (Semiotik, Pragmatik,
Narrationsanalyse), filmwissenschaftliche (Sequenzanalyse, Audio-Visuelle Codes), kulturwissenschaftliche (Film
und Gesellschaft/ldeologie), sowie Gender/feministische (Konstruktion von Gender) Methoden und Theorien zum
Einsatz kommen.
Der Ansatz der geplanten Forschungsarbeit verschränkt eine synchrone und diachrone Interpretation von
Männlichkeit/en in US-amerikanischen Medientexten (vorwiegend Filme und Fernsehproduktionen): Im Zentrum
des Interesses stehen einerseits die für "Männlichkeit" (verstanden als soziales Konstrukt) notwendigen
Grenzziehungsarbeiten zu ihren definitorischen Gegenpunkten wie Weiblichkeit, Natur, Technik (synchron),
andererseits die Überwindung dieser Grenzen, wie sie beim Erwerb und der Transformation von Männlichkeit
(diachron) notwendig ist.
Der Schwerpunkt der Forschungsarbeit widmet sich dabei Gegensätzen und Transformationen innerhalb der
medialen Männlichkeit, zwischen männlichem ("richtiger") und unmännlichem ("kein-richtiger") Mann. Denn diese
Unterscheidung (erwachsener Mann vs. Kind; starker Mann vs. "Schwächling"; heterosexueller vs. homosexueller
Mann, etc.) findet sich in Medientexten ebenso wie in deren kritischen Reflexionen. Hingegen fehlen bisher
Untersuchungen, worin diese postulierte unmännliche Männlichkeit besteht und worin sie sich von "richtiger"
Männlichkeit einerseits und von Weiblichkeit andererseits unterscheidet.