PET-Studie: Monoaminooxidase A in postpartaler Depression
PET-Study: Monoaminooxidase A in Postpartum Depression
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (90%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (10%)
Keywords
-
Functional Neuroimaging,
Postpartum Depression,
Monoamino Oxidase A,
Serotonin,
Positron Emission Tomography,
11C-Harmine
Hintergrund: Der Begriff "Postpartale Depression" charkterisiert eine depressive Episode, die ihren Beginn kurz nach der Geburt eines Kindes bis etwa 12 Monaten nach der Entbindung nimmt und stellt mit einer Praevalenzrate von etwa 13 % die haeufigste Komplikation der Schwangerschaft muetterlicherseits dar. Am PET-Zentrum in Toronto wird ein besonderer Forschungsschwerpunkt auf die Neurobiologie der postpartalen Depression gelegt. Monoaminooxidase A (MAO-A) ist ein Enzym, das Serotonin, Norepinephrin und Dopamin abbaut. Das spezifische Verteilungsvolumen der Monoaminooxidase (MAO-DVs) ist im Verlauf einer depressiven Episode signifikant erhoeht (Mittelwert=34 % oder 2 STD, p<0.001). Im menschlichen Gehirn verhaelt sich der MAO-A- Spiegel invers zum Oestrogenspiegel, MAO-A steigt bei Oestrogen-Abfall an. MAO-DVs kann mittels [ 11C]- Harmin Positronemissionstomographie dargestellt werden. [ 11C] Harmin, ein selektiver MAO-A Ligand, verfuegt ueber alle Charakteristika eines ausgezeichneten PET-Radioliganden. [ 11C] Harmin zeichnet sich sowohl durch hohe Affinitaet fuer MAO-A (Ki=2 nM) als auch ausgezeichnete Reliabilitaetswerte aus, weiters ist es bezueglich Reversibilitaet und Sensitivitaet fuer Artefaktbildung einem anderen MAO-Liganden, [ 11C]-Clorgylin, klar ueberlegen. Diese Daten konnten in 6 gesunden ProbandInnen einer Test/Reteststudie bestaetigt werden. Erste erhobene Daten dreier Patientinnen, die unter einer Depression mit postpartalem Erstbeginn litten, zeigen vielversprechende Ergebnisse: MAO-DVs ist im Vergleich zu gesunden Probanden signifikant erhoeht (Mittelwert=31 % oder 1.8 STD, p<0.01). Hypothesen: (1) MAO-A DVs, ein Parameter fuer die MAO-Dichte, ist bei allen Frauen kurz nach der Entbindung (Tag 4-7 postpartal) erhoeht. (2) In gesunden Frauen normalisiert sich dieser postpartal zwischenzeitlich erhoehter MAO-A Spiegel bis zur 3.postpartalen Woche (der Zeitpunkt, zu dem auch der Oestrogenspiegel wieder seinen Normalbereich erreicht hat). (3) Der MAO-A Spiegel bleibt bei Frauen, die an postpartaler Depression erkranken, bis etwa 12 Wochen nach der Entbindung erhoeht. Studiendesign: MAO-A DVs soll mittels [ 11C] Harmin in folgenden 4 Gruppen bestimmt werden: Gruppe 1: 15 gesunde Frauen Gruppe 2: 15 postpartale gesunde Frauen an Tag 4-7 nach der Entbindung. Gruppe 3: 15 postpartale gesunde Frauen, 3-12 Wochen nach der Entbindung. Gruppe 4: 15 Frauen, die an postpartaler Depression erkrankt sind, 3-12 Wochen nach der Entbindung. Klinische Relevanz: Sollte der MAO-A Spiegel tatsaechlich waehrend der 1.postpartalen Woche signifikant erhoeht sein, wuerde dies einen bedeutenden Monoaminverlust als wichtigen neurobiologischen Faktor in der Enstehung der postpartalen Depression identifizieren. Diese Ergebnisse koennten die Basis fuer zukuenftige klinischer Studien mit MAO-Hemmern zur Therapie postpartaler Depression bilden, dies wurde unseres Wissens bisher noch nicht erforscht.
- University of Toronto - 100%
- Medizinische Universität Wien - 10%