Entwicklung einer neuartigen Keratoprothese
A Novel Artificial Cornea with Surface Treatment for Epithelial Cell Attachment
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (20%); Klinische Medizin (70%); Physik, Astronomie (10%)
Keywords
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Keratoprothesis,
Artificial Cornea,
Corneal Blindness,
Polymer
Beidseitige Hornhauterkrankungen können bei entsprechender Schwere zu einer massiven bleibenden Reduktion der Sehschärfe bzw. Blindheit führen, weltweit sind davon mehr als 10 Millionen Menschen betroffen. Hornhauttransplantationen werden erfolgreich zur visuellen Rehabilitation nach Hornhauterkrankungen eingesetzt. Bei einigen Erkrankungen ist jedoch die Durchführung einer derartigen Operation nicht erfolgversprechend, in diesen Fällen stellt die Implantation einer "künstlichen Hornhaut" (Keratoprothese) die letzte Möglichkeit zur Wiederherstellung eines akzeptablen Sehvermögens dar. Die meisten Modelle, die bisher zum Einsatz kamen, bestehen aus einem optischen Zylinder, der das gesehene Bild auf einer noch funktionsfähigen Hornhaut focusiert, und aus einer "Haptik", die die Verbindung zum Auge herstellt. Bei penetrierenden Keratoprothesen kommt es allerdings häufig zu postoperativen Komplikationen, die mitunter auch zum Verlust des Auges führen können. Ziel der Studie ist die Entwicklung einer nicht penetrierenden synthetischen Hornhaut mit guter Langzeitverträglichkeit. Neue Materialien und verschiedene Modelle von Keratoprothesen mit verschiedenen Oberflächenmodifikationen werden im Tiermodell (New Zealand White Rabbits) hinsichtlich ihrer Biointegration getestet. Hierfür wurde eine spezielle Operationstechnik entwickelt, die eine schnelle und schonende Implantation der Keratoprothese erlaubt. Postoperativ werden die Augen der Versuchstiere in regelmäßigen Abständen hinsichtlich ihrer Stabilität und Klarheit untersucht. Das Konzept einer Keratoprothese aus biointegrierbaren Materialien böte die theoretische Möglichkeit auf eine bessere und dauerhaftere Verankerung im Hornhautgewebe. Dabei kann auch auf die Erfahrung zahlreicher Studien zurückgegriffen werden, die in den vergangenen 10 Jahren am Bascom Palmer Eye Institute durchgeführt wurden. Auf Basis der Ergebnisse soll nun das ideale` Material mit der idealen` Oberflächenmodifikation für die Entwicklung einer biointegrierbaren Keratoprothese gefunden werden.