Geldabhängigkeitsbeziehungssysteme
On money dependence realtions systems
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Technische Wissenschaften (10%); Psychologie (60%); Soziologie (10%); Wirtschaftswissenschaften (20%)
Keywords
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Money,
Social Dependency,
Multi Agent Systems (Mas),
Social Institutions,
Utlility,
Emergence
Das vorliegende Forschungsprojekt widmet sich der Untersuchung der soziokognitiven Basis des Geldes mit Hilfe formaler Simulation. Es gibt bisher keine Studie, die ein explizites Model über die soziokognitive Funktion und die Bedeutung des Geldes in unserer Gesellschaft formuliert hat. Geld, im Sinne des Tauschmittels, ermöglicht einen funktionierenden Handel zwischen Marktteilnehmern die ausser dem Wert des Geldes und dem Wert des Handelsguts nichts von einander zu wissen brauchen. Die soziokognitiven Besonderheiten eines solchen Handelssystems werden in der vorliegenden Arbeit vor dem Hintergund des direkten Tauschhandels untersucht. Die theoretische Basis für die soziokognitive Modellierung der Agenten liefert Castelfranchi`s (1991, 1992, 1995, 1996) Theorie der sozialen Abhängigkeit. Mithilfe eines simulationstheoretischen Ansatz aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz (Multi Agenten Systeme, MAS) werden teilautonome Agenten für zwei Wirtschaftsmodelle modelliert: den direkten- und den monetären Handel. Multi Agenten Systeme (Mas) setzten sich aus mehreren teilautonomen Agenten zusammen, die durch das gemeinsame Verfolgen ihrer Ziele (z.B. Handel) mehr erreichen als im Alleingang. Aufgrund der Dynamik können schon mit Agenten die mit relativ einfachen Strategien ausgestattet sind, selbstorganisierende Systeme modeliert werden. Die Agenten werden zunächst so modelliert, dass sie den sozialkognitiven Anforderungen des direkten Tauschhandels in kleinen Systemen gewachsen sind. Durch die schrittweise Erhöhung der Anzahl an Agent wird ein komplexeres System geschaffen, um zu beobachten ab wann, und durch welche Faktoren es zum Zusammenbruch des Handels kommt, oder zur Emergenz einer neuen Ordung führt. In einem zweiten Schritt wird ein Tauschmedium in das Handelssystem eingeführt und die Agenten werden so modelliert, dass sie den Handel mit dem Tauschmedium bewältigen. Analog zum direkten Tauschhandel wird die Anzahl der Agenten variert um die Entwicklung des Handelssystems zu verfolgen. Die entscheidenden Fragen die mit diesem Ansatz behandelt werden, zielen einerseits auf das ökonomietheoretisch fragwürdige Wertkonzept, andererseits auf die soziologische und sozialpsychologische Problematik der Emergenz von sozialen Institutionen (am Bespiel des Geldes). Letzteres soll vorallem neue Einsichten in die Bedeutung sozialer Institutionen für das gesellschaftliche Handeln des Menschen bringen. Die vorläufige Leitthese ist: Die Funktion sozialer Instutionen besteht in der Desozialisierung des ursprünglich sozialen Handelns. Insofern sind soziale Institutionen Katalysatoren gesellschaftlicher Komplexität.
- Universität Wien - 10%
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