Produktivitätsspillovers zwischen OECD Industriezweigen
Productivity Spillovers between OECD Industries
Wissenschaftsdisziplinen
Wirtschaftswissenschaften (100%)
Keywords
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Productivity,
Spillovers,
Industry Data,
Manufacturing,
Spatial Econometries,
GM estimation
Produktivitätsspillovers sind ein wichtiges Element in jüngeren ökonomischen Modellen der neuen Wachstums- und Außenhandelstheorie. Die Wichtigkeit solcher Spillovereffekte wird auch durch zahlreiche empirische Studien auf Länder- und Regionenebene belegt. Es existieren jedoch kaum Studien auf sektoraler Ebene. Konkret existiert keine Studie, die mittels sektoraler Daten eine umfassende Schätzung von inter- und intrasektoralen Spillovers vornimmt. Auf diese Lücke in der empirischen Literatur zielt das vorliegende Foschungsprojekt ab, wobei hierzu sektorale Daten aus dem Bereich der Warenerzeugung von OECD Ländern und ein räumlich-ökonometrischer Ansatz herangezogen werden. Der erste Beitrag dieser Studie besteht in der Konstruktion von Maßen für die Intensität der Interaktionen zwischen Sektoren. In Studien, die geografische Einheiten verwenden, ist eine Funktion der Distanz ein natürliche Wahl. Solch ein natürliches Maß fehlt für sektorale Daten, was auch ein Grund für den Mangel an Studien in diesem Bereich sein dürfte. Der erste Schritt besteht daher darin, Maße für die Intensität der Interaktionen zwischen Sektoren auf nationaler und internationaler Ebene zu erstellen. Vor dem Hintergrund des Projektzieles der Untersuchung von Produktivitätsspillovers stellen Handelsströme ein geeignetes Maß für die Distanz (ökonomische Interaktionen) zwischen Sektoren dar. Da Produktivitätsspillovers vornehmlich zwischen Unternehmen stattfinden, und der Handel zwischen Firmen zu einem Großteil Intermediärhandel darstellt, sind Input-Output Daten eine geeignete Wahl zur Messung des Ausmaßes und der Intensität der Interaktionen zwischen Industriezweigen. Diese Maße werden aus OECD Input-Output Daten konstruiert und werden in Form einer Gewichtungsmatrix zusammengefasst, in der jedes Element die Interaktionen zwischen Sektor i von Land j mit Sektor k von Land l angibt. Diese Matrix ist ein wichtiger Bestandteil des vorliegenden Projektes, dürfte darüber hinaus aber auch in anderen Anwendungsfällen von Interesse sein. In einem nächsten Schritt wird ein räumlich-ökonometrischer Ansatz herangezogen, um auf sektorale Spillovereffekte zwischen und innerhalb von Ländern zu testen. Dieser ökonometrische Ansatz reflektiert sehr treffend die zu testenden theoretischen Hypothesen. Nach Bestimmung der geeigneten empirische Modellierung der Spillovereffekte mittels einer Reihe von Spezifikationstests wird das empirische Modell geschätzt, wobei der kürzlich entwickelte Schätzer von Kelejian und Prucha (2006) herangezogen werden soll, der die Möglichkeit eines heteroskedasten Störterms in dem räumlich autoregressiven Prozess berücksichtigt. Das empirische Modell wird dann erweitert, um auf Unterschiede zwischen inter- und intra-sektoralen Spillovers, auf die Bedeutung von internationalen Grenzen, sowie auf Unterschiede zwischen Ländern in der Stärke der Spillovereffekten zu testen. Die Schätzung des erweiterten empirischen Modells erfordert auch eine methodologische Erweiterung des Schätzers von Kelejian und Prucha (2006) um die Möglichkeiten von Parameterheterogenität in dem räumlich autoregressiven Prozess zu berücksichtigen. Wenngleich diese methodische Erweiterung durch die Forschungsfragen des vorliegenden Projektes motiviert ist, so dürfte der im Rahmen des Projektes zu entwickelnde verallgemeinerte Schätzer auch in anderen Anwendungen von Interesse sein.
- University of Munich - 100%