Die Rolle des GABA B-Rezeptors in der Absence Epilepsie
The role of the GABA B receptors in absence epilepsy
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
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Absence Epilepsy,
Hypersynchrony,
Seizure Prevention,
Reticular Nucleus,
Synaptic Inhibition
Die Identifizierung jenes GABA B-Rezeptors, der in die Anfallsgenese involviert ist, ermöglicht die therapeutische Ansteuerung des relevanten Subtypes in der Behandlung von Absence Epilepsie. Die Epilepsie stellt in der Humanmedizin eine der häufigsten pathologischen Veränderungen des Zentralnervensystems dar, von der in Österreich über 70 000 Menschen betroffen sind. Der epileptische Anfall ist ein Symptom, keine Erkrankung. Im Zentrum jeder epileptischen Manifestation steht die gestörte Funktion zerebraler Neurone. Die ätiologische Abklärung der jeweiligen Epilepsie-Form ist Voraussetzung für eine adequate Therapie. Für das Auftreten von Absence Epilepsie wird eine Fehlfunktion im Neurotransmitter-Bereich verantwortlich gemacht. GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) stellt im Gehirn den wichtigsten Neurotransmitter dar, dessen Funktion durch GABA-Rezeptoren vermittelt wird. Die Untereinheit dieser Rezeptoren dient im N. Reticularis des Thalamus (nRt) der prä- und postsynaptischen Regulation. Diese Aktivitäten der thalamo- kortikalen Schaltkreise können sowohl als partielle synchrone Oszillationen ausgeprägt sein (im Schlaf), wie auch in Form von Hypersynchronität (bei Absence Epilepsie). Eine Hemmung im nRt verhindert die Ausbildung von Hypersynchronität. Aktuelle Studien zeigen, daß die Aktivierung von GABA B-Rezeptoren via endogener GABA- Freisetzung (v.a. bei Anfallsaktivität) eine Verminderung dieser Hemmung bewirkt. Verantwortlich für diese Reduktion erscheint ein GABA BR1b spezifischer Rezeptor. Wir stellen die Hypothese auf, daß die Antagonisierung dieses Rezeptors in einer anti-epileptischen Wirkung resultieren sollte. ZIEL: 1. Die Beurteilung der Funktion des GABA B-Rezeptors und seiner Rolle in der Anfallsgenese bei der Absence Epilepsie 2. Die Antagonisierung des GABA BR1b Rezeptors zur Induktion einer therapeutischen anti- epileptischen Wirkung. METHODE: Produktion von Genprodukten für GABA B-Rezeptor Subtypen, die intrazerebral eingebracht werden. Nachweis des funktionellen "Knock-down" dieser Rezeptoren. Beurteilung des Thalamus auf veränderte Erregbarkeit (GABA B-Rezeptor Response) durch Patch-Clamp-Technik.