Erwin-Schrödinger-Stipendium J 1914Katalytische asymmetrische Hydroaminierung von AlkenenUlrike
NETTEKOVEN08.05.2000
Die asymmetrische Hydroaminierung von aktivierten Alkenen bildet das Forschungsprojekt, das die Bewerberin
während ihres Post-Doc Aufenthaltes untersuchen möchte. Diese Additionsreaktion von einfachen primären oder
sekundären oder sekundären Aminen an die Doppelbindung von Alken-Substraten, wie z.B. Methacrylnitril,
Methylmethacrylat oder Methylcrotonat ergibt potentiell chirale, funktionalisierte Amine, die als wichtige
Synthesebausteine bei der Produktion von Agrochemikalien und Arzneimitteln dienen.
In der Gruppe von Prof. J.F.Hartwig an der Yale University wurde kürzlich entdeckt, dass späte
Übergangsmetallkomplexe (Palladium, Rhodium, Iridium) diese Umsetzung in guten Ausbeuten und exzellenten
Regioselektivitäten katalysieren; dies stellt einen grossen Fortschritt im Bereich der noch nicht viel bekannt, und
Gleiches gilt auch für die Möglichkeit einer asymmetrischen Reaktionsführung. Diese zwei Fragestellungen sollen
vor der Bewerberin im Rahmen ihres Forschungsaufenthaltes untersucht werden.
In der ersten Phase des Projektes ist die Untersuchung von bekannten chiralen Liganden mit Hilfe von high-
throughput screening Methoden geplant, die ein schnelles Testen einer Vielzahl von Katalysatorsystemen in kurzer
Zeit ermöglichen. Methoden für die Bestimmung von Enantioselektivitäten sollen gesucht werden und in einem
späteren Stadium des Projektes ist die Synthese von neuen, vielversprechenden chiralen Liganden beabsichtigt.
Weiters sind auch mechanistische Untersuchungen geplant, die zur Aufklärung des Katalysezyklus beitragen
könnten. Als Endziel sollte ein praktischer (industriell brauchbarer) Prozess für die enantioselektive
Hyrdroaminierung realisiert werden.