Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (70%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%)
Keywords
Serotonin,
Anorexia nervosa,
Positron Emission Tomography,
Neuroimaging,
Bulimia nervosa
Abstract
Es gibt mittlerweile zahlreiche Hinweise, dass bei Patientinnen, die früher einmal an Bulimia nervosa (BN) oder
Anorexia nervosa (AN) gelitten haben, auch Jahre später noch Störungen in der Übertragung von Botenstoffen (v.a.
Serotonin, 5-HT) im Gehirn zu finden sind. Der Serotonin (5-HT)-Rezeptor 1a und 2a ist bei beiden Erkrankungen
von besonderem Interesse, da diese Rezeptoren eine wichtige Funktion sowohl in der Stimmungs- als auch
Appetitregulation einnehmen, und auch bei der Wirkung von Antidepressiva (mit serotonergem Wirkmechanismus)
eine wichtige Rolle spielen. Mit Hilfe der Positronenemmissionstomographie (PET) ist es möglich durch radioaktiv
markierte spezifische Substanzen, den sog. Radioliganden (Carbonyl-11C)WAY100635 (spezifische Bindung an
den 5-HT1a Rezeptor) und [18F]Altanserin (spezifische Bindung an den 5-HT2a Rezeptor), einen Einblick in den
Serotonin-Haushalt im menschlichhen Gehirn zu bekommen und den Zusammenhang dieser Stoffwechselvorgänge
mit menschlichem Verhalten zu untersuchen. Störungen in diesen Rezeptoren (erhoehte 5-HT1a und verminderte 5-
HT2a-Bindung) koennten zu Auffälligkeiten bei AN und BN beitragen. Mit dieser Methode sollen Frauen im Alter
zwischen 18 und 45 Jahren untersucht werden, die 1) früher einmal an einer Bulimia nervosa gelitten haben (15
Pers.); 2) früher an einer Anorexia nervosa vom bulimischen Typ gelitten haben (5 Pers.) und 3) gesund sind
(gesunde Kontrollgruppe) (10 Pers.). Die Ergebnisse dieser Untersuchung könnten bei der Entwicklung neuer
Behandlungsmethoden dieser oft chronisch verlaufenden Erkrankung einen entscheidenden Beitrag leisten.