Verbesserung von Navigation zwischen Dokumenten in GUIs
Improving Between-Document Navigation in Graphical User Interfaces
Wissenschaftsdisziplinen
Informatik (90%); Psychologie (10%)
Keywords
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Human-Computer Interaction,
Graphical User Interfaces,
Between-document Navigation,
Interaction Design
In derzeitigen Desktopsystemen gängige Benutzerschnittstellen, Werkzeuge und Interaktionstechniken weisen eine Vielzahl von usability-bezogenen Einschränkungen und Mängeln auf, wodurch sie unnötig schwierig und unpraktisch zu benutzen sind. Grund dafür ist, dass viele der häufig genutzten Techniken und Werkzeuge für die grundlegenden Interaktionsaufgaben noch aus den früheren Tage des "Personal Computings" stammen, und seitdem entweder unverändert geblieben sind, oder aber lediglich durch kleine Änderungen im Design verbessert worden sind. Ein wesentliches Beispiel dafür sind die Navigation und der Wechsel zwischen einzelnen Dokumenten, die in verschiedenen Fenstern angezeigt sind - eine extrem häufig durchgeführte Interaktionsaufgabe. Diese kann sehr beschwerlich in der Ausführung sein, insbesondere dann, wenn viele Dokumente und Fenster zeitgleich geöffnet sind und wenn die "klassischen" Navigationstechniken (wie Manipulation von Fensterrahmen und Titelleisten, Alt- Tab Tastenkombinationen, Auswahl in der Task-Leiste) verwendet werden. Während also diese üblichen Navigationsmethoden zum Wechsel zwischen den Dokumenten im Wesentlichen unverändert geblieben sind, haben sich die Hardware-Ausrüstung, die Arbeitsumgebung und die Benutzergruppen (also der Nutzungskontext, für den diese Methoden ursprünglich entworfen wurden) erheblich verändert. Relevante Änderungen sind etwa die Verwendung von leistungsstarken Prozessoren die Mehrprogrammbetrieb erlauben, die Verwendung von mehreren zusammengeschlossenen und immer größeren Monitoren, sowie die Verwendung von Eingabegeräten wie Touchpads und Trackpoints, insbesondere in unruhigen und wackeligen Arbeitsumgebungen (wie z. B. in Flugzeugen oder Zügen). Außerdem nehmen die Anwender mit Beeinträchtigung der feinmotorischen Bewegungen, was beispielsweise die Cursorsteuerung erheblich erschwert, mehr und mehr zu, wie kleine Kinder, Behinderte und Senioren. Insgesamt wurde sehr wenig unternommen, um dem Anwender in der Navigation zwischen Dokumenten zu unterstützen und diese Interaktionsaufgabe damit effizienter und weniger fehleranfällig zu gestalten. Das Ziel dieses Projektes ist es, die klassischen Techniken für die Navigation zwischen Dokumenten zu verbessern und neue Alternativen dafür zu entwickeln. In der ersten Projektphase werden Dokumentnavigationstätigkeiten durch Langzeitstudien grundlegend analysiert und es wird das Benutzerverhalten mittels mathematischer Modelle beschrieben. In der darauffolgenden zweiten Projektphase wird ein benutzerzentrierter Designprozess zum Einsatz kommen, um so Verbesserungen und Alternativen zu den bestehenden Navigationstechniken zu entwickeln. Diese Verbesserungen und Alternativen sollen in der dritten und abschließenden Projektphase mittels Hypothesentests in mehreren Benutzerexperimenten gegenüber den klassischen Techniken ausgewertet und verglichen werden.
- University of Canterbury - 100%