Neuronale Membranantigene in Entmarkungskrankheiten
Neuronal membrane antigens in demyelinating diseases
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
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Neuronal membrane antigen,
Antibody,
Multiple Sclerosis,
Flow Cytometry,
Humn Fetal Brain Cdna Library,
Neuromyelitis Optica
Hintergrund Die Pathogenese entzündlich mediierter Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) ist komplex und heterogen. Man nimmt an, dass einige dieser Erkrankungen, wie zum Beispiel bestimmte Formen des Paraneoplastischen Syndroms oder Neuromyelitis optica (NMO) durch Antikörper hervorgerufen werden. Diese Hypothese basiert darauf, dass bei diesen Patienten hoch-spezifische und hoch-sensitive Antikörper gefunden werden können, welche gegen ZNS Antigene gerichtet sind. Es wird ein immer größer werdendes Spektrum an Autoimmunerkrankungen, mit und ohne Tumorassoziation, beschrieben, bei denen Antikörper gegen neuronale Oberflächenantigene oder synaptische Proteine gefunden werden können. Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch, meist schubhaft verlaufende Autoimmunerkrankung, welche durch Entmarkung bei relativ besser erhaltenen Axonen charakterisiert ist und das gesamte ZNS betreffen kann. MS tritt am häufigsten bei jungen Erwachsenen auf und führt zu physischer und psychischer Beeinträchtigung. Das derzeitige Konzept über die Pathogenese unterstützt einen multifaktoriellen Prozess mit klinischer, immunologischer und pathologischer Heterogenität. Unglücklicherweise war es bisher unmöglich, jene Autoantigene eindeutig zu identifizieren, welche bei den einzelnen MS Patienten als Zielstrukturen fungieren. Jedoch mehren sich die Hinweise, dass Antikörper gegen neuronale Oberflächenantigene oder glioaxonale Proteine bei bestimmten Formen von Entmarkungserkrankungen zum Gewebsschaden bzw. Krankheitsverlauf beitragen. Zielsetzung Das Ziel unseres Projektes liegt darin, neue neuronale Membranantigene zu identifizieren, welche in der Pathophysiologie von Entmarkungserkrankungen des ZNS eine Rolle spielen. Die geeigneten Methoden zu deren Bestimmung umfassen die Durchflusszytometrie und Immunzytochemie bei neuronalen Zellkulturen sowie das screenen einer fetalen Hirn cDNA Bank, weiters Immunprezipitation und Massenspektrometrie zur weiteren Charakterisierung der Antigene. Methoden Wir werden Seren von MS Patienten mit speziellen Verlaufsformen und NMO Patienten auf das Vorliegen von Antikörper gegen neuronale Oberflächenantigene untersuchen. Zu diesem Zweck werden wir Durchflusszytometrie und indirekte Immunfluoreszenz auf isolierten kortikalen Neuronen von Ratten untersuchen und eine fetale Hirn cDNA Bank screenen. Um die dabei identifizierten Antigene zu charakterisieren, werden wir Immunprezipiation und Massenspektrometrie anwenden. Relevanz der Studie Die Detektion von pathogenetisch relevanten Antikörpern gegen neuronale Oberlächenantigene bei Patienten mit Entmarkungserkrankungen in vivo ist sowohl für die Diagnose als auch für die Entwicklung neuer Therapieansätze bzw. Intensivierung der Immuntherapie wichtig, da dies zu einer besseren Prognose der Patienten führt.
- Hospital Clinic Barcelona - 100%
Research Output
- 1174 Zitationen
- 9 Publikationen
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2014
Titel Antibodies to MOG and AQP4 in adults with neuromyelitis optica and suspected limited forms of the disease DOI 10.1177/1352458514555785 Typ Journal Article Autor Höftberger R Journal Multiple Sclerosis Journal Seiten 866-874 Link Publikation -
2014
Titel Overlapping demyelinating syndromes and anti–N-methyl-D-aspartate receptor encephalitis DOI 10.1002/ana.24117 Typ Journal Article Autor Titulaer M Journal Annals of Neurology Seiten 411-428 Link Publikation -
2015
Titel Comparison of Diagnostic Accuracy of Microscopy and Flow Cytometry in Evaluating N-Methyl-D-Aspartate Receptor Antibodies in Serum Using a Live Cell-Based Assay DOI 10.1371/journal.pone.0122037 Typ Journal Article Autor Ramberger M Journal PLOS ONE Link Publikation -
2015
Titel Investigations on CXCL13 in Anti–N-Methyl-D-Aspartate Receptor Encephalitis: A Potential Biomarker of Treatment Response DOI 10.1001/jamaneurol.2014.2956 Typ Journal Article Autor Leypoldt F Journal JAMA Neurology Seiten 180-186 Link Publikation -
2012
Titel Protein kinase C? antibodies and paraneoplastic cerebellar degeneration DOI 10.1016/j.jneuroim.2012.12.002 Typ Journal Article Autor Höftberger R Journal Journal of Neuroimmunology Seiten 91-93 -
2014
Titel Carbonic anhydrase-related protein VIII antibodies and paraneoplastic cerebellar degeneration DOI 10.1111/nan.12118 Typ Journal Article Autor Höftberger R Journal Neuropathology and Applied Neurobiology Seiten 650-653 Link Publikation -
2013
Titel Patient With Homer-3 Antibodies and Cerebellitis DOI 10.1001/jamaneurol.2013.1955 Typ Journal Article Autor Höftberger R Journal JAMA Neurology Seiten 506-509 Link Publikation -
2013
Titel An Optimized Immunohistochemistry Technique Improves NMO-IgG Detection: Study Comparison with Cell-Based Assays DOI 10.1371/journal.pone.0079083 Typ Journal Article Autor Höftberger R Journal PLoS ONE Link Publikation -
2013
Titel Antibody Repertoire in Paraneoplastic Cerebellar Degeneration and Small Cell Lung Cancer DOI 10.1371/journal.pone.0060438 Typ Journal Article Autor Sabater L Journal PLoS ONE Link Publikation