Neurobiologie der Essstörungen
Neurobiology of Feeding and other Behaviors in Eating Disorder
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (70%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%)
Keywords
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Anorexia Nervosa,
Dopamine,
Bulimia Nervosa,
Positron Emission Tomography,
Serotonin,
Neurotransmission
Es gibt mittlerweile zahlreiche Hinweise, dass bei Patientinnen, die früher einmal an Bulimia nervosa (BN) oder Anorexia nervosa (AN) gelitten haben, auch Jahre später noch Störungen in der Übertragung von Botenstoffen im Gehirn zu finden sind, dabei spielt v.a. der Botenstoff Serotonin eine große Rolle. Familienstudien und Zwillingsstudien haben auch gezeigt, dass die AN und die BN zu einem gewissen Anteil erblich sind und dass beiden Erkrankungen gemeinsame Risikofaktoren zugrunde liegen, wie gezügeltes Essverhalten, Zwang nach Perfektionismus, Angst und Furcht vor Zurückweisung. Auch diese Faktoren könnten mit Veränderungen im Serotoninhaushalt zusammenhängen. Allerdings gibt es auch Krankheitsmerkmale die Untergruppen von Essstörungen deutlich voneinander unterscheiden lassen: überkontrolliertes Verhalten und gezügeltes Essverhalten kennzeichnen die AN, während abwechselnd überkontrolliertes und unkontrolliertes Verhalten, wechselnd gezügeltes Essverhalten und Essanfälle die BN charakterisieren. Mit der Verfügbarkeit neuer Technologien ist es erstmals möglich geworden bisher nicht zugängliche Stoffwechselvorgänge im Gehirn darzustellen und ihren Zusammenhang mit menschlichem Verhalten zu untersuchen. Mit Hilfe der Positronenemmissionstomographie (PET) ist es uns möglich geworden durch verschiedene radioaktiv markierte spezifische Substanzen (sog. Radioliganden) einen Einblick in den Serotonin und Dopamin-Haushalt im menschlichhen Gehirn zu bekommen, und damit gemeinsame und unterschiedliche Symptome bei Frauen mit Esstörungen zu untersuchen. Mit dieser Methode sollen Frauen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren untersucht werden, die 1) früher einmal an einer Essstörung (Bulimia nervosa, bulimische Anorexia nervosa, Anorexia nervosa) gelitten haben; 2) derzeit an einer Bulimia nervosa, bulimischen Anorexia nervosa oder Anorexia nervosa leiden und 3) gesund sind (gesunde Kontrollgruppe). Die Ergebnisse dieser Untersuchung könnten bei der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden dieser oft chronisch, teilweise zum Tode führenden Erkrankungen einen entscheidenden Beitrag leisten.
- University of Pittsburgh - 100%
- Medizinische Universität Wien - 10%
Research Output
- 272 Zitationen
- 4 Publikationen
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2008
Titel Possible relationship of serotonin transporter to dopamine D2/D3 receptor binding after recovery from eating disorders DOI 10.1016/j.neuroimage.2008.04.089 Typ Journal Article Autor Bailer U Journal NeuroImage -
2005
Titel Normal Brain Tissue Volumes after Long-Term Recovery in Anorexia and Bulimia Nervosa DOI 10.1016/j.biopsych.2005.06.014 Typ Journal Article Autor Wagner A Journal Biological Psychiatry Seiten 291-293 -
2010
Titel 5-HT1A receptor binding is increased after recovery from bulimia nervosa compared to control women and is associated with behavioral inhibition in both groups DOI 10.1002/eat.20843 Typ Journal Article Autor Bailer U Journal International Journal of Eating Disorders Seiten 477-487 Link Publikation -
2012
Titel Interaction between serotonin transporter and dopamine D2/D3 receptor radioligand measures is associated with harm avoidant symptoms in anorexia and bulimia nervosa DOI 10.1016/j.pscychresns.2012.06.010 Typ Journal Article Autor Bailer U Journal Psychiatry Research: Neuroimaging Seiten 160-168 Link Publikation