Wissenschaftsdisziplinen
Rechtswissenschaften (50%); Soziologie (50%)
Abstract
Die Bemühungen zum Schutz der Artenvielfalt (Biodiversität) unseres Planeten durch die Errichtung von
Naturschutzgebieten haben in der Vergangenheit zu einer Reibe von Konflikten
mit indigenen Völkern und anderen lokalen Gruppen geführt, deren
traditionelle Landnutzungsrechte durch die Nationalparke vielfach
eingeschränkt wurden. In diesen Auseinandersetzungen stehen sich nicht nur
gegenläufige Interessen sondern auch unterschiedliche Konfliktlösungsregime
gegenüber. - Das Gewohnheitsrecht vieler Populationen verfügt über komplexe
Streitbeilegungsformen, die nicht unbedingt den staatlichen oder
internationalen Modellen entsprechen. Diese Normen sind stark von sozialen
und kulturellen Faktoren geprägt. Das beantragte Projekt versucht, an Hand
einer Literatur- und Datenauswertung sowie einer detaillierten Fallstudie
(Konflikt über die Nutzung der Naturressourcen der Galpagosinseln) diese
Faktoren zu identifizieren und ihren relativen Stellenwert zu anderen
strukurellen und prozessualen Parametern zu determinieren. Weiters soll
untersucht werden, welche Auswirkungen die (Inter)Nationalisierung eines
lokalen Konflikts auf Prozesse und Strategien der beteiligten Parteien hat.