Vorhofflimmern am Hundemodell: Mechanismen und Therapie
Vorhofflimmern am Hundemodell: Mechanismen und Therapie
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes ist es, im Hinblick auf eine kausale Therapie, elektro-physiologisches Substrat und Mechanismen von Vorhofflimmern besser zu verstehen Vorhofflimmern ist eine häufige Rhythmusstörung (2 % aller Erwachsenen), und mit relevanten Risiko (Schlaganfall) und Leidensdruck verbunden (unregelmäßiger Herzschlag, Leistungsverminderung). Die medikamentöse Therapie hat bislang mäßigen Erfolg und möglicher unerwünschte Nebenwirkungen gebracht, die chirurgische Therapie ist an ausgewählten Zentren erfolgreich, aber mit den relevanten Risiken und Kosten einer Operation am offenen Herzen verbunden. Alternative Therapieformen, wie die Katheterablation (gezielte, eng begrenzte Zerstörung von Herzmuskelgewebe durch Erhitzen mittels Katheter und Hochfrequenzstrom, bei vielen selteneren Rhythmusstörungen bereits routinemäßig erfolgreich eingesetzt) sind Ziel, intensiver Forschung. Die detaillierten Ziele der vorliegenden Studie sind daher wie folgt: 1. Schaffen eines Tiermodells von Vorhofflimmern mit geschlossenem Brustkorb. Es wird gezeigt werden, daß das schnelle Stimulieren der Vorkammer des Hundeherzens mittels Schrittmacher zu einer Vergrößerung beider Vorkammern führt. Diese Vergrößerung wiederum führt zu einer zunehmenden Tendenz zu anhaltendem Vorhofflimmern. Es wird generell angenommen, daß dieses Modell der Entstehung des menschlichen Vorhofflimmerns am nächsten kommt. 2. Weiters soll die Hypothese getestet werden, daß die Vergrößerung beider Herzvorkammern zu einer meßbaren Veränderung elektrophysiologischer Parameter führt (Verkürzung der effektiven atrialen Refraktaerzeit, vermehrte Dispersion der Refraktaerzeiten). Diese Veränderungen erklären die zunehmende Neigung zu anhaltendem Vorhofflimmern. 3. Es soll das Ausmaß der Organisation von Vorhofflimmern mittels eines neu erarbeiteten Computeralgorithmus untersucht werden. Das Ausmaß der räumlichen und zeitlichen Organisation von Vorhofflimmern dürfte eine große Rolle in der Effizienz alternativer Therapieformen für Vorhofflimmern spielen (Katheterablation, atriale Defibrillation). 4. Es soll der Effekt von kontinuierlichen Läsionen untersucht werden, die mittels Hochfrequenzstrom an der Innenseite beider Herzvorkammern mittels Katheter am geschlossenen Brustkorb erzeugt werden. Gezeigt werden soll, daß solche kontinuierlichen Läsionen a) zu einer vermehrten räumlichen und zeitlichen Organisation von Vorhofflimmern führen, b) die Schwelle der erfolgreichen atrialen Defibrillation signifikant senken und, wenn eine ideale Kombination von Läsionen in beiden Vorkammern erzeugt werden kann c) kein anhaltendes Vorhofflimmern mehr auftreten kann.