Untersuchungen zu Infektion bei Hüft- und Knieprothesen
Investigation of Infected Knee- and Hipendoprosthesis
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
-
Infection,
Total Joint Replacement,
Therapy,
Endoprosthesis
Durch Hüft- und Kniegelenks-Ersatzoperationen konnte die Lebensqualität der zunehmend älteren Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten entscheidend verbessert werden. Die Implantation von Hüft- und Knieendoprothesen zählt zu den derzeit erfolgreichsten medizinischen Eingriffen überhaupt. Trotz dieser beachtlichen Erfolge bei endoprothetischem Hüft und Kniegelenkersatz gilt die tiefe Infektion als eine der am meisten gefürchteten Komplikationen mit oft monatelangem Verlauf und verheerenden Folgen für den Patienten. Derzeit werden bei der Behandlung von Infektionen von Hüft- und Knieendoprothesen verschiedene Strategieen angewendet. Leider fehlen bislang exakte Richtlininen wann welche Verfahren zur Bekämpfung von periprothetischen Infektionen zur Anwendung kommen sollen. Daher bleibt oft nur als letztes Mittel die Entfernung aller Implantate und die Versteifung der Gelenke. Das Ziel dieser Studie ist die Diagnose und Behandlung von periprothetischen Infekten bei Hüft- und Knieimplantaten zu verbessern. Dies soll durch 2 verschiedene Ansätze erfolgen: Zum einen werden wir retrospektiv die Behandlungsergebnisse bei Protheseninfekten in Bezug auf den Infektionserreger und die verschiedenen Behandlungsmethoden evaluieren. Dafür werden alle Fälle mit infizierten Hüft- und Knieendoprothesen die an der Mayo-Klinik in Rochester, U.S.A, von 1995-2008 behandelt wurden untersucht. Dabei handelt es sich um mehr als 1000 Fälle, was in Anbetracht der geringen Inzidenz von Infektionen nach Hüft- und Knieendoprothesen von ca. 2% eine extrem große Patientengruppe darstellt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen haben das Potential, neue Standards in der Behandlung von periprothetischen Infekten zu setzen. In dem zweiten Projektansatz werden wir prospektiv neue Techniken zur Diagnose von Infektionen bei Hüft- und Knieendoprothesen evaluieren. Bisher gibt es noch keine verläßlichen Methoden zur Diagnosesicherung. Daher werden viele Infektionen zu spät oder oft gar nicht erkannt. Es ist notwendig neue Methoden zu evaluieren um die Diagnose zu verbessern. Es sollen daher in einem zweiten Ansatz dieses Projektes prospektiv neue molekulare Untersuchungsmethoden evaluiert werden: Dazu zählt die Ultraschall-Behandlung von explantierten Implantaten um Bakterien von der Oberfläche für spätere Analysen zu lösen. Weiters soll die Möglichkeit untersucht werden den Nachweis von Bakterien-16S-ribosomaler deoxyribnuklein Säure (rRNA) mittels Polymerase Chain Reaktion (PCR) für die Diagnose von periprothetischen Infektionen zu verwenden. Zusätzlich soll prospektiv untersucht werden ob Serum-Parameter wie Tumor necrosis factor-a (TNF-a), Interleukin(IL)-6 und 10 und Procalcitonin zur Diagnostik von periprothetischen Infektionen geeignet sind. Die Ergebnisse dieser Studie und die erlernten Methoden können dazu beitragen die Diagnose und Behandlung von Infektionen bei Hüft- und Knieendoprothesen in Österreich zu verbessern.
- Mayo Clinic - 100%
- Medizinische Universität Wien - 10%