VEGF-Antagonismus - Augenlicht und Gefäßfunktion
VEGF-Antagonsim - eyesight and vascular function
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
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Vascular endothelial growth factor - antagonism,
Flow mediated dilation,
Endothelial function,
Atherosclerosis,
Vascular function,
Age related macula degeneration
Hintergrund. Vascular endothelial growth factor (VEGF) ist in den pathogenetischen Prozess der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (AMD), der häufigsten Ursache für Erblinden in Industrieländern, involviert. Bei neovaskulärer AMD wirkt eine gezielte Blockade der VEGF- induzierten Angiogenese mittels Ranibizumab und Bevacizumab einer Progression des Visusverlustes entgegen. Da VEGF im Gefäßsystem zum Erhalt der Gefäßwandintegrität beiträgt könnte der therapeutische Einsatz dieser VEGF-Antagonisten zu endothelialer Dysfunktion und zu einer Erhöhung des kardiovaskulären Risikos führen. Dieses Forschungsprojekt soll den Einfluss der VEGF-Antagonisten Ranibizumab und Bevacizumab auf die Endothelfunktion und das kardiovaskuläre Risiko bei Patienten mit neovaskulärer AMD untersuchen. Studienziele. Primäres Studienziel ist, die Endothelfunktion von Patienten mit neovaskulärer AMD, die eine VEGF-antagonisierende Therapie mittels Ranibizumab oder Bevacizumab erhalten, und Patienten mit nicht-neovaskulärer AMD ohne Therapie (Kontrollgruppe) zu untersuchen. Zudem soll der Einfluss der beiden VEGF-Antagonisten auf kardiovaskulärer Risikomarker (Gefäßwandspannung, Pulswellengeschwindigkeit, endotheliale Vorläuferzellen, inflammatorische Serummarker, Serumspiegel von Ranibizumab und Bevacizumab, Blutdruck, Lebensqualität) im Vergleich zur Kontrollgruppe untersucht werden. Methoden. Zur Ermittlung der Endothelfunktion wird die flussmediierter Dilatation an der A. brachialis (FMD, flow mediated dilation) mittels Duplexsonographie vor und nach Beginn der Anti- VEGF-Therapie bei Patienten mit neovaskulärer AMD (Ranibizumab, N=30; oder Bevacizumab, N=30) untersucht. Zudem wird die Endothelfunktion dieser beiden Gruppen mit Patienten mit nicht- neovaskulärer AMD (Kontrollgruppe; N=60) verglichen. Bei allen Patienten werden zusätzlich die Gefäßwandspannung (mit Duplex-Ultraschall an der A. carotis communis, Software unterstützt), die Gefäßwandelastizität (Pulswellengeschwindigkeit), endotheliale Vorläuferzellen, angiogenetische und inflammatorische Serum-Marker, Plasmaspiegel von Ranibizumab und Bevacizumab, der Blutdruck (24-Stunden Monitoring) und die Lebensqualität (SF-36-Fragebogen) ermittelt. Relevanz. Ein Forschungsaufenthalt an dem international renommierten Forschungszentrum der Klinik für Kardiologie in Zürich ermöglicht den Einfluss von VEGF-Antagonisten auf die Endothelfunktion und kardiovaskuläre Risikomarker zu untersuchen. Das Projekt ermöglicht den Erwerb von Erfahrung mit den beschriebenen Methoden. Eine Integration der neu erlernten Methoden in die bereits vorhandene Expertise von PD Dr. Oliver Schlager ermöglicht nach der Rückkehr weitere hochrangige Forschung zur Untersuchung der Gefäßfunktionalität und pathophysiologischer Vorgänge im Rahmen der Entwicklung von Atherosklerose.
Das Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob und in welchem Ausmaß die lokale Injektion von vascular endothelial growth factor (VEGF) Antagonisten in das Auge systemische Marker für die Gefäßfunktion bei Patienten mit sogenannter neovaskulärer feuchter altersbedingter Makuladegeneration (AMD) beeinflusst. Als wichtigstes Ergebnis konnte gezeigt werden, dass systemische Marker der Gefäßfunktion bei Patienten mit feuchter AMD durch die lokale Injektion von VEGF Antagonisten nicht beeinflusst werden.AMD ist die wichtigste Ursache für Erblinden in Industrieländern. Bei AMD wird die neovaskuläre, feuchte Form von der nicht-neovaskulären, trockenen Variante unterschieden. Die feuchte AMD ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung, die durch Ausbildung neuer Blutgefäße (Neovaskularisation) mit örtlicher Einblutung charakterisiert ist. Aktuell beinhalten die Therapieoptionen für die feuchte AMD die lokale Injektion von VEGF Antagonisten in das Auge, welche die zugrundeliegende Neovaskularisation verhindern soll. Derzeit sind zwei unterschiedliche VEGF Antagonisten, Ranibizumab und Bevacizumab, für die lokale Injektion bei feuchter AMD verfügbar.Obwohl die lokale Injektion von Ranibizumab und Bevacizumab eine vielversprechende Therapieoption für Patienten mit feuchter AMD ist, kamen durch frühere Untersuchungen Bedenken über die kardiovaskuläre Sicherheit dieser Medikation auf. Primäres Ziel dieser Studie war es, den Einfluss von Ranibizumab und Bevacizumab auf die flussmediierte Dilatation (FMD), wodurch die Endothelfunktion und das kardiovaskuläre Risiko widergespiegelt werden, und auf die Pulswellengeschwindigkeit (PWV), einem Marker für die Gefäßsteifigkeit, zu untersuchen. Zudem wurde bei allen Patienten die Langzeit-Blutdruckeinstellung untersucht. FMD, PWV und 24-Stunden-Blutdruckmessungen wurden bei Patienten mit feuchter AMD, welche Ranibizumab oder Bevacizumab erhielten, und bei Patienten mit trockener AMD, welche als Kontrollgruppe fungierten, untersucht.Insgesamt wurden 88 Patienten für diese Studie gescreent. In die Studie konnten schließlich 24 Patienten mit feuchter AMD, welche zur Applikation von Ranibizumab oder Bevacizumab randomisiert wurden, sowie 26 Patienten mit trockener AMD, welche die Kontrollgruppe darstellten, eingeschlossen werden. Der Patienteneinschluss wurde infolge des Auftretens von drei thromboembolischen Ereignissen in der Gruppe der Patienten mit feuchter AMD vorzeitig gestoppt.Der Vergleich von Patienten mit feuchter AMD, welche VEGF-Antagonisten erhielten, mit Patienten mit trockener AMD ohne VEGF-Antagonistengabe zeigte keinen Unterschied der FMD, der PWV und des 24-Stunden-Blutdrucks zwischen den Gruppen. Zudem wurde keine Änderung der FMD, der PWV und des 24-Stunden Blutdrucks bei Patienten mit feuchter AMD nach Gabe von VEGF Antagonisten im Rahmen der Nachkontrollen beobachtet.
- Universitätsspital Zürich - 100%