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Kindheitstrauma Stress und ungewollte intrusive Gedanken

Child traumatic stress and unwanted intrusive thoughts

Manuel Sprung (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/J2853
  • Förderprogramm Erwin Schrödinger
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2009
  • Projektende 30.06.2011
  • Bewilligungssumme 57.300 €

Wissenschaftsdisziplinen

Psychologie (100%)

Keywords

    Unwanted intrusive thoughts, Child traumatic stress, Theory of mind, Children's knowledge about thinkingPTSD, Social-cognition, PTSD

Abstract

Bedauerlicherweise erlebt eines von vier Kindern traumatische Ereignisse noch vor dem 16. Lebensjahr. Die meisten dieser Kinder entwickeln posttraumatische Belastungsreaktionen und ein kleiner Anteil entwickelt klinische Syndrome wie die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Zu den häufigsten Belastungsreaktionen gehört intrusives Wiedererleben, wozu auch ungewollte intrusive Gedanken gehören. Intrusive Gedanken sind symptomatisch für viele psychische Störungen, kommen aber auch bei der Mehrheit nicht-klinischen Personen vor. Klinische Studien konzentrieren sich auf intrusive Gedanken die mit negativem Affekt assoziiert sind. Nicht alle intrusiven Gedanken sind jedoch negative und es ist auch nicht normal, dass psychologisch gesunde Personen nur positive oder neutrale Gedanken haben. Studien zum Verhältnis zwischen positive und negative Gedanken betonen die Bedeutung des Gleichgewichts zwischen positiven and negativen Kognitionen, wobei Abweichungen von diesem Gleichgewicht mit Psychopathologie assoziiert sind. Dies legt nahe, dass ein Ungleichgewicht von intrusiven Gedanken auch mit PTBS, oder traumatischen Erfahrungen an sich, in Zusammenhang steht. In einer Untersuchung mit Kindern die vom Hurricane Katrina Desaster betroffen waren wurden Vorschul- und Volkschulkinder zu ungewollten intrusiven Gedanken befragt (Sprung, in press). Es zeigten sich überraschend keine Unterschiede im generellen Auftreten und der Häufigkeit von intrusiven Gedanken zwischen vom Hurrikan betroffen Kindern und Kindern einer Kontrollgruppen. Es zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede in den Gedankeninhalten. Ein größerer Anteil an Kindern der Kontrollgruppe berichtet von positiven oder neutralen Gedankeninhalten (z.B., Gedanken an ein neues Spielzeug oder den letzten Urlaub), während die Mehrheit der vom Hurrikan betroffenen Kinder negative Inhalte berichteten (z.B., Gedanken an ein verschwundenes Haustier, einen Unfall, oder die Zerstörung durch den Hurrikan). Während, in der Kontrollgruppe ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen positiven and negativen Inhalten zu beobachten war, zeigte sich ein Ungleichgewicht mit vielen negativen Inhalten in vom Hurrikan betroffenen Kindern. Das zentrale Anliegen des beantragten Forschungsvorhabens ist es diesen Ungleichgewichtseffekt im Zusammenhang mit anderen Arten von traumatischen Erfahrungen weiter zu untersuchen. Dafür werden Stichproben von Kindern mit Gewalterfahrungen im häuslichen Umfeld oder in der Schule, sowie eine Stichprobe von Kindern die besonders gefährdet sind traumatische Erfahrungen zu machen, nämlich Kinder von Familien mit psychischen Störungen, mit einer Kontrollgruppe verglichen. Es wird vermutet, dass Kinder mit einem Ungleichgewichteffekt ein erhöhtes Risiko für Psychopathologie haben, während Kinder die ein Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Gedankeninhalten zeigen eher resilient sind. Aber warum können manche Kinder nicht über ihre intrusiven Gedanken richtig Auskunft geben? Es wird berichtet, dass die Prävalenz von PTBS und PTBS Symptomen in jüngeren Kindern geringer ist, was auch so interpretiert wurde, dass junge Kinder resilienter sind. Die Fähigkeit jüngerer Kinder über ihre kognitiven Symptome Auskunft zu geben ist jedoch vom jeweiligen Entwicklungsstand ihrer kognitiven Fähigkeiten beeinflusst. Entwicklungspsychologische Forschung hat gezeigt, dass das Verständnis für viele grundlegende Eigenschaften des Denkens und dessen Zusammenhang mit Gefühlen bei Vorschul- und Volkschulkinder noch nicht vollständig entwickelt ist. Dies lässt vermuten, dass manche Kinder kein ausreichendes Verständnis der Gedankenprozesse (z.B. der partiellen Unkontrollierbarkeit der Gedanken) haben, um über intrusiven Gedanken Auskunft zu geben. In meiner Studie nach Hurrikan Katrina wurden die Kinder auch mit einer Batterie an Aufgaben getestet die ihr Verständnis für Gedankenprozesse erfassen. Es zeigte sich, das jene Kinder mit fortgeschritten Verständnis für Gedankenprozesse auch eher von ihren intrusiven Gedanken berichteten konnten, was die Vermutung bestätigt, dass die Fähigkeit über kognitive Symptome Auskunft zu geben ein bestimmtes Niveau an Verständnis von Gedankenprozessen voraussetzt. Dieser Befund wird im beantragten Forschungsvorhaben weiter untersucht, wobei das Verständnis für Gedankenprozess sowie die eigenen intrusiven Gedanken bei den oben beschriebenen Stichproben (Gewalt zuhause oder in der Schule, Familien mit psychischen Störungen, und Kontrollgruppe) erhoben werden. Darüber hinaus kann die kognitive Funktionsfähigkeit der Kinder nach traumatischen Erfahrungen auch beeinträchtigt ein. Sie können Schwierigkeiten haben spezifische persönliche Erinnerungen wiederzugeben. Dieser über-generelle Gedächtniseffekt hängt auch mit PTBS Symptomen, insbesondere intrusiven Gedanken, zusammen. Es wird daher im beantragten Projekt der Zusammenhang zwischen über-generellem Gedächtnis und traumatischen Erfahrungen bei jungen Kindern überprüft. Vermutlich besteht auch eine Verbindung zwischen über- generellem Gedächtnis und dem Ungleichgewicht von intrusiven Gedanken, nach traumatischen Erfahrungen. Dies wird ebenfalls untersucht. Traumatische Erfahrungen können aber auch direkt zu einer Beeinträchtigung des kindlichen Verständnisses für Gedankenprozesse führen, wie es bei Kindern mit Gewalterfahrungen zuhause oder in der Schule, sowie bei Kindern von Eltern mit psychischen Störungen gezeigt wurde. Daher wird auch untersucht ob das Verständnis für Gedankenprozesse in den entsprechenden Stichproben im Vergleich zur Kontrollgruppe beeinträchtigt ist

Forschungsstätte(n)
  • Harvard University - 100%

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