Lehrfilmkomik: Lachen und/über Lernen
Educational Film Comedy: Laughing and/about Learning
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Erziehungswissenschaften (10%); Kunstwissenschaften (70%)
Keywords
-
Educational Film,
Comedy,
Humor Studies,
Edutainment,
Useful Cinema,
Educational Video
In meinem Projekt Lehrfilmkomik untersuche ich die Verbindung von komischen und pädagogischen Formen des Filmemachens seit der Erfindung des Kinos. Einerseits interessiere ich mich für die vielen Beispiele von Lehrfilmen, -videos und -sendungen, die komische Effekte und komödiantische Genres (Slapstick, Satire, Charakterkomödie...) für pädagogische Zwecke eingesetzt haben. Andererseits untersuche ich auch komödiantische Formate, die sich der Formeln von Lehrfilmen und -videos bedienen und oft über diese lustig machen. (Denken Sie zum Beispiel an die Parodien von muffigen Unterrichtsfilmen in Episoden von Die Simpsons oder an Comedy-Sendungen, die Bildungsfernsehen karikieren, wie Cunk on Earth, 2022, auf Netflix.) In beiden Fällen fordern sich Komödie, Erziehung und Bewegtbild gegenseitig heraus und interpretieren einander. Dabei geben diese Filme und Videos Aufschluss darüber, welche Rollen Komik in den Ideen und Praktiken der Erziehung im Laufe des 20. und frühen 21. Jahrhunderts zugewiesen werden: Wann wurde Komik als etwas angesehen, das zu vermeiden wäre, und für welche Themen und Zielgruppen wurden bestimmte komische Effekte entschieden genutzt? Dies hängt von kulturellen und historischen Zusammenhängen ab, berührt aber auch Fragen, die in Komiktheorien diskutiert werden: Viele dieser Theorien gehen davon aus, dass als lustig empfunden wird, was mentale Konzepte und Verstehensroutinen durcheinanderbringt. Die Betrachtung von Filmen und Videos, die pädagogische und komödiantische Formen des Filmemachens kombinieren, ist auch ein Weg, um zu untersuchen, wie unterschiedliche Vorstellungen davon, was das Bewegtbild ist und kann, verhandelt wurden und werden: Wurde die Popularität des Kinos als Form der Massenunterhaltung als Vorteil für den Einsatz von Filmen in Bildung und Erziehung angesehen oder eher als Hindernis betrachtet? Bisherige Forschungen deuten darauf hin, dass zu Fragen wie dieser sehr unterschiedliche Annahmen vorherrschten, z. B. zwischen Unterrichtsfilm-Organisationen in den USA und in deutschsprachigen Ländern in den 1920er bis 1950er Jahren. Mein Ziel ist es, ein differenziertes Bild zu einigen dieser Fragen zu erhalten, die bisher noch nicht eingehend untersucht worden sind. Das Hauptergebnis meines Projekts wird eine englischsprachige Monografie zum Thema Lehrfilmkomik sein. Ich greife dafür vor allem auf Archive aus Belgien, Deutschland, Nordamerika und Österreich zurück, aber habe bereits ebenso relevante Filme und Videos aus Australien, Rumänien, Simbabwe und der Ukraine recherchiert. Das Buch wird aus zwei Hauptteilen bestehen: Der erste bietet einen theoretischen Rahmen und eine Überblicksanalyse meiner Ergebnisse, der zweite wird bestimmte wichtige Aspekte anhand einer Auswahl von Fallstudien beleuchten. Stationen meiner Forschung sind die University of Maryland, College Park (Jahr 1), die University of California, Berkeley (Jahr 2), und das Ludwig Boltzmann Institute for Digital History in Wien (Rückkehrphase).
- University of Maryland - 50%
- University of California Berkeley - 50%
- Michael Loebenstein, Österreichisches Filmmuseum , nationale:r Kooperationspartner:in
- Skip Elsheimer - Vereinigte Staaten von Amerika