Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (30%); Klinische Medizin (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (40%)
Keywords
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Neprilysin,
Pregnancy,
GDM,
Hypertensive Disorder In Pregnancy,
Insulin Resistance
Eine gesunde Schwangerschaft geht mit einer Reihe von physiologischen Anpassungen der Mutter einher. Der Glukosestoffwechsel sowie das Herz- Kreislaufsystem verändern sich, was zu einer erhöhten Unempfindlichkeit gegenüber Insulin und einer veränderten Blutdruckregulation führt. Störungen im GlukosestoffwechselsundderBlutdruckregulationkönnenzu Schwangerschaftsdiabetes und zu Präeklampsie, einer schwerwiegenden Erhöhung des Blutdruckes in der Schwangerschaft, führen. Beide Erkrankungen zählen zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Neprilysin ist eine Protease, die eine Reihe physiologisch relevanter, bioaktiver Peptide abbaut und dadurch verschiedene Prozesse beeinflusst: Neprilysin spaltet Insulin und Glukagon und ist daher auf komplexe Weise an der Regulation des Blutzuckers beteiligt. Außerdem spaltet Neprilysin Peptide, die den Blutdruck beeinflussen, wie z.B. Bradykinin und Angiotensin. Neprilysin sitzt, in der Zellmembran verankert, an der Zelloberfläche vieler Zellen. Durch Abspaltung kann der enzymatisch aktive Teil (sNEP) von der Zelloberfläche freigesetzt werden und im Blutkreislauf zirkulieren und wirken. Das verleiht sNEP neben einer möglichen Rolle als Biomarker auch systemische Relevanz. Aufgrund seiner Substratspezifität könnte Neprilysin sowohl bei physiologischen Anpassungen in der gesunden Schwangerschaft als auch bei der Entstehung von Schwangerschaftspathologien eine Rolle spielen. Bisher wurde mütterliches sNEP in der Schwangerschaft aber noch nicht untersucht. Im Rahmen dieser Studie wird sNEP im Verlauf der Schwangerschaft von gesunden Frauen und von Frauen, die Schwangerschaftsdiabetes oder Präeklampsie entwickeln, gemessen und mit Stoffwechsel und Blutdruck in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse werden neue Informationen über die Beziehung zwischen Neprilysin, dem mütterlichen Stoffwechsel, der Anpassung an die Schwangerschaft und der Entstehung von Schwangerschaftspathologien liefern, und zeigen, ob sNEP als Biomarker für Schwangerschaftspathologien in Betracht gezogen werden könnte.