Nerventransplantation: Modalitätsspezifisches Transplantat
Modality Specific Nerve Grafting
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
-
Peripheral nerve,
Nerve Graft,
Neurotropin,
Dorsal Root Ganglion,
Ventral Root
Trotz vorhandener Regenerationsfähigkeit peripherer Nerven, ist das funktionelle Ergebnis häufig nicht optimal und bleibt insgesamt hinter dem einer primären Nervennaht zurück. Die Transplantation autologer Spendernerven wird in der klinischen Praxis als Goldstandard zur Überbrückung großer, primär nicht adaptierbarer Defekte angewendet. Ziel dieser Arbeit ist es durch die Entwicklung modalitätsspezifischer autologer Nerventransplantate die funktionellen Ergebnisse nach Nerventransplantation zu verbessern. Kürzlich erworbene Daten geben zur Vermutung Anlass, dass sich hinsichtlich des Wachstumsfaktoren-Profils verschiedene Schwann-Zellen- Phänotypen unterscheiden lassen. Ziel I: Der erste Teil dieses Projekts dient zur Evaluierung des Schwann-Zellen-Phänotyps unterschiedlicher Axon- Populationen. Unter Verwendung von RT-PCR wird die Gen-Up-Regulation von 11 verschiedenen Wachstumsfaktoren in peripheren Nerven ermittelt. Es wird sowohl das Wachstumsfaktorprofil von Schwann- Zellen peripherer motorischer Axone und dorsaler Spinalnervenwurzeln ermittelt als auch das von Schwann-Zellen motorischer und sensorischer Afferenzen. Weiters, wird das Wachstumsfaktorenprofil von nicht-myelinisierenden Schwann-Zellen nach Denervierung untersucht. Ziel II: Der zweite Teil dieser Arbeit soll klären, ob sich die funktionellen Ergebnisse nach Rekonstruktion gemischter Nerven mittels Transplantation von rein sensorischen oder rein motorischen Nerven unterscheiden. Das Ergebnis wird mittels Gangbildanalyse, Tests der sensorischen Funktion und morphologischer Kontrolle (retrograde labeling) evaluiert. Zuerst werden die Ergebnisse von Hautnerventransplantaten erhoben (Referenzwerte), anschließend erfolgt die Rekonstruktion gemischter Nerven mittels ventraler Spinalnervenwurzel. Die beschriebenen Experimente sollen zur Aufklärung der molekularbiologischen Reaktion von Schwann-Zellen, auf die Denervierung nach Verletzungen peripherer Nerven beitragen. Dieses Wissen könnte die spezifische Modifikation von autologen Nerventransplantaten ermöglichen. Ergebnisse früherer Experimente lassen vermuten, dass dadurch das funktionelle Ergebnis verbessert werden kann. Dies soll im zweiten Teil dieses Projekts überprüft werden. Nachdem autologe Transplantate von gemischten Nerven aufgrund des Hebedefekts nicht zur Verfügung stehen, könnten mittels Gentherapie modifizierte Transplantate eine mögliche Alternative darstellen.
- Johns Hopkins University - 100%
- Medizinische Universität Wien - 10%