Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Abstract
Der Ca2+-aktivierte K+ (maxi-K) Kanal wird durch cytoplasmatisches Ca2+ und Membrandepolarisierung aktiviert
und besitzt eine hohe Leitfähigkeit und Selektivität für Kalium. Der maxi-K Kanal soll eine regulatorische Funktion
für eine Vielzahl von physiologischen Prozessen besitzen, wie Freisetzung von Neurotransmittern, Kontrolle der
Zellerregbarkeit und Regulation der Flüssigkeitssekretion. Durch die Entdeckung von selektiven Toxinen konnte
ein besserer Einblick in die molekulare Pharmakologie und physiologische Rolle dieser Kanäle in den
verschiedenen Geweben gewonnen werden. Mit Hilfe von [ 125 I]-markiertem Charybdotoxin (ChTX) wurde der
maxi-K Kanal aus der glatten Muskulatur der Rindertrachea gereinigt. Der Kanal ist ein Heteromultimer bestehend
aus alpha- und beta-Untereintheiten. Die beta-Untereinheit, die keine Homologie zu anderen Proteinen aufweist,
moduliert die biophysikalischen und pharmakologischen Eigenschaften der alpha-Untereinheit. Die Membran-
Topologie der beta-Untereinheit besitzt einen glycosylierten extrazellulären-Bereich zwischen den zwei
transmembraneren Domänen und einem im Cytoplasma lokalisierten N-terminus und C-terminus. Für die
Membran-Topologie der alpha-Untereinheit existieren derzeit mehrere Modelle. Die ursprünglich vorgeschlagene
Sekundärstruktur von 10 transmembraneren Domänen (6 N-terminale und 4 C-terminale) wird in Frage gestellt,
wobei eine Sekundärstruktur mit nur 7 N-terminalen Domänen favorisiert wird. Durch Kombination verschiedener
Methoden soll die Membran-Topologie der alpha-Untereinheit aufgeklärt werden. Die Herstellung einer Cystein-
freien alpha-Mutante ist eine notwendige Voraussetzung. Anschließend soll jeweils ein Cystein in extra- und
intrazelluläre Bereiche einer Cystein-freien alpha-Mutante eingefügt werden. Dieses reaktive Cystein kann mit
sulfhydrylselektiven Reagenzien reagieren. Die Verwendung von membranpemeablen und nicht
membranpemeablen Reagenzien gibt Aufschluß über die intrazelluläre bzw. extrazelluläre Lokalisation des
Cysteins. Zusätzlich soll die Herstellung von alpha-Untereinheiten mit N-Glycosylierungsstellen in extra- und
intrazellulären Bereichen zur Aufklärung der Topologie der alpha-Untereinheit beitragen. Glycosylierte Proteine
wandern mit einem höheren apparenten Molekulargewicht in SDS-PAGE. Durch Degylcosylierung mit N-
Glycosidase F kann die Existenz von N-gebundenen Glycanketten nachgewiesen werden.