Ein individuen-basiertes Waldmodell auf Landschaftsebene
iLAND: An individual-based forest landscape model
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (15%); Informatik (25%); Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (60%)
Keywords
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Individual-Based Forest Modeling,
Landscape Modeling,
Disturbance Interactions,
Climate Change,
Sustainable Forest Management,
Ecosystem Management
Der Klimawandel stellt eine große Herausforderung für die nachhaltige Waldbewirtschaftung dar. Auswirkungen auf das Störungsregime sind diesbezüglich von besonderer Bedeutung. In einem wissenschaftsgestützten, ökosystemaren Ansatz der nachhaltigen Waldbewirtschaftung (SFEM) müssen derartige Änderungen in klimatischen Rahmenbedingungen und Störungssystemen explizit berücksichtigt werden. Vor allem in Ökosystemen mit stark klimasensitiven und interagierenden Störungssystemen ist das Verständnis der natürlichen Störungsdynamik aber noch stark limitiert. Aktuelle Modellierungsansätze sind diesbezüglich entweder durch räumlich begrenzte Betrachtungseinheiten in der Abbildung großflächiger Störungssysteme eingeschränkt (i.e. Bestandesmodelle) oder entsprechen durch geringe strukturelle Auflösung nur begrenzt den Informationsanforderungen von SFEM (i.e. Modelle auf Landschaftsebene). Um diese Lücke zu schließen verfolgt das vorgeschlagene Projekt folgende Zielsetzungen: (i) Entwicklung eines integrierten, individuen-basierten Waldökosystemmodells auf Landschaftsebene; (ii) Adaption von prozessorientierten, klimasensitiven Störungsmodulen auf Basis ökologischer Zusammenhänge für diese Simulationsumgebung und (iii) Evaluierung des Modells anhand von zwei Fallstudien in temperierten Waldökosystemen. Um (Interaktionen von) Störungen prozessorientiert abbilden zu können und für SFEM relevante Informationen über das Ökosystem bereitzustellen wird ein individuen-basiertes Waldökosystemmodell auf Landschaftsebene entwickelt. Der Ansatz vereint aktuelle Fortschritte in der Modellierung von Waldlandschaften mit effizienten Algorithmen aus Einzelbaummodellen und prozessbasierten Produktionsmodellen. Bisherige Ansätze in der Störungsmodellierung werden vor allem in Hinblick auf Klimasensitivität und Interaktionen mit anderen Prozessen adaptiert. Der Modellansatz wird für je eine Fallstudie im Alpenostraum (Österreich) und dem Pazifischen Nordwesten der USA parametrisiert und evaluiert, wobei die Schwerpunkte dabei auf Wind-Borkenkäfer (Europa) und Feuer-Borkenkäfer (Amerika) Interaktionen liegen. Zusammenfassend soll mit der Modellstudie ein Beitrag zu einem verbesserten Verständnis von SFEM unter sich ändernden Klima- und Störungsregimes geliefert werden sowie eine über die Bestandesebene hinaus reichende ökologische Perspektive in der Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen gestärkt werden.
- Oregon State University - 100%