MhyADH: Biokatalytische und strukturelle Charakterisierung
MhyADH: Biocatalytic and Structural Characterisation
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (20%); Chemie (10%); Industrielle Biotechnologie (70%)
Keywords
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Michael Hydratase/Alcohol Dehydrogenase,
Michael Addition,
Biocatalysis,
Enzyme
Das Enzym MhyADH (Michael Hydratase/Alkohol Dehydrogenase) [1] [2] ist eine kürzlich entdeckte Hydratase/Alkohol Dehydrogenase, die ihren Ursprung im Cyclohexanol abbauenden Bakterium Alicycliphilus denitrificans DSMZ 14773 (isoliert aus Klärschlamm) hat. Die Hydratase Aktivität von MhyADH katalysiert die enantioselektive Adddition von Wasser an alpha, beta-ungesättigte Carbonylverbindungen (natürliche Reaktion: 2- Cyclohexenon zu 3-Hydroxycyclohexanon). Diese Art von Reaktion ist mit einfachen chemischen Methoden nicht durchführbar. Dies spiegelt sich in der Tatsache wider, dass bis jetzt nur wenige nicht-enzymatische Methoden publiziert wurden. [3] [4] [5] Weiters katalysiert die ADH Aktivität anschließend die Umsetzung von 3- Hydroxycyclohexanon zu 1,3-Cyclohexanedion. MhyADH besteht aus drei Untereinheiten, wobei jede Untereinheit einen unterschiedlichen Co-Faktor besitzt. Die größte Untereinheit beinhaltet Molybdopterin, die mittlere Untereinheit eine FAD Einheit und die kleinste Untereinheit einen [2Fe-2S] Cluster. [1] [2] Durch das eingereichte Projekt soll das Enzym MhyADH in biokatalytischer und struktureller Hinsicht genauer charakterisiert werden. Hierbei soll das Substratspektrum bestimmt und die Enzymstruktur aufgeklärt werden um eine bessere Einsicht in den Mechanismus der Michael-Addition von Wasser zu erhalten. Weiters wird versucht werden das Enzym heterolog zu expremieren, wobei zum Beispiel E. coli als Expressionssystem verwendet wird. Die hier beschriebene Arbeit wird an der Technischen Universität von Delft unter der Leitung von Dr. Ulf Hanefeld (Arbeitsgruppe Biokatalyse und Organische Chemie) durchgeführt werden. [1] Jin J, Straathof AJJ, Pinske MWH, Hanefeld U: Purification, characterization, and cloning of a bifunctional molybdoenzyme with hydratase and alcohol dehydrogenase activity. Appl. Microbiol. Biorechnol 2011, 86:1831- 1840. [2] Jin J, Osakam PC, Karmee SK, Straathof AJJ, Hanefeld U: MhyADH catalysed Michael addition of water and in situ oxidation. Chem. Commun. 2010, 46:8588-8590. [3] Boersma AJ, Coquiere D, Geerdink D, Rosati F, Feringa BL, Roelfes G: Catalytic enantioselective syn hydration of enones in water using a DNA-based catalyst. Nat. Chem. 2010, 2:911-995. [4] Feng X, Yun J: Catalytic enantioselective boron conjugate addition to cyclic carbonyl compounds: a new approach to cyclic beta-hydroxy carbonyls. Chem. Comm. 2009:6577-6579. [5] Hartmann E, Vyasa DJ, Oestreich M: Enantioselective formal hydration of a,b-unsaturated acceptors: asymmetric conjugate addition of silicon and boron nucleophiles. Chem. Commun. 2011, 47:7917-7932
Ziel des Projektes war die Untersuchung eines Enzyms (Michael Hydratase Alkohol Dehydrogenase) für den Einsatz bei der Synthese von pharmazeutischen Bausteinen (z.B. sekundäre Alkohole). Frühere Publikationen beschreiben das Enzym als bi- funktionell, das heißt es ist in der Lage zwei unterschiedliche Reaktionen in diesem Fall eine Hydratisierung (Anlagerung von Wasser an Doppelbindungen) und eine Dehydrogenierung zu katalysieren. Der Fokus lag auf der Hydratisierungsreaktion, da hierfür Wasser als Substrat eingesetzt wird und dies eine sehr effiziente Synthesevariante darstellt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten die bereits publizierten Daten zur enzymatischen Aktivität zu reproduzieren, stellte sich heraus, dass die zu untersuchende Reaktion auch mit ganz einfachen Aminosäuren katalysiert werden kann und möglicherweise nicht wie beschrieben vom Enzym. Diese Beobachtung wurde zuvor noch nicht beschrieben und daher im Projekt als Alternative zur biokatalytischen Variante ausgebaut. Unter optimierten Bedingungen stellt die Reaktion eine sehr einfache Alternative zur Herstellung von sekundären Alkoholen dar. Die Schönheit liegt in der Einfachheit des Reaktionssystems. Da Wasser auch als Substrat fungiert, benötigt man neben dem Akzeptor-Substrat nur wässrigen Puffer und L-Lysin als Katalysator. Während der Studie wurden alle natürlichen Aminosäuren getestet und L-Lysin als die aktivste bestimmt. Aminosäuren sind sehr günstige und umweltfreundliche Katalysatoren, da sie in großen Mengen aus natürlichen Quellen gewonnen werden und sehr einfach zu entsorgen sind. Das entwickelte Reaktionssystem zur Hydratisierung von Doppelbindungen mit Aminosäuren als Katalysatoren stellt eine attraktive und einfache Alternative zu bereits bekannten Systemen dar. Der Vorteil liegt klar in der Einfachheit und Umweltfreundlichkeit der Reaktion.
Research Output
- 288 Zitationen
- 9 Publikationen
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2017
Titel Ester Synthesis in Water: Mycobacterium smegmatis Acyl Transferase for Kinetic Resolutions DOI 10.1002/adsc.201701282 Typ Journal Article Autor De Leeuw N Journal Advanced Synthesis & Catalysis Seiten 242-249 -
2015
Titel The selective addition of water DOI 10.1039/c4cy00692e Typ Journal Article Autor Resch V Journal Catalysis Science & Technology Seiten 1385-1399 Link Publikation -
2014
Titel Enantioselective Michael Addition of Water DOI 10.1002/chem.201405579 Typ Journal Article Autor Chen B Journal Chemistry – A European Journal Seiten 3020-3030 Link Publikation -
2014
Titel Michael hydratase alcohol dehydrogenase or just alcohol dehydrogenase? DOI 10.1186/s13568-014-0030-2 Typ Journal Article Autor Resch V Journal AMB Express Seiten 30 Link Publikation -
2014
Titel Addition of Water toC=C Bonds(book chapter). Typ Book Chapter Autor Book Chapter -
2013
Titel Draft genome sequence of Rhodococcus rhodochrous strain ATCC 17895 DOI 10.4056/sigs.4418165 Typ Journal Article Autor Chen B Journal Standards in Genomic Sciences Seiten 175-184 Link Publikation -
2013
Titel On the Michael Addition of Water to a,ß-Unsaturated Ketones Using Amino Acids DOI 10.1002/ejoc.201301230 Typ Journal Article Autor Resch V Journal European Journal of Organic Chemistry Seiten 7697-7704 Link Publikation -
2016
Titel MsAcT in siliceous monolithic microreactors enables quantitative ester synthesis in water DOI 10.1039/c5cy02067k Typ Journal Article Autor Szymanska K Journal Catalysis Science & Technology Seiten 4882-4888 Link Publikation -
2016
Titel Biocatalytic trifluoromethylation of unprotected phenols DOI 10.1038/ncomms13323 Typ Journal Article Autor Simon R Journal Nature Communications Seiten 13323 Link Publikation