Bakterioplankton bildet nicht nur die groesste lebende Oberflaeche in aquatischen Systemen, es spielt auch eine
entscheidende Rolle im aquatischen Nahrungsnetz. Bisher wurden Bakterien jedoch meist als "black box"
behandelt, wobei Unterschiede in der Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft und daraus resultierende
Unterschiede in der Funktion ihrer Mitglieder unberuecksichtigt blieben. Mit Hilfe neuerer molekularbiologische
Methoden kann diese "black box" jedoch geoeffnet werden und ermoeglicht es Arten und Gruppen innerhalb des
Bakterienplanktons zu charakterisieren. Vor kurzem gelang es uns gleichzeitig die hydrophoben und hydrophilen
Anteile der Zelloberflaeche zu faerben und zu quantifizieren. Dabei konnte bei Seewasserverduennungskulturen ein
Anstieg der Hydrophobizitaet waehrend der exponentiellen Wachstumsphase, jedoch ein Abfallen der hydrophilen
Anteile in der stationaeren Phase festgestellt werden.
In der vorliegenden Arbeit sollen bestimmten Gruppen des Bakterienplanktons bestimmte funktionelle Rollen
innerhalb des mikrobiellen Kreislaufes zugeordnet werden. Zuerst soll anhand von Seewasserverduennungskulturen
unter verschiedenen Naehrstoffkonzentrationen die Veraenderung der bakteriellen Gemeinschaft (FISH) und der
Hydrophobizitaet (LSM) gezeigt werden. Danach sollen diesselben Parameter waehrend einer Algenbluete in der
Nordsee analysiert werden. Zuletzt werden noch das Durchflusszytometer und die Kapillarelectrophorese als Ersatz
fuer das LSM auf See getestet.
Speziell soll bei diesen Experimenten auf den Einfluss der Naehrstoffe auf die bakterielle Zusammensetzung sowie
der Ladungsverteilung an der Bakterienoberflaeche geachtet werden.