Die Rolle endothelialer Vorläuferzellen in der Inflammation
The Role of Endothelial Progenitor Cells in Inflammation
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%)
Keywords
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Endothelial Progenitor Cells,
Inflammation,
Rheumatoid Arthritis,
Atherosclerosis
Die chronische Polyarthritis (cP) ist die häufigste entzündliche rheumatische Erkrankung des Erwachsenenalters. Wird sie unzureichend oder gar nicht behandelt, führt die cP zu destruktiven Veränderungen der Gelenke, Immobilität und schlussendlich zur Invalidität. Ein weiteres Merkmal der cP ist das gehäufte Auftreten von Atherosklerose und deren Komplikationen, wie eine erhöhte kardiovaskuläre Komorbidität. In den letzten Jahren hat die Forschung große Fortschritte auf dem Gebiet der Entzündungsmechanismen, die zur Gelenkszerstörung, führen gemacht, allerdings ist über die akzelerierte Entwicklung der Atherosklerose wenig bekannt. Endotheliale Progenitorzellen (EPZ) sind wichtig für vaskuläre Reparaturmechanismen und die Ausbildung neuer Blutgefäße. Eine Verminderung von EPZ führt zu einer verstärkten Atherosklerose, andererseits ist bekannt, dass diese Zellen auch für die ungewollte Gefäßneubildung in der inflammierten Synovia verantwortlich sind. In welchem Ausmaß die EPZ für die Unterhaltung der synovialen Inflammation beziehungsweise die Entstehung der Atheroskleose verantwortlich sind, ist noch nicht bekannt. Frühere Arbeiten unserer Gruppe zeigten, dass die im peripheren Blut zirkulierenden EPZ bei cP Patienten vermindert sind. In diesem Antrag gehen wir von der Annahme aus, dass die chronische synoviale Entzündung zu einem erhöhten EPZ-"Verbrauch" und verminderter Verfügbarkeit führt und dadurch die vaskulären Reparaturmechanismen negativ beeinflusst werden, was wiederum zu einer schnelleren Atheroskleroseentwicklung in dieser Erkrankung führt. Wir nehmen an, dass durch therapeutische Ansätze, die zu einer verminderten EPZ-Akkumulation in den entzündeten Gelenken führen, die synoviale Inflammation reduziert und gleichzeitig vaskuläre Reparationsmechanismen verbessert werden. Professor Cornelia Weyand und ihre Mitarbeiter vom Lowance Center for Human Immunology and Rheumatology an der Emory Universität studieren seit langer Zeit verschiedene Mechanismen auf dem Gebiet der Atherosklerose. Unsere Gruppe an der Medizinischen Universität Wien hingegen hat mehrere Studien über EPZ bei cP durchgeführt. Mit diesem Projekt wollen wir die Erfahrung beider Gruppen zusammenführen und die Rolle von EPZ bei der Gelenksentzündung und der erhöhten kardiovaskulären Komorbidität bei der cP untersuchen. Die Studien sollen anhand eines Tiermodells (Maus), das beide Krankheiten aufweist erfolgen. Die Arthrits soll mittels Kollagen Typ II in Mäusen, die aufgrund eines Apo E knockout eine Atherosklerose entwickeln, hervorgerufen werden. Anhand dieses experimentellen Ansatzes werden wir die Rolle der EPZ in beiden Erkrankungen studieren. Wir postulieren, dass EPZ sowohl in das entzündliche Gelenk als auch in die atherosklerotische Gefäßwand einwandern. Weiters werden wir studieren, ob die Integrin-linked-kinase, ein Enzym das eine wichtige Rolle für die EPZ-Migration spielt, ein potentielles therapeutisches Ziel darstellt. Zusätzlich werden wir den Einfluss verschiedener Immunsuppressiva, Statine, ACE-Hemmer und Erythropoietin die für die Behandlung der cP eingesetzt werden, und deren Einfluss auf EPZ bei beiden Krankheiten näher untersuchen.