Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
Ephesus,
Artemision,
Ionia,
Sanctuary,
Stratigraphy,
Excavations
Abstract
Das Artemision von Ephesos war von der archaischen Zeit bis in die Spätantike eines der berühmtesten
Heiligtümern des Mittelmeerraumes. Daher wird der Erforschung des Artemisions in der Klassischen Archäologie
und Kulturgeschichte große Bedeutung beigemessen. Die Baufolge der archaischen Kultbauten und ihr funktionaler
Zusammenhang konnten im Detail jedoch noch nicht geklärt bzw. ausreichend belegt werden. Das Verstehen der
Schichtenfolge und der baulichen Zusammenhänge ist jedoch eine Voraussetzung für jede kontextbezogene
Publikation der Fundauswertung. Eine wichtige Zielsetzung des beantragten Forschungsvorhabens ist daher die
schriftliche und graphische Darstellung der Bau- und Deponierungsvorgänge im Artemision, insbesondere im
Zeitraum von den frühesten nachweisbaren Bauvorgängen im 7. Jh. v. Chr. bis zur Monumentalisierung des
Tempels im 6. Jh. v. Chr.
Im Rahmen der kulturhistorischen Kontextualisierung müssen die vielfach betonten bautypologischen Eigenheiten
der ephesischen Tempelanlage definiert und begründet werden. Die benachbarten Heiligtümer Didyma, Sardes und
Samos sollen als Beispiele für große ionische Tempelanlagen in die typologische Analyse einbezogen werden.
Das beantragte Forschungsvorhaben kann für die Untersuchung der Akkulturationsprozesse im westlichen
Kleinasien einen wichtigen Beitrag liefern. Zu den Fragen, die durch eine nachvollziehbare
Entwicklungsgeschichte des ephesischen Artemisheiligtums voraussichtlich zu klären sind, zählen die Kontroverse
über den Deponierungszeitpunkt der frühesten Münzen und die Diskussion über die postulierte Entstehung des
Ringhallentempels in Ionien. Zukünftige Grabungspublikationen werden auf der entwicklungsgeschichtlichen
Analyse des Artemisions aufbauen können.