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(Räumlich-)zeitliche Korrelationen in der Quantenphysik

Temporal and spatio-temporal correlations in quantum physics

Cornelia Spee (ORCID: 0000-0002-2483-307X)
  • Grant-DOI 10.55776/J4258
  • Förderprogramm Erwin Schrödinger
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.12.2018
  • Projektende 31.07.2020
  • Bewilligungssumme 76.565 €

Wissenschaftsdisziplinen

Physik, Astronomie (100%)

Keywords

    Temporal correlations, Spatio-temporal correlations, Self-testing, Entanglement detection, Theoretical physics, Quantum information theory

Abstract Endbericht

Quantenmechanische Korrelationen können sich von klassischen Korrelationen unterscheiden. In der Quantenphysik können zwei weit voneinander entfernte Parteien folgendes beobachten. Wenn eine Partei eine lokale Messung am gemeinsamen System durchführt, beobachtet, bei gleicher Messrichtung, die andere Partei instantan das gegenteilige Messergebnis, bei verschiedenen Messrichtungen ist das Resultat jedoch zufällig. Dies wurde von Albert Einstein als Spukhafte Fernwirkung bezeichnet und führte zur Entwicklung von Bell-Ungleichungen, die zwischen der Quantenphysik und klassischen Physik unterscheiden können. Korrelationen bilden eine Säule jeder physikalischen Theorie, denn der einzige Weg, Informationen über die uns umgebende Welt zu erhalten, ist es, Messungen durchzuführen und deren Resultate zu interpretieren. Es ist daher natürlich, Korrelationen zwischen aufeinanderfolgenden Messungen oder lokalen Messungen von örtlich getrennten Parteien zu untersuchen. Die Erforschung von Korrelationen ermöglichte es, tiefe Einsichten in die Quantenphysik zu erhalten und ist auch wichtig um zu verstehen, warum mit quantenmechanischen Systemen manche Aufgaben besser gelöst werden können als mit klassischen. Räumliche Korrelationen wie Verschränkung und Bell-Nichtlokalität sind für Anwendungen, wie zum Beispiel Quantenkommunikation und Quantencomputer, dienlich. Bell-Nichtlokalität wird auch verwendet, um Verschränkung zu detektieren und zur Zertifizierung, dass das gemessene System in einem gewissen Zustand ist (Selbstüberprüfung). In dem Projekt (Räumlich-)zeitliche Korrelationen in der Quantenphysik werden Korrelationen, die aus Sequenzen von globalen Messungen (zeitliche Korrelationen) bzw. aus Sequenzen von lokalen Messungen von räumlich getrennten Parteien (räumlich-zeitliche Korrelationen) an einem Quantensystem hervorgehen, untersucht mit dem Ziel, deren Nutzen zu erforschen und ein besseres Verständnis dieser zu erlangen. Insbesondere, wird deren Brauchbarkeit für Aufgaben, wie die Abschätzung der Reinheit eines Quantensystems, Verschränkungsdetektion und Selbstüberprüfung, betrachtet werden. Des Weiteren wird die Verschränkung von Systemen, die maximale räumlich-zeitliche Korrelationen zeigen, charakterisiert werden. Dies wird, gemeinsam mit der Untersuchung der Anwendbarkeit für Verschränkungsdetektion, zu neuen Einsichten in die Relation zwischen räumlichen und räumlich-zeitlichen Korrelationen führen. Um das Potential von (räumlich-)zeitlichen Korrelationen für die vorgeschlagenen Aufgaben zu zeigen, werden Ungleichungen basierend auf bestimmten Korrelationen aufgestellt werden, die erlauben, Verschränkung zu zertifizieren oder deren Maximum nur für gewisse Zustände des Systems erreicht wird. Zusammengefasst, ist das Ziel dieses Projekts neue Anwendungen von (räumlich- )zeitlichen Korrelationen aufzuzeigen und Einsichten in die Beziehung zwischen räumlich- zeitlichen Korrelationen und Verschränkung zu erhalten.

Die Untersuchung von räumlichen Korrelationen trug wesentlich zu unserem Verständnis der Quantenphysik bei und führte auch zur Entwicklung von neuen Anwendungen wie z. B. Quantenkommunikationsprotokollen. Im zeitlichen Szenario war jedoch nur wenig über die Struktur der entsprechenden Korrelationen bekannt und das Potential von (räumlich)-zeitliche Korrelationen für neue Anwendungen war bei weitem nicht ausgeschöpft. Dies zu ändern war das Hauptziel meines Forschungsprojekts "(Räumlich-)zeitliche Korrelationen in der Quantenphysik". Beispiele für Anwendungen sind Kriterien, die Einsicht in die Eigenschaften des Systems, wie z. B. die Reinheit des Zustands, erlauben und auf zeitlichen Korrelationen basieren. Kombiniert man die entsprechende Schranke an die Reinheit mit bekannten Ergebnissen aus der Verschränkungstheorie ist es möglich aus den zeitlichen Korrelationen eines Subsystems eine obere Schranke an ein Verschränkungsmaß abzuleiten. Des Weiteren untersuchten wir die Struktur zeitlicher Korrelationen. Unter anderem konnten wir zeigen, dass für Quantensysteme mit niedriger Dimension der Raum zeitlicher Korrelation nicht konvex ist. Dies kann benutzt werden um nicht-lineare Kriterien zu konstruieren, die eine untere Schranke an die Dimension des gemessenen Systems zertifizieren. Die Korrelationen von sequentiellen lokalen Messungen an bipartiten Systemen können unter Umständen nicht-lokales Verhalten aufzeigen, obwohl eine einzelne Runde an Messungen nur zu Korrelationen führt, die mittels lokaler Modelle erklärt werden können. Ich konnte jedoch zeigen, dass, wenn vorherige Messungen die Messungen jeder Partei in den nächsten Runden beeinflussen können, keine Nicht-Lokalität auftreten kann, die sich nicht schon im Zustand nach der ersten Messung finden lässt. Mittels des Formalismus von Prozesstensoren ist es möglich die Information über zeitliche Prozesse in Vielteilchen-Zuständen festzuhalten. Wir konnten deren bipartite Verschränkungseigenschaften mit Eigenschaften des physikalischen Prozesses in Verbindung setzen und zeigen, dass bekannte Verschränkungsklassen und -phänome auch in diesen auftreten können. Experimentelle Fortschritte erlauben es heutzutage verschränkte Quantenzustände in guter Qualität zu versenden. Dies motiviert die Fragestellung, welche Zustände und Korrelationen möglich sind, wenn die Quellen die erzeugten Zustände entsprechend einer gegebenen Netzwerkstruktur an Parteien verteilen. Dieses Thema weckte in letzter Zeit viel Interesse und es wurde unter anderem ein semidefiniter Test entwickelt, der es erlaubt zu detektieren, dass bestimmte Korrelationen nicht in einer gegebenen Netzwerkstruktur auftreten können. Dieser Test kann für kleine Systeme numerisch ausgewertet werden, für große Netzwerke ist dies jedoch nicht möglich. Unter der Verwendung von Ergebnissen aus der Kohärenztheorie konnten wir in wichtigen Fällen hierfür analytische Lösungen finden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Siegen - 100%
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%

Research Output

  • 149 Zitationen
  • 24 Publikationen
Publikationen
  • 2020
    Titel Simulating extremal temporal correlations
    DOI 10.1088/1367-2630/abb899
    Typ Journal Article
    Autor Spee C
    Journal New Journal of Physics
    Seiten 103037
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Genuine Multipartite Entanglement in Time
    DOI 10.48550/arxiv.2011.09340
    Typ Preprint
    Autor Milz S
  • 2020
    Titel Signaling between time steps does not allow for nonlocality beyond hidden nonlocality
    DOI 10.48550/arxiv.2011.12774
    Typ Preprint
    Autor Spee C
  • 2020
    Titel Characterizing Quantum Networks: Insights from Coherence Theory
    DOI 10.48550/arxiv.2006.06693
    Typ Preprint
    Autor Kraft T
  • 2020
    Titel Certifying the purity of quantum states with temporal correlations
    DOI 10.1103/physreva.102.012420
    Typ Journal Article
    Autor Spee C
    Journal Physical Review A
    Seiten 012420
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Measurement outcomes that do not occur and their role in entanglement transformations
    DOI 10.5281/zenodo.4665310
    Typ Other
    Autor Englbrecht Matthias
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Measurement outcomes that do not occur and their role in entanglement transformations
    DOI 10.5281/zenodo.4665309
    Typ Other
    Autor Englbrecht Matthias
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Characterizing multipartite entanglement classes via higher-dimensional embeddings
    DOI 10.1088/1751-8121/ab2f54
    Typ Journal Article
    Autor Ritz C
    Journal Journal of Physics A: Mathematical and Theoretical
    Seiten 335302
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Certifying quantum memories with coherence
    DOI 10.1103/physreva.99.062319
    Typ Journal Article
    Autor Simnacher T
    Journal Physical Review A
    Seiten 062319
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Characterizing multipartite entanglement classes via higher-dimensional embeddings
    DOI 10.48550/arxiv.1901.08847
    Typ Preprint
    Autor Ritz C
  • 2024
    Titel Transformations in quantum networks via local operations assisted by finitely many rounds of classical communication
    DOI 10.22331/q-2024-03-14-1286
    Typ Journal Article
    Autor Kraft T
    Journal Quantum
  • 2019
    Titel Measurement outcomes that do not occur and their role in entanglement transformations
    DOI 10.48550/arxiv.1911.00004
    Typ Preprint
    Autor Hebenstreit M
  • 2021
    Titel Genuine multipartite entanglement in time
    DOI 10.21468/scipostphys.10.6.141
    Typ Journal Article
    Autor Milz S
    Journal SciPost Physics
    Seiten 141
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Transformations in quantum networks via local operations assisted by finitely many rounds of classical communication
    DOI 10.48550/arxiv.2105.01090
    Typ Preprint
    Autor Spee C
  • 2021
    Titel Characterizing quantum networks: Insights from coherence theory
    DOI 10.1103/physreva.103.052405
    Typ Journal Article
    Autor Kraft T
    Journal Physical Review A
    Seiten 052405
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Simulating extremal temporal correlations
    DOI 10.48550/arxiv.2004.14854
    Typ Preprint
    Autor Spee C
  • 2020
    Titel Genuine temporal correlations can certify the quantum dimension
    DOI 10.1088/1367-2630/ab6d42
    Typ Journal Article
    Autor Spee C
    Journal New Journal of Physics
    Seiten 023028
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Signaling between time steps does not allow for nonlocality beyond hidden nonlocality
    DOI 10.1088/1751-8121/ac2aea
    Typ Journal Article
    Autor Spee C
    Journal Journal of Physics A: Mathematical and Theoretical
    Seiten 455303
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Structure of dimension-bounded temporal correlations
    DOI 10.48550/arxiv.2005.13964
    Typ Preprint
    Autor Mao Y
  • 2019
    Titel Certifying the purity of quantum states with temporal correlations
    DOI 10.48550/arxiv.1909.06233
    Typ Preprint
    Autor Spee C
  • 2022
    Titel Structure of dimension-bounded temporal correlations
    DOI 10.1103/physreva.105.l020201
    Typ Journal Article
    Autor Mao Y
    Journal Physical Review A
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Measurement outcomes that do not occur and their role in entanglement transformations
    DOI 10.1088/1367-2630/abe60c
    Typ Journal Article
    Autor Hebenstreit M
    Journal New Journal of Physics
    Seiten 033046
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Genuine temporal correlations can certify the quantum dimension
    DOI 10.48550/arxiv.1811.12259
    Typ Preprint
    Autor Spee C
  • 2018
    Titel Certifying quantum memories with coherence
    DOI 10.48550/arxiv.1809.03403
    Typ Preprint
    Autor Simnacher T

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