Wohlbefinden von MigrantInnen am Arbeitsmarkt (WELLMIGLAB)
WELL-BEING OF MIGRANTS IN THE LABOR MARKET (WELLMIGLAB)
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (100%)
Keywords
-
Subjective Well-being,
Quality of Life,
Migration,
Integration,
Labor Market
Das Forschungsprojekt Wohlbefinden von MigrantInnen am Arbeitsmarkt (WELLMIGLAB) wird zum Wissen über das subjektive Wohlbefinden von MigrantInnen und Geflüchteten auf den Arbeitsmärkten in deren Aufnahmegesellschaften, einen Beitrag leisten. Das Projekt beschäftigt sich mit wichtigen Forschungslücken in der Integration von Zugewanderten, die immer noch hauptsächlich von einem objektiven Gesichtspunkt aus analysiert wird, in dem auf sozioökonomische Indikatoren, wie etwa das Einkommen, fokussiert wird. Das Projekt wird innerhalb eines 12-Monate Forschungsaufenthalts in Kanada (McMaster University and Statistics Canada) und einer 6-Monate Rückkehrphase in Österreich (Universität Salzburg) durchgeführt. In allen drei Institutionen wird der Projektleiter mit seinen gastgebenden WissenschafterInnen zusammenarbeiten, die führende ExpertInnen in den Bereichen Migration, Wohlbefinden und der Arbeitsmarktintegration von Eingewanderten sind: In Kanada: Prof. Lisa Kaida (Monat 1-9), Department of Sociology, McMaster University, Hamilton; Prof. Feng Hou (Monat 10-12), Analysis Branch of Statistics Canada, Ottawa. In Österreich: Prof. Wolfgang Aschauer (Monat 13-18), Fachbereich für Politikwissenschaft und Soziologie, Universität Salzburg, Salzburg. Das WELLMIGLAB Projekt wird quantitative Methoden einsetzen. Basierend auf der Zusammenarbeit mit den gastgebenden WissenschafterInnen und der physischen Präsenz des Projektleiters in Kanada, können einzigartige Längsschnittdaten und administrative Mikrodaten von Statistics Canada (CCHS-IMDB linkage file) zur Arbeitsmarktintegration und dem subjektiven Wohlbefinden von Eingewanderten und Geflüchteten (sowie im Land Geborenen) für die Analyse genutzt werden.
Das Forschungsprojekt Wohlbefinden von MigrantInnen am Arbeitsmarkt (WELLMIGLAB) wurde im Rahmen eines 8,5 Monate langen Forschungsaufenthalts in Kanada (McMaster University in Hamilton/Ontario, Host: Dr. Lisa Kaida) und einer 6 Monate langen Rückkehrphase in Österreich (Universität Salzburg, Host: Dr. Wolfgang Aschauer) durchgeführt. Die globale Fragestellung war: Wie beeinflussen negative Arbeitsmarkterfahrungen in Aufnahmegesellschaften das subjektive Wohlbefinden von ImmigrantInnen (gemessen durch Lebenszufriedenheit, wahrgenommene mentale Gesundheit etc.) im Vergleich zu anderen Lebensbereichen und welche Unterschiede bestehen im Vergleich zu Nicht-MigrantInnen? Die erste Analyse basierte auf dem Canadian Community Health Survey (CCHS) 2015-2016 und verglich die Effekte von wahrgenommenem Arbeitsstress auf die Lebenszufriedenheit bei ImmigrantInnen und Nicht-MigrantInnen in Kanada. Multivariate Regressionsanalysen konnten größtenteils zeigen, dass ImmigrantInnen eine signifikant niedrigere Lebenszufriedenheit als Nicht-MigrantInnen haben und dass die jeweiligen Arbeitsstress-Variablen einen signifikant negativen Effekt auf die Lebenszufriedenheit haben. Allerdings fand die Analyse keinen signifikanten Interaktionseffekt zwischen Migrationsstatus und Arbeitsstress auf die Lebenszufriedenheit. In der zweiten Analyse nutzte ich die Daten-Verknüpfung vom CCHS mit der Longitudinal Immigration Database (IMDB), die aus einer umfassenden Verbindung von Survey-Daten und administrativen Daten besteht. Auf dieser Grundlage untersuchte ich die langfristigen Einflüsse von anfänglich nachteiligen Arbeitsmarktoutcomes (d.h. hauptsächlich Niedrigeinkommensstatus in den ersten fünf Jahren in Kanada) auf das subjektive Wohlbefinden von ImmigrantInnen. Nachdem ich Zugang zum Statistics Canada Research Data Centre (RDC) an der McMaster University erhalten hatte, war das Generieren des finalen Datensatzes aus den großen, zahlreichen Datenfiles des CCHS und IMDB eine umfangreiche, zeitaufwendige Aufgabe. Der finale Datensatz umfasste circa 34,400 RespondentInnen (und insgesamt circa 502,500 Beobachtungen/Zeilen). Die deskriptiven Ergebnisse zeigten mehrere signifikante aber nur geringe Differenzen im subjektiven Wohlbefinden zwischen ImmigrantInnen, die anfänglich ökonomische Herausforderungen hatten und jenen, die solche Herausforderungen nicht hatten. Darüber hinaus waren diese Differenzen entgegen meiner Erwartung ausgeprägt, da ImmigrantInnen mit anfänglich ökonomisch harten Umständen sogar bessere Outcomes hinsichtlich Lebenszufriedenheit, wahrgenommener mentaler Gesundheit und wahrgenommener Gesundheit hatten. Multivariate Regressionsanalysen identifizierten, dass die Erfahrung von anfänglicher ökonomischer Herausforderung nur einen sehr schwachen und wiederum positiven signifikanten Einfluss auf die Lebenszufriedenheit, wahrgenommene mentale Gesundheit und wahrgenommene Gesundheit hat, welcher nach Kontrolle einer Reihe von soziodemographischen Variablen im Falle von Lebenszufriedenheit und wahrgenommener mentaler Gesundheit auch verschwindet. Die Regressionsanalysen zu Lebenszufriedenheit und wahrgenommener mentaler Gesundheit zeigten, dass die meisten Variablen zu den Bereichszufriedenheiten (z.B. Freizeit-Zufriedenheit) einen signifikant positiven Effekt hatten. Als Ergebnis der Rückkehrphase wurde ein Antrag für ein Forschungsprojekt beim FWF für die Erforschung von Lebensqualität im Kulturvergleich eingereicht. Für die Erstellung eines sorgfältigen Antrags wurden qualitative (zwei Fokusgruppen) und quantitative (ein Online Survey) Pretests realisiert.
- Statistics Canada - 25%
- McMaster University - 75%