Herzmuskelnarbe bei Aortenstenose mit MR ohne Kontrastmittel
Myocardial scar in aortic stenosis by CMR without contrast
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
-
Cardiac Magnetic Resonance,
Fibrosis,
Aortic Stenosis,
Contrast Free Techniques,
Histological Validation,
TRAFF2
Die so genannte Aortenklappenstenose (AS) bezeichnet eine Engstelle jener Klappe, über welche das Herz Blut in den Körperkreislauf befördert. Bei Vorhandensein einer Einengung dieses Ventils entsteht eine enorme Belastung für das linke Herz, welches bedeutende Mehrarbeit leisten muss. In Folge dieser außernatürlichen Anstrengung kommt es im Herzmuskel bei Fortbestehen der AS zu krankhaften Veränderungen. Diese umfassen unter anderem Bindegewebsansammlungen zwischen den Herzmuskelzellen, welche die Pumpkraft des Herzens verschlechtern können. Diese Bindegewebsansammlungen lassen sich einerseits durch Analyse einer gewonnenen Herzmuskelprobe (=invasiv) and anderseits nicht-invasiv durch Bildgebung mittels Herz-Magnetresonanztomographie (MRT) darstellen. Um Herzgewebe charakterisieren zu können, wird bei der Herz-MRT meist Kontrastmittel eingesetzt. Dieses Kontrastmittel ist allgemein relativ sicher, kann aber dennoch einige Nebenwirkungen hervorrufen bzw. kann in einigen Fällen nicht zum Einsatz kommen (zB. bei schweren Nierenerkrankungen). Aus diesem Grund besteht ein Bedarf an Untersuchungstechniken ohne Kontrastmittel, welche die oben beschriebenen Gewebsveränderungen ähnlich gut entdecken/beschreiben können. Zwei dieser neuen Kontrastmittel-freien Techniken tragen den Namen T1 und T RAFF . Obwohl noch wenig erforscht, haben sie großes Potential als Kontrastmittel-freue Alternativen. Die aktuelle Studie soll nun T1 und T RAFF bei PatientInnen mit hochgradiger AS untersuchen, welche sich einem herzchirurgischen Klappenersatz unterziehen. Bei allen ProbandInnen werden gleichzeitig die herkömmlichen MRT-Untersuchungen mit Kontrastmittel- Verwendung vorgenommen und zusätzlich während der Herz-Operation eine Gewebeprobe entnommen. Dies ermöglicht den direkten Vergleich der neuartigen Techniken mit bekannten Analysemethoden. Die aktuelle Studie wird am Barts Heart Center / University College London im welt- renommierten MRT-Labor von Prof. James Moon durchgeführt. Die geplante Projektdauer beträgt 14 Monate.
Ziel der aktuellen Untersuchung war es, das Potenzial neuartiger kontrastfreier kardialer Magnetresonanz (CMR)-Sequenzen (T1- und TRAFF2-Mapping) für den Nachweis von Myokardnarben bei Patienten mit schwerer Aortenstenose (AS) zu untersuchen, die sich einem chirurgischen Aortenklappenersatz unterziehen. Um diese Hypothese zu testen, sollten die quantitativen Mapping-Ergebnisse von T1 und TRAFF2 a) zwischen AS-Patienten und gesunden Kontrollen verglichen werden, b) mit konventionellen CMR-Fibrosemarkern (LGE, T1, ECV) verglichen werden und c) mit der durch histologische Analyse ermittelten Fibrose korreliert werden. Aufgrund technischer Schwierigkeiten musste TRAFF2 in unseren Forschungsprotokollen weggelassen werden. Wie erwartet hatten Patienten mit AS eine höhere linksventrikuläre Masse, eine grenzwertig größere linke Ventrikelgröße, eine größere rechte Ventrikelgröße und größere linke Vorhöfe. Die nativen T1-Werte waren bei AS numerisch höher als bei den Kontrollen. Umgekehrt wurde kein Unterschied zwischen den Gruppen hinsichtlich der T1-Werte festgestellt. Das Fehlen signifikanter Unterschiede bei den T1-Werten zwischen gesunden Probanden und AS kann durch das im Vergleich zu anderen Erkrankungen (wie Amyloid oder ausgedehnter Myokardinfarkt) nur geringe Ausmaß an Narben/Fibrose bei AS erklärt werden. Die gleichzeitige intraoperative Entnahme von Myokardgewebe bot jedoch die einzigartige Möglichkeit, eine Korrelation mit der histologischen Fibrose herzustellen - Ergebnisse, die für das aktuelle Projekt noch ausstehen. Dies wird die erste Korrelation von T1 und Myokardhistologie im Menschen sein.
- University College London - 100%
- Sebastian Weingärtner, Delft University of Technology - Niederlande