Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Krebs
Factors in chronic intestinal inflammation and cancer
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
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Colon Cancer,
Inflammatory bowel disease,
NFkB,
TLR,
Helicobacter hepaticus,
Innate Inflammation
Chronisch- entzündliche Erkrankungen sind oftmals mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden. Sowohl genetische Prädisposition als auch persistierende Infektionen spielen dabei eine Rolle. Unkontrollierte Stimulierung von Zellen des angeborenen Immunsystems durch diverse Pathogene kann zu einer gestörten Gewebs-Homöostase und Krebs führen. Für eine steigende Zahl von humanen Krebsarten wird bereits eine mikrobielle Ätiologie vermutet. So werden z.B. persistierende Helicobacter pylori Infektionen für die Entstehung von Magenkrebs verantwortlich gemacht. Eine unkontrollierte Immunantwort gegen die Darmflora wird auch als Auslöser für chronisch-enzündliche Darmerkrankungen (CED), wie z.B. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, angenommen. Interessanterweise wurde kürzlich gezeigt, dass Mutationen im NOD2/CARD15 Gen, einem Erkennungs-Rezeptor für bakterielle Strukturen, mit einer Prädisposition für Morbus Crohn einhergehen. Außerdem haben CED- Patienten ein erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Das Ziel dieses Projektes ist es genetische Prädispositionsfaktoren als auch Entzündungsfaktoren für CED und die daraus resultierenden Krebserkrankungen zu untersuchen. Diese Fragestellung soll mittels eines neuen inflammatorischen Mausmodells bearbeitet werden. In prädisponierten Mausstämmen führt eine Infektion mit dem mit Helicobacter pylori verwandtem Bakterium Helicobacter hepaticus zu chronischer Darmentzündung und Darmkrebs. Dieses Modell wird bereits im Labor von Prof. Powrie verwendet, um Prädispositionfaktoren durch Kreuzung und Kartierung von empfänglichen und resistenten Mausstämmen zu bestimmen. Das Ziel des vorgeschlagenen Projektes ist es nun die Rolle der identifizierten Faktoren bei der Entstehung von chronischen Entzündungen und Krebs zu analysieren. Außerdem soll in diesen Mausstämmen die Expression von pro und anti- inflammatorischen, als auch tumorigenen Faktoren nach der Infektion mit H. hepaticus bestimmt werden. Ein besseres Verständnis der genetischen und molekularen Mechanismen, die der Empfänglichkeit für H. hepaticus induzierte CED und Krebs zugrundeliegen, könnte auch hilfreich für die Entwicklung verbesserter Behandlungsmethoden humaner chronischer Entzündungen und den damit assozierten Krebserkrankungen sein.
- Medizinische Universität Wien - 10%
- The University of Oxford - 100%