Wissenschaftsdisziplinen
Wirtschaftswissenschaften (100%)
Keywords
NETWORK ORGANIZATION,
INTERORGANIZATIONAL NETWORK,
COLLABORATIVE ADVANTAGE,
CONTIGENCY THEORY,
INCOMMENSURABILITY
Abstract
Untersucht werden Organisationsformen, die wie ein Betrieb wirken, weil sie ein integriertes ganzheitliches
Produkt (bzw. Leistung) anbieten, die aber als kooperatives Netzwerk unterschiedlicher, rechtlich und
organisatorisch selbständiger, obgleich wirtschaftlich voneinander abhängiger, Unternehmen strukturiert sind.
Paradebeispiel war die Autoindustrie; mittlerweile sind Netzwerkorganisationen in der industriellen Produktion und
zunehmend im Dienstleistungsbereich verbreitet.
Die Wirksamkeit dieser Struktur ergibt sich (a) aus den Effektivitätsvorteilen ihrer - verglichen mit großen,
hierarchisch integrierten Unternehmen - klar (durch-) organisierten, hoch spezialisierten und über eigene Kultur
verfügenden (Teil-) Organisationen. Dazu kommt, daß (b) interorganisationale Beziehungen entwickelt werden, die
eine höhere Koordinationsleistung erzielen, weil die bekannten innerbetrieblichen Organisationsinstrumente auch
im zwischenbetrieblichen eingesetzt, aber zusätzlich noch ergänzt werden, um Elemente der
inter(organisations)kulturellen Kommunikation und des an Marktpreisen orientierten Tausches. Schließlich erhöht
(c) die Abwesenheit zentraler Koordination auf Netzwerkebene im allgemeinen Fall die Effektivität der
Netzwerkorganisation, wogegen zentrale Organisationseinheiten (zentrale Dienstleister oder fokale Unternehmen)
nur unter spezifischen angebbaren Bedingungen funktional sind.
Dieses differenzbetonte, pluralistische Strukturmodell hat Implikationen für die praktische Gestaltung von
Netzwerkorganisationen aber auch weitreichende Konsequenzen für die Organisationsforschung, insofern es anstatt
auf orthodox universalistischen Rationalitätsauffassung auf einer pluralen Konzeption von Vernunft beruht.